Wie institutionelle Investoren nachhaltige ETFs einsetzen können

Dag Rodewald in Anzug und Krawatte

Nachhaltigkeit ist das Gebot der Stunde. Nicht erst seit den katastrophalen Überschwemmungen und den verheerenden Waldbränden des vergangenen Jahres ist dies immer mehr Menschen bewusst. Wir alle sind als Gesellschaft gefordert, nachhaltiger zu leben, um die Grundlage unseres Lebens, wie wir es kennen, dauerhaft zu erhalten. Nachhaltigkeit steht deshalb in vielen Fällen im Zentrum der Überlegungen. Das gilt auch für die Geldanlage. Innerhalb weniger Jahre wurde aus einem einstigen Nischenthema eine Investmentphilosophie, die im Kern einer jeden Anlagestrategie steht.

Insbesondere für institutionelle Investoren spielen nachhaltige Kriterien eine zunehmend wichtige Rolle. Es gibt kaum noch eine Ausschreibung von institutionellen Investoren, in der Nachhaltigkeitskriterien nicht berücksichtigt werden. Ein Beispiel hierfür sind ETF basierte Balanced Portfolios. Sie werden eingesetzt, wenn das zu investierende Kapital nicht das für eine klassische Mandatslösung erforderliche Volumen erreicht. In diesem Fall bietet sich die Integration von ETFs an. Durch ihren regelbasierten Ansatz sind sie kostengünstig und transparent.

Geringe Abweichung von der Benchmark gewünscht

Wenn institutionelle Investoren nachhaltig investieren wollen, stehen sie vor einer Herausforderung. Wie in anderen Kundensegmenten auch, haben sie bestimmte Vorgaben dafür, wie stark sie von ihren Ausgangsbenchmarks abweichen dürfen. Oder in anderen Worten: Wie hoch ihr jeweiliger Tracking Error sein darf. Für Investoren, die aufgrund von regulatorischen Vorgaben oder auch strategischen Überlegungen eine weniger starke Abweichung vom Ursprungsindex wünschen, sind ETFs aus dem „light green“-Segment bestens geeignet.

1. Nachhaltige Geldanlage mit geringem Tracking-Error

Ein prominenter Ansatz auf Basis des „light greens“ ist der ESG-Universal-Ansatz. Hier kommen neben einigen allgemeingültigen Ausschlüssen auch klimaverändernde Ausschlüsse zum Einsatz. Bei diesem Ansatz werden Unternehmen mit einem positiven beziehungsweise steigenden ESG-Rating höher, Unternehmen mit einem schlechteren beziehungsweise fallenden ESG-Rating niedriger gewichtet. Da die Basis der „light green“-ETFs eine vergleichsweise große Kongruenz mit dem zugrunde liegenden Aktienuniversum aufweist, sind diese ETFs interessant für Investoren, die bei ihren nachhaltigen Investments nicht allzuweit von der Benchmark abweichen dürfen. Beim ESG-Universal-Ansatz gibt es die Möglichkeit, entweder regionale Schwerpunkte zu setzen oder mittels einer globalen Streuung breit diversifiziert zu investieren. Ein Beispiel für die letztgenannte Variante ist der „UBS MSCI ACWI ESG Universal Low Carbon Select ETF“. Er ermöglicht ein globales Investment mit einem breiten Nachhaltigkeitsansatz, der darüber hinaus auch für eine Verbesserung des CO2-Fußabdrucks sorgt. Der ETF umfasst insgesamt 2.496 Titel, die sich in Large & Midcaps aus insgesamt 23 Industrie- und 25 Entwicklungsländern zusammensetzen. Damit ist er global sehr breit aufgestellt. Im Vergleich zu den 2.959 Titeln des Ursprungsindex bleiben hier die Mehrzahl der Titel erhalten.
Der Ausschluss einzelner Unternehmen erfolgt auf der Grundlage nachhaltiger Kriterien. Der ETF schließt unter anderem Unternehmen aus, die gegen globale Normen verstoßen. Ausgeschlossen werden unter anderem auch Tabakproduzenten ebenso wie Unternehmen, die Kraftwerkskohle fördern, und solche, die in der Herstellung kontroverser Waffen aktiv sind. Die Gewichtung der Positionen richtet sich nach dem ESG- Score der Unternehmen: Je höher der ESG Score, desto höher das Gewicht im ETF und umgekehrt.

2. Nachhaltiges Investment mit strengen Grundsätzen

Der SRI-ETF (Socially Responsible Investment) unterliegt einem besonders strengen Vorgehen bei der Auswahl seiner Positionen. Mit ihm ist es Investoren möglich, den ESG-Score deutlich zu verbessern. Das sorgt auch dafür, dass der CO2-Fußabdruck im Portfolio stark reduziert wird. Ein global aufgestellter ETF ist hier der „UBS ETF MSCI ACWI SRI“. Er basiert auf einem mehrstufigen Selektionsprozess. Dazu zählen unter anderem Klimaausschlüsse, Ausschlüsse kontroverser Geschäftsfelder und auch Ausschlüsse von Unternehmen, die gegen globale Normen verstoßen. Ergänzt wird dies durch die Anwendung eines Best-In-Class-Ansatzes. Dadurch sind im ETF nur die rund 25 Prozent der Unternehmen eines Sektors mit den besten ESG-Ratings enthalten. Auf diese Weise werden aus den insgesamt 2.959 Werten im MSCI ACWI Index 553 Titel für den SRI-Index ausgewählt. Insgesamt ist der ETF für Anleger geeignet, die einen rigideren Klimafokus mit einem hohen ESG-Score und einer geringen CO2-Intensität anstreben und dafür auch einen höheren Tracking-Error zum Mutterindex tolerieren. Neben dem global ausgerichteten ETF können die Investoren allerdings auch hier aus regionalen Building-Blöcken auswählen.

3. Investments an den Zielen des Pariser Klimaabkommens ausrichten

Das gleiche gilt für ETFs, die auf die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens ausgerichtet sind. Investoren können sich hier entweder auf einzelne Regionen wie die USA, Europa und Japan sowie die Emerging Markets fokussieren. Oder sie nehmen eine globale Streuung ihrer Investments vor. Ein Beispiel dafür ist der „UBS ETF MSCI ACWI Climate Paris Aligned ETF“. Bei der Auswahl seiner 958 Titel arbeitet der ETF mit einem Klimaschutzfilter. Unternehmen, die bedeutende Anteile ihres Umsatzes mit der Öl-, Gas- oder Kohleförderung erwirtschaften, werden ausgeschlossen. Daneben schließt der ETF auch Unternehmen mit zweifelhaften Geschäftspraktiken aus, wie etwa Hersteller von kontroversen Waffen oder Tabak. Insgesamt weist der ETF einen niedrigen Tracking Error im Vergleich zum Mutterindex auf und ist dadurch besonders bei Pensionskassen stark nachgefragt. Allen Paris Aligned ETFs ist gemeinsam, dass sie mit ihrer klaren Ausrichtung auf das 1,5 Grad-Ziel effektiv die Beschlüsse des Pariser Klimaabkommen implementieren.

Zeit zu handeln

Die Erreichung der globalen Klimaziele, wie sie beispielsweise im Pariser Klimaabkommen festgehalten sind, zählt zu den wichtigsten Aufgaben der Gegenwart. Das Überschreiten der 1,5-Grad Marke hätte verheerende Folgen für die nachfolgenden Generationen. Daher sollten alle Gruppen der Gesellschaft Bemühungen zur Einsparung von Treibhausgasemissionen unternehmen. Besonders institutionelle Investoren können einen großen Beitrag leisten – mit der Allokation der ihnen anvertrauten Gelder können sie die Entscheidungen der Unternehmen signifikant beeinflussen. Besonders ETFs sind hierfür geeignet, da sie durch ihren regelbasierten Ansatz kostengünstig und transparent sind. Die Produktpalette der grünen ETFs von UBS erleichtert institutionellen Investoren die Implementation einer nachhaltigen Investmentphilosophie. Mithilfe ihrer unterschiedlichen Fokussierungen – einem niedrigen Tracking Error oder einem hohen ESG-Score – sind sie ideal auf die Bedürfnisse verschiedener Investorengruppen zugeschnitten. Investoren haben dabei immer die Möglichkeit, die jeweiligen Ansätze auf globaler Basis zu realisieren oder regionale Schwerpunkte zu setzen.

Dag Rodewald in Anzug und Krawatte
Dag Rodewald, Head ETF & Index Fund Sales Deutschland und Österreich bei UBS Asset Management, verfügt über eine 25-jährige Erfahrung in der Finanzindustrie mit besonderer Expertise in der Betreuung deutscher institutioneller Anleger. Seit 1997 ist er in verschiedenen Funktionen primär im Bereich Equity Sales und Sales Trading unter anderem bei HSBC Trinkaus & Burkhardt in Düsseldorf, bei Morgan Stanley in London und Frankfurt/Main, bei Sanford C. Bernstein in London, bei Bank of America Merrill Lynch in Frankfurt/Main sowie der Commerzbank tätig gewesen. Seit Oktober 2013 leitet er das ETF- und Index Fund Geschäft der UBS Asset Management (DEU) GmbH.
www.ubs.com

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