Was die Blockchain bei der Beratung zu Edelmetall- & Rohstoffanlagen leistet

In Zeiten zunehmender Unsicherheit steigt die Nachfrage der Anleger nach Sachwerten. Seit jeher fragen viele Kunden nach Direktinvestments in Edelmetalle, aber auch Technologiemetalle und Seltene Erden gewinnen an Bedeutung auf der Suche nach Sicherheit und Unabhängigkeit vom Bankenkreislauf. Was bisher in diesem bislang noch unregulierten Anlagesegment fehlte, war die Sicherheit für Berater, die ihren Kunden vertrauenswürdige Anbieter empfehlen möchten – eine Lösung kommt aus der digitalen Welt.

Dem World Gold Council zufolge wurde im Jahr 2022 die höchste jährliche Goldnachfrage seit über zehn Jahren verzeichnet. Aber auch Technologiemetalle und Seltene Erden gewinnen durch die Energiewende als Sachwertanlage an Bedeutung. Diese können bei Auswahl professioneller Anbieter mehrwertsteuerfrei und darüber hinaus im Rahmen der persönlichen Einkommensteuerveranlagung frei von Versteuerung sein.

Doch welche Anbieter können Berater ihren Kunden guten Gewissens für Anlagegold und Rohstoffe empfehlen? Häufig sind die Bestände intransparent und deren Nachweis nicht lückenlos und fälschungssicher. Das erschwert den Überblick und erfordert blindes Vertrauen. Denn nach wie vor ist der Handel mit metallischen Rohstoffen ein nicht vollständig transparenter und regulierter Anlagebereich. Zudem musste sich die Branche immer wieder gegen betrügerische Absichten einzelner Anbieter wehren.

Blockchain-Technologie lässt Sachwerte und Digitales zusammenwachsen

Eine technologische Lösung kommt aus der digitalen Welt: Die Blockchain in ihrer Funktion als digitale Mittelverwendungskontrolle kann maximale Sicherheit, Transparenz und Direktheit gewährleisten und bringt Tradition und Innovation zusammen. So können Berater ihren Kunden vertrauensvoll und sorgenfrei Anbieter für Investitionen in metallische Rohstoffe empfehlen.

Die digitale Mittelverwendungskontrolle dokumentiert dezentral und automatisiert alle Schritte eines Handelsgeschäftes auf einer sogenannten Public Blockchain. Die Daten sind öffentlich einsehbar und können von mehreren Seiten auf ihre Richtigkeit überprüft werden. Die entsprechenden Informationen sind natürlich verschlüsselt und sensible Daten sind ausschließlich von den am Handel beteiligten Parteien im Klartext einsehbar. Anleger, Berater, Produktanbieter, Händler und Lager haben jederzeit volle Transparenz – Fehler oder Unregelmäßigkeiten auch nur einer Partei würden sofort auffallen.

Vom Kauf über den Transport bis hin zur Einlagerung werden alle Schritte digital, fälschungssicher und transparent dokumentiert. Künftig können sogar die Qualität der Rohstoffe und deren Herkunft auf der Blockchain erfasst werden. Somit kann die gesamte Liefer- und Einlagerungskette erfasst und für alle Beteiligten ersichtlich gemacht werden. Die digitale Mittelverwendungskontrolle gleicht alle Transaktionen eines Handelsgeschäftes unmanipulierbar untereinander ab und prüft sie auf Plausibilität. Indem der Faktor Mensch als Fehlerquelle nahezu entfällt, bietet die digitale Mittelverwendungskontrolle einen nie dagewesenen Sicherheitsstandard im Anlagegeschäft für physische Investments.

Digitale Mittelverwendungskontrolle als Form der freiwilligen Regulierung

Beratern und Kunden fiel es bisher schwer, die wirklich seriösen Produktanbieter auszuwählen. Vertrauen blieb die Grundlage für die Produktempfehlung – Haftungsrisiken inklusive. Die digitale Mittelverwendungskontrolle ersetzt Vertrauen durch Beweisführung. Ihr Einsatz bietet Anlegern und Beratern einen fälschungssicheren Einlagerungsnachweis für ihre Sachwertanlage. Darüber hinaus ist sie ein Schutz vor dem sogenannten Double-Spending, indem eine bestimmte Menge eines Rohstoffs nicht mehreren Anlegern gleichzeitig zugewiesen werden kann.

Die digitale Mittelverwendungskontrolle enttarnt betrügerische Absichten, weil diese allen Beteiligten sofort über die Blockchain sichtbar werden würden. Der konstante Soll-Ist-Abgleich zwischen Bestellung und Liefermenge sorgt für Transparenz. Zusätzliche Kontrolle besteht, da alle beteiligten Parteien über die Blockchain im stetigen Austausch miteinander stehen.

Eine Blockchain-basierte digitale Mittelverwendungskontrolle ist somit aktiver Verbraucherschutz. Die Anwendung dieser Technologie gewährleistet ein hohes Maß an Sicherheit für den Anleger, den Berater sowie alle weiteren beteiligten Parteien und kann diese Assetklasse auf eine neue Ebene in puncto Transparenz und Sicherheit für Berater und Anleger heben. Vor diesem Hintergrund darf die digitale Mittelverwendungskontrolle auch als eine Form der freiwilligen Regulierung dieses Marktsegmentes verstanden werden – indem immer mehr Anbieter aus diesem Anlagesegment die Möglichkeiten der technologischen Entwicklung nutzen und auf diese Weise Sachwerte und Digitales zu einem modernen und zukunftsfähigen Anlageprodukt verknüpfen.

Andreas Kroll ist seit 2006 Finanzmarktanalyst mit Fokus auf Rohstoffe. Seine Expertise in Seltenen Erden und Technologiemetallen führte 2014 zur Gründung der Noble Elements GmbH und 2020 zur Gründung von Finomet. Finomet ist ein Fintech im Bereich der digitalen Mittelverwendungskontrolle. Es hat sich auf die Verwaltung von Kapitalanlagen in Technologie- und Edelmetalle sowie Seltene Erden spezialisiert.

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