Vorteile und Aussichten der Tokenisierung

EXXECNEWS sprach mit Tim Janssen, CTO von Finexity, unter anderem über Vorteile und Aussichten der Tokenisierung.

„Die größten rechtlichen Hürden hat die Branche bereits genommen“

Welche Investitionsmöglichkeit ist auf dem Finexity-Marktplatz am beliebtesten?

Tim Janssen: Wir sehen eine konstant hohe Nachfrage nach Investitionsmöglichkeiten im Bereich der sogenannten Collectibles und insbesondere in Kunst. Hier spielt sicherlich die Tatsache eine Rolle, dass es bei Kunstwerken immer wieder die Möglichkeit gibt diese auch auf Ausstellungen zu erleben, wie zuletzt zwei Banksy Kunstwerke im NRW Forum in Düsseldorf. Bei einem unserer letzten Kunstprojekte, einer Serie des spanischen Künstlers José Maria Yturralde, konnten die Investoren bis zu vier exklusiv für dieses Projekt produzierte, limitierte und signierte Drucke für die eigene Sammlung erwerben. Natürlich ist auch die Beteiligung an Immobilien-Projekten immer sehr beliebt, ob für Bestandsimmobilien oder Immobilien, die bestimmt sind für den Verkauf. Im Bereich Luxusvillen sehen wir eine steigende Nachfrage nach unseren Projekten auf Mallorca. Dort arbeiten wir bereits an unserem fünften Projekt.

Welche Vorteile ergeben sich bei der Tokenisierung von Assets?

Janssen: Die Tokenisierung von Assets bietet für Unternehmen, Investitionsplattformen oder Vermögensverwalter eine Vielzahl von Vorteilen: schnellere Prozesse, weniger Intermediäre, geringere Kosten, effizientere Kapitalbeschaffung und Verbriefung und zum Beispiel schnellere Emissionen für Emittenten. Für Anleger liegt der Vorteil darin, dass durch die Aufteilung eines Assets in kleinere Einheiten die Einstiegsbarrieren in unterschiedliche Anlageklassen gesenkt werden und sie bereits mit kleinen Investitionsbeträgen ihre Portfolios diversifizieren und von potenziellen Renditen profitieren können. Die Vermögenswerte werden digital repräsentiert und sind zum Beispiel auf dem Smartphone einsehbar und ganz oder in Teilen übertragbar.

Worin liegen die größten rechtlichen Hürden?

Janssen: Die größten rechtlichen Hürden hat die Branche bereits genommen. Das WpPG (Wertpapierprospektgesetz) und das WpHG (Wertpapierhandelsgesetz) haben klar definiert wie Security Token zu definieren und zu handhaben sind. Mit dem eWPG (elektronische Wertpapiergesetzt) und dem EU DLT-Regime wurden weitere rechtliche Grundlagen geschaffen, die für einheitliche Rahmenbedingungen sorgen.

Trotz zunehmend höherer Sicherheitsstandards bei der Tokenisierung haben viele Anleger noch Bedenken. Wie wollen Sie diese Bedenken ausräumen?

Janssen: Die genannten Gesetze und Verordnungen sorgen für ein Höchstmaß an Sicherheit für Anlegerinnen und Anleger. Sicherheitsstandards sind in der digitalen Welt essentielle Leitplanken. Neben der ESMA und der BaFin werden die Regeln für den Einsatz und das Angebot von tokenisierten Assets gestellt. Zudem stellt auch das BSI technische Richtlinien für den Einsatz von m Beispiel digitalem Zentralbankgeld auf.

Wie lange wird es Ihrer Einschätzung nach noch dauern, bis sich die Asset-Tokenisierung auf dem privaten Kapitalmarkt komplett durchgesetzt hat?

Janssen: Mit dem DLT-Pilot Regime hat die EU einen rechtlichen Rahmen gesetzt, der im Zusammenspiel mit dem eWpG einen Handlungsspielraum für die nächsten Jahre setzt. Das ermöglicht der Branche neue Wege bezüglich Asset-Tokenisierung und -Handel zu gehen. Laut EZB wird der digitale Euro kommen (CBDC), auch hier entwickeln sich weitere Möglichkeiten in der Abbildung der gesamten Wertschöpfungskette.

Die Finexity AG vereint unterschiedliche Geschäftsbereiche der DLT-basierten Finanzbranche. Neben dem Aufbau eines DLT-basierten Börsenplatzes für tokenisierte Privatmarkt-investitionen (Private Markets) betreibt die Gruppe einen regulierten Investment-Brokerage-Marktplatz, der es sowohl privaten als auch professionellen Investoren ermöglicht, in tokenisierte Private Markets zu investieren. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg wurde im Jahr 2018 gegründet.

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