Venture Capital als Anlageklasse – Demokratisierung der Private Markets

Kaum eine Anlageklasse ist für kleinere Anleger so verschlossen wie Venture Capital. Als Geldgeber dominierten laut einer Studie der KfW im Jahr 2020 in Deutschland vor allem Unternehmen, Pensionsfonds und Versicherer sowie die öffentliche Hand. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass direkte Investitionen in Venture-Capital-Fonds, die häufig als Spezial-AIF klassifiziert werden, mit einer Mindestinvestition von 200.000 Euro, teilweise aber auch von mehr als einer Million Euro, verbunden sind. Dabei bietet diese Anlageklasse viele Vorteile, von denen Anleger, die das Ziel eines langfristigen Vermögensaufbaus haben, profitieren können. Gleichzeitig tragen Anleger mit dem Geld zu einer Entwicklung der Volkswirtschaft bei.

Hohe Renditepotenziale in den Private Markets

Heutzutage ist es für Unternehmen einfacher, sich Kapital in den privaten Märkten über beispielsweise Venture- und Growth-Capital-Fonds zu beschaffen. Unternehmen sind nicht mehr dazu gezwungen, über einen IPO Kapital einzusammeln. Dies hat zur Folge, dass Unternehmen ihren Börsengang länger hinauszögern und ein immer größerer Teil der Wertsteigerung vor dem Börsengang, also in den Private Markets, der für Privatanleger nur schwer zugänglich ist, stattfindet. Dies spiegelt sich auch in relevanten Studien wider.

Laut einer Veröffentlichung von Cambridge Associates konnten europäische Venture-Capital-Fonds, abgebildet durch den „Europe Developed Venture Capital Index“, beispielsweise innerhalb der letzten zehn Jahre im Schnitt 22,7 Prozent Rendite per annum erzielen. Der MSCI Europe ETF hingegen konnte im gleichen Zeitraum lediglich 5,6 Prozent per annum an Wertsteigerung erfahren.

Geringe Korrelation zu öffentlichen Märkten

Venture-Capital-Portfolios korrelieren kaum mit großen börsengelisteten Unternehmen. Eine Portfoliobeimischung von Venture Capital führt daher zu einer Erhöhung der erwarteten Rendite bei gleichzeitig geringerem Gesamtrisiko. Ein Grund für eine geringe Korrelation mit den öffentlichen Märkten liegt vor allem darin, dass Start-ups oftmals in erst kürzlich geschaffenen Märkten agieren oder Marktanteile von sich langsam entwickelnden etablierten Unternehmen übernehmen. Zudem agieren Start-ups oftmals in Märkten, die mit abrupten Veränderungen, wie beispielsweise der Entstehung neuer Technologien oder Veränderungen in der Regulatorik, entstanden sind und die Entwicklung begünstigten.

Förderung der Volkswirtschaft mit Innovationskapital

Venture Capital hat zudem eine bedeutende Rolle für die volkswirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Um technologisch und international wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen neue Innovationen und Marktführer geschaffen werden. Innovationen entstehen jedoch nur selten in Konzernen und etablierten Unternehmen, sondern in Start-ups, welche Venture Capital benötigen, um innovative Produkte und Dienstleistungen zu finanzieren. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Aspekt ist das Arbeitsplatzwachstum. Während bei den DAX30-Unternehmen innerhalb der letzten zwei Jahre ein Beschäftigungsrückgang zu verzeichnen war, konnten die Arbeitsplätze bei Start-ups und Scale-ups ein erhebliches Wachstum verzeichnen.

Welche Möglichkeiten haben Privatanleger?

Die Entwicklung der Zugänglichkeit lässt sich grob in drei Generationen aufteilen. Bisher konnten sehr vermögende Anleger über traditionelle Dachfonds-Konstrukte den Zugang zu Venture-Capital-Fonds erhalten. Der Zugang war hier jedoch oft mit einem langwierigen Prozess verbunden. Aufgrund der Digitalisierung etablierten sich in den letzten Jahren digitale Plattform als Intermediäre, die Anleger bereits ab 200.000 Euro die Möglichkeit gaben, ein diversifiziertes Portfolio in dieser Assetklasse aufzubauen. Die Plattformen zeichnen sich vor allem durch einen digitalen Investitionsprozess aus. Im Zuge der Etablierung neuer Technologien wie der Tokenisierung und der Blockchain gelingt es nun inVenture, die Digitalisierung mit noch geringeren Eintrittshürden zu verbinden. Über sogenannte Tokens erfolgt die Demokratisierung der Anlageklasse, mit denen mittelbare Investitionen in Venture-Capital-Fonds abgebildet werden.

Die Tokens haben dabei zwei große Vorteile. Zum einen können Tokens als Wertpapiere klassifiziert werden. Dies führt dazu, dass mittelbare Investition bereits ab 1.000 Euro ermöglicht und die Eintrittsbarrieren damit signifikant reduziert werden. Zum anderen besitzen Tokens die Charaktereigenschaft der Handelbarkeit, sodass auch ein vorzeitiger Ausstieg in Aussicht gestellt wird. Die Tokens können vollständig digital erworben werden und geben Privatanlegern die Möglichkeit, Venture Capital ihrem Portfolio beizumischen und von dieser einzigartigen Anlageklasse zu profitieren. Wichtig bleibt aber auch zu sagen: Die Anlageklasse Venture Capital ist mit einem hohen Risiko verbunden, da es sich um Frühphaseninvestitionen handelt. Anleger sollten daher ihr Portfolio gut diversifizieren, wenn sie sich für eine Beimischung von Venture Capital für den langfristigen Vermögensaufbau entscheiden sollten.

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Lennard Fischer

Die inVenture Capital iVC GmbH ist ein Fintech mit Sitz in Berlin. Das 2021 gegründete Unternehmen ermöglicht Anlegern, mittelbar an den Erträgen aus Beteiligungen an institutionellen Zielfonds und den zugrunde liegenden Start-up-Portfolios zu partizipieren. Durch die Tokenisierung und die Ausgabe von digitalen Wertpapieren sind Investitionen über die inVenture-Plattform bereits ab 1.000 Euro möglich.

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