Moderne Infrastruktur entscheidend für nachhaltige Transformation

Ohne eine funktionierende, stabile Infrastruktur ist wirtschaftlicher Fortschritt kaum möglich. Wichtig dabei ist, die sozialen und ökologischen Komponenten nicht aus dem Blick zu verlieren, ob im Beteiligungsgeschäft oder bei Börseninvestments.

Infrastruktur umfasst bekanntlich eine breite Palette an physischen und organisatorischen Strukturen, Dienstleistungen und Einrichtungen, die für das Funktionieren einer Gesellschaft oder Wirtschaft unerlässlich sind. Dazu zählen Verkehrsnetze wie Straßen, Brücken und Flughäfen, Energieversorgungseinrichtungen wie Kraftwerke und Stromnetze, Wasser- und Abwassersysteme, Telekommunikationsnetze sowie soziale Infrastruktur wie Schulen, Krankenhäuser und öffentliche Einrichtungen.

Infrastrukturinvestitionen leisten wertvolle Diversifikation

Warum sind Infrastrukturinvestitionen also attraktiv? Infrastrukturinvestitionen bieten häufig stetige und vorhersehbare Cashflows, die besonders für langfristig orientierte Anleger attraktiv sind. Diese Eigenschaft macht sie zu einer stabilen Anlageoption in unsicheren Wirtschaftszeiten. Viele Infrastrukturprojekte bieten einen natürlichen Schutz gegen Inflation, da die Einnahmen oft an Preissteigerungen angepasst werden können. Dies macht sie zu einer attraktiven Anlage für den langfristigen Vermögenserhalt. Und da die Leistung von direkten Infrastrukturinvestitionen oft weniger stark mit traditionellen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen korreliert, bieten sie auch eine wertvolle Diversifikation für das Portfolio eines Anlegers.

Projekte können ökologische und soziale Standards vorantreiben

Auch aus Nachhaltigkeitssicht sind Infrastrukturinvestitionen interessant für langfristig orientierte Anleger. Investitionen in Infrastruktur tragen zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung bei, indem sie die Grundlagen für Wachstum und Fortschritt legen. „Dies kann für Anleger, die Wert auf sozial verantwortliche Investitionen legen, besonders attraktiv sein: Mit dem zunehmenden Fokus auf nachhaltige Entwicklung bieten sich für Anleger Chancen, in Projekte zu investieren, die ökologische und soziale Standards erfüllen oder sogar vorantreiben“, sagt Dr. Johannes Knorz, Geschäftsführer des ausschließlich auf Impact Investing konzentrierten Single Family Office 4L Vision GmbH aus Karlsruhe. Der Fokus des Unternehmens liegt im Beteiligungsmanagement, während sein Tochterunternehmen 4L Capital AG auf nachhaltige und werteorientierte Vermögensverwaltung spezialisiert ist.

Nachhaltige Infrastruktur wichtig für wirtschaftliches Wachstum und Entwicklung

Er sieht die Bedeutung nachhaltiger Infrastruktur vor allem im Rahmen der Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen. Nachhaltige Infrastruktur, die umweltfreundlich, ressourcenschonend und effizient ist, spielt laut dem Impact Investing-Experten eine entscheidende Rolle für wirtschaftliches Wachstum und Entwicklung. Dies steht im Einklang mit SDG 8 (menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum) und SDG 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur). Durch den Aufbau solcher Infrastrukturen werden Arbeitsplätze geschaffen, was wiederum die Wirtschaft ankurbelt und zur Armutsbekämpfung beiträgt (SDG 1).

Bekämpfung sozialer Ungleichheiten

Ebenso stellt Dr. Johannes Knorz einen engen Zusammenhang zwischen nachhaltiger Infrastruktur und Umweltschutz her: „Nachhaltige Infrastrukturprojekte, die Erneuerbare Energien nutzen und auf Energieeffizienz achten, unterstützen SDG 7 für bezahlbare und saubere Energie und SDG 13 als Maßnahmen zum Klimaschutz. Sie tragen dazu bei, die Treibhausgasemissionen zu senken und den Klimawandel zu bekämpfen.“ Auch die soziale Inklusion und Gerechtigkeit würden erhöht. Nachhaltige Infrastruktur habe grundsätzlich eine soziale Dimension, die im Einklang mit SDG 10 für weniger Ungleichheiten und SDG 11 für nachhaltige Städte und Gemeinden kämpfe. Durch den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie sauberem Wasser im Sinne von SDG 6, angemessenem und bezahlbarem Wohnraum und nachhaltigem Transportwesen würden die Lebensbedingungen verbessert und soziale Ungleichheiten verringert.

Aktienauswahl auf Basis der Sustainable Development Goals

Aus Nachhaltigkeitssicht begründet auch Marcus Björkstén, Portfoliomanager bei der finnischen Investmentboutique Fondita, die Allokation von Vermögen in börsennotierte Infrastrukturunternehmen. Der „Fondita Sustainable Europe“ (klassifiziert nach Artikel 9 der EU-Offenlegungsverordnung) orientiert sich fest an den Sustainable Development Goals 7, 11, 12 (nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion) und 13. „Das sind unsere Top-4-SDG bei der Ausrichtung der Fondsbestände auf Produkte oder Dienstleistungen. Der ‚Fondita Sustainable Europe’ ist ein aktiv verwalteter Aktienfonds, der in Aktien börsennotierter europäischer Unternehmen jeder Größe investiert, die durch ihre Aktivitäten eine nachhaltige Entwicklung fördern. Der Fonds investiert in Unternehmen, die durch ihre Produkte oder Dienstleistungen optimal positioniert sind, um eine Welt mit geringeren CO2-Emissionen und einer effizienteren Nutzung unserer begrenzten natürlichen Ressourcen zu erreichen“, erklärt Marcus Björkstén.

Small und Mid Cap-Unternehmen häufig interessant

Die Anlagephilosophie basiert auf einer Aktienauswahl mit langfristigem Anlagehorizont und lässt sich auch mit Small und Mid Cap-Unternehmen aus dem Infrastrukturbereich umsetzen. Diese stehen häufig für innovative Lösungen beispielsweise im Rahmen der nachhaltigen Transformation, die sie dann auch schnell und erfolgreich vorantrieben. Ein Beispiel dafür ist laut Marcus Björkstén OX2 aus Schweden. „OX2 entwickelt und vertreibt groß angelegte Lösungen für Erneuerbare Energien und ist heute einer der größten Entwickler von Onshore-Windenergie in Europa. Der Bedarf an Erneuerbaren Energien nimmt mit der Elektrifizierung der Gesellschaft stetig zu.“ Ein weiteres Beispiel ist Alfen aus den Niederlanden. Das Unternehmen arbeitet am Stromnetz der Zukunft und entwickelt in dem Rahmen Transformatoren, Energiespeichern und Ladestationen für Elektroautos als End-to-End-Energielösungen. 

Prof. Dr. Patrick Peters ist Professor für PR, Kommunikation und digitale Medien an der Allensbach Hochschule, Wirtschaftspublizist und Kommunikationsberater. Er befasst sich seit vielen Jahren mit der Finanzindustrie und berät vor allem Vermögensverwalter, Finanzdienstleister und Unternehmen, die sich dezidiert mit dem Thema der Nachhaltigkeit befassen.

Er ist Co-Herausgeber von EXXECNEWS INSTITUTIONAL.

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