Beiträge zu institutionellem Asset Management

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Thomas Wiedenmann in Anzug und Krawatte zu dem Thema ESG

ESG erobert die ETF-Welt

Viele Investoren arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, die ESG-Bilanz ihrer Portfolios zu verbessern. Im Fokus stehen dabei meist mehrere Motive

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Zwei Trends im Zusammenspiel: Alternative Investments und ESG-konformes Investieren

Alternative Investments und ESG-konforme Investitionen liegen im Trend. Und was im Trend liegt, wird stark angeboten und nachgefragt. Ein Beitrag von Dr. Sofia Harrschar, Country Head Luxembourg und Head of Alternative Investments & Structuring und Robert Bluhm, Sustainability Officer/Head of ESG-Office, Head of Product Management Alternative Investments & Structuring, bei Universal Investment. Laut Datenspezialist Preqin, werden etwa 42 Prozent beziehungsweise 4,7 Billionen US-Dollar der weltweit in Private Equity angelegten Gelder bereits heute in Fonds gemanagt, die auf nachhaltigen Kriterien arbeiten (Financial Times, 3.7.2022). Es ist demnach davon auszugehen, dass es ein zukunftsweisendes Zusammenspiel von Asset-Klasse und Bedarf an ESG-konformen Investments nachhaltig geben wird. Auch haben Investoren mehr und mehr konkrete Anforderungen, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht.Unsere Zahlen zeigen ebenfalls, dass Alternative Investments bei institutionellen Investoren weiter im Trend liegen. Ende 2020 bis Ende 2021 war das Volumen der in Deutschland und Luxemburg aufgelegten Vehikel auf der Plattform von Universal Investment von 53,6 auf 75,7 Milliarden Euro, das heißt um mehr als 40 Prozent gestiegen. Ende Juni 2022: ein Volumen von 86,3 Milliarden Euro (siehe Grafik).Verantwortliches Investieren – auf stetigem Wachstumskurs Besonders bei institutionellen Investoren wächst der Bedarf an ESG-konformen Investments. Die Gesamtsumme verantwortlicher Investments erreichte laut Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) 2021 in Deutschland eine neue Rekordmarke von 2,2 Billionen Euro. 64 Prozent der in nachhaltigen Publikumsfonds, Mandaten und Spezialfonds gehaltenen Gelder kamen von institutionellen Investoren. Den überwiegenden Teil machen Fonds und Mandate mit Aktien, Anleihen und Immobilien aus. Zu geringen Prozentsätzen wurde aber auch in nachhaltige Hedgefonds, Venture-Capital-Fonds/Direktbeteiligungen und Rohstoffe investiert. Die inzwischen öffentlich wahrgenommene Dringlichkeit der Klimawende und die regulatorischen Vorgaben treiben die Entwicklung für verantwortliches Investieren an.Institutionelle Investoren und Fondsinitiatoren sehen zunehmend das Potenzial, das die Berücksichtigung von ESG-Kriterien für die Wertschöpfung und die Risikominimierung bringt. Potenzielle Stranded Assets, also Vermögensgegenstände mit einem starken künftigen Wertverlust, können frühzeitig identifiziert werden. Darüber hinaus spielt eine gute ESG-Bilanz bei der Beschaffung von Eigen- und Fremdkapital eine zunehmend bedeutsame Rolle. Der Effekt: Nachhaltigkeit hat damit Einfluss auf die strategischen Handlungsmöglichkeiten eines Unternehmens und dessen Geschäftserfolg. Die Analyse des FNG bestätigt das, was wir auch sehen. Unter den neu aufgelegten Alternative-Investment-Fonds sind bereits heute mehr als zwei Drittel Artikel-8- oder Artikel-9-Fonds auf unserer Plattform etabliert.Investitionen in Waldflächen, Projekte erneuerbarer Energien wie Wind- oder Fotovoltaikanlagen, Speichertechnologien, öffentlicher Nah- und Fernverkehr sowie Carbon-Capture-Projekte sind dabei prominente Beispiele. Viele Alternatives werden mit dem Aspekt ESG-konformes Investieren verbunden. Denn sie bieten oft einen direkteren Zugriff auf ein Unternehmen oder ein Projekt im Bereich Erneuerbarer Energien. Aufgrund ihrer langen Laufzeiten eignen sie sich zudem, um die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen langfristig zu unterstützen. Herausforderungen – Verfügbare und solide Daten Die ESG-Datenlage ist im Alternatives-Bereich stellenweise noch intransparent, da Standards und historische Zahlenreihen fehlen. Das macht die Vergleichbarkeit recht komplex. Auch variiert das Verständnis für die regulatorischen Anforderungen im Hinblick auf ESG – etwa bei Private-Equity-Managern außerhalb der Europä-ischen Union. Verpflichtende Daten werden hier im benötigten und vorgegebenen Maß noch nicht umfassend evaluiert. Auch führen Zielunternehmen zum Teil noch keine dezidierten Nachhaltigkeitsanalysen durch oder sie werden nicht in Nachhaltigkeits- oder Unternehmensberichten veröffentlicht. Aber, es stellt sich eine Bewusstseinsveränderung ein. Denn Fonds-initiatoren, die ihre Fonds in der Europäischen Union platzieren möchten, müssen mit diesen regulatorischen Anforderungen umgehen – auch im Hinblick auf mögliche Kosten, die beim Vorhalten benötigter ESG-Daten anfallen können. Regulatorische Vorgaben – Der Inhalt macht die Form Die Offenlegungsverordnung (Sustainable Finance Disclosure Regulation/SFDR) und Taxonomieverordnung gelten auch für Alternative-Investment-Fonds. Sollen mit diesen Fonds ökologische oder soziale Merkmale gefördert oder nachhaltige Investitionen angestrebt werden, müssen gemäß den Vorgaben der SFDR und der Taxonomieverordnung grundsätzlich umfangreiche Informationen erhoben und offengelegt werden. Anfang Januar 2023 werden weitere Berichtspflichten nach Level 2 in Kraft treten. Fondsgesellschaften und andere Finanzmarktteilnehmer müssen ab diesem Zeitpunkt für ihre Finanzprodukte offenlegen, ob und wenn ja wie sie für Investitionsentscheidungen die negativen Auswirkungen auf bestimmte Nachhaltigkeitsfaktoren (im Sinne von Principal Adverse Impacts / PAIs) berücksichtigen. Werden PAIs nicht berücksichtigt, bedarf es einer ausführlichen Begründung. Für alle Artikel-8- und Artikel-9-Fonds müssen umfassende vorvertragliche und periodische Offenlegungs-Templates ausgefüllt werden. Diese regulatorischen Vorgaben haben das Ziel, Transparenz zu schaffen, und fordern ein integres Öffentlichkeitsverhalten. Im Visier stehen unter anderem entsprechende Marketingaktivitäten: Produkte, die zwar als nachhaltig beworben werden, es aber nicht sind, werden durch Aufsichtsbehörden und am Markt (zu Recht) für sogenanntes Greenwashing diskreditiert werden. Viele institutionelle Investoren und Fondsinitiatoren erkennen, dass es nicht nur um die Einhaltung regulatorischer Anforderungen und die Vermeidung eventueller Reputationsrisiken geht. Sie sehen das Potenzial, das die Berücksichtigung von ESG-Kriterien mit sich bringt. Zwei Trends im Zusammenspiel – Gut, wer komplex kann Beide Trends sprechen dafür, dass sich ESG-konformes Investieren in Alternative Investments fortsetzen wird. Was sowohl institutionelle Investoren als auch Fondsinitiatoren bereits wissen: Alternatives sind aufgrund des Aufbaus und der Administration eine komplexe Asset-Klasse. ESG-Anforderungen auf allen Ebenen zu erfüllen, erhöht diese Komplexität. Und zwar im gesamten Produktlebenszyklus: Risikomanagement, rechtliche Dokumentation , Kunden-Service-Management, Fondsbuchhaltung, Portfolio Management, Reporting, Compliance/KYC-Prozess.Weil Alternative Investments zunehmend funktionaler Teil eines Gesamtportfolios werden, können gerade Fonds-Service-Plattformen mit eigenem ESG-Office über die Strukturierung, Administration bis hin zum (ESG-)Reporting alles aus einer Hand anbieten. Ein One-Stop-Shop mit fundiertem, langjährigem Know-how, der Komplexität lösen kann

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Scope: Nachhaltigkeitsfonds als Renditetreiber

Scope Analysis, das führende europäische Unternehmen zur Bewertung von Fonds und Asset Managern, hat aus den in Deutschland zugelassenen rund 12.000 Investmentfonds die Performance der nachhaltigen Aktienfonds genauer unter die Lupe genommen. Ergebnis: Langfristig schneiden diese besser ab als die übrigen. „Die Zahl der nachhaltigen Investmentfonds wächst. Von den rund 12.000 Produkten, die in Deutschland per Ende Februar 2022 zum Vertrieb zugelassen sind, waren 3.572 als Artikel-8-Fonds und weitere 541 als Artikel-9-Fonds klassifiziert. Damit sind 33 Prozent der in Deutschland zugänglichen Investmentfonds nachhaltig ausgerichtet im Sinne der EU-Offenlegungsverordnung. Im Vergleich zum Stichtag 30. Juni 2021 hat sich die Zahl der nachhaltigen Portfolios um 1.392 erhöht“, schreibt Andre Härtel, Analyst bei Scope und einer der Autoren in der Analyse.Die „Artikel-8-Fonds“, auch „hellgrüne Fonds“ genannt, sind nach der EU-Offenlegungsverordnung solche Finanzprodukte, die im besonderen Maße die ESG-Nachhaltigkeitskriterien Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung berücksichtigen. Die „dunkelgrünen Artikel-9-Fonds“ dagegen „verstehen sich als Impact-Fonds, die ein konkretes Nachhaltigkeitsziel verfolgen – beispielsweise die Reduktion von CO2-Emissionen oder die Förderung zukunftsfähiger Investitionen“, sagt Härtel. In seiner Untersuchung legte Härtel besonderes Augenmerk auf diese dunkelgrünen Artikel-9-Fonds. Untersucht wurden die zwei wichtigsten Aktienfonds-Gruppen, solche die global oder in europäische Aktien investieren. Per Ende Februar 2022 befanden sich unter den 486 in europäische Aktien investierenden Fonds 53 Artikel-9-Fonds mit einem Vermögen von 19,9 Milliarden Euro und unter den 998 weltweit investierenden Aktienfonds 116 Artikel-9-Fonds mit einem Vermögen von 68,9 Milliarden Euro. „Auf längere Sicht“, so Härtel, also über drei und fünf Jahre „schneiden Artikel-9-Fonds besser ab als die restlichen Fonds der beiden Vergleichsgruppen. Besonders deutlich ist der Vorsprung der Impact-Portfolios bei europäischen Aktien in den vergangenen drei Jahren. Sie legten um 9,75 Prozent per annum zu, während Fonds, die nicht Artikel 9 unterfallen, nur auf 8,26 Prozent kamen. Auch in der Kategorie ‚Aktien Welt‘ gewannen Artikel-9-Portfolios auf Dreijahressicht einen Prozentpunkt per annum mehr hinzu als die übrigen Produkte. Im Fünfjahreszeitraum fällt der Vorsprung etwas geringer aus.“ Auf kürzere Sicht, bei der Ein-Jahres-Performance, schneiden die Impact-Fonds dagegen schlechter ab als die übrigen. Sind also die dunkelgrünen Impact-Fonds renditeträchtiger als die „traditionell“ anlegenden Aktienfonds? Härtel gibt sich zurückhaltend und verweist auf die noch verhältnismäßig geringe Anzahl von Artikel-9-Fonds. Dadurch könnten schon einzelne Performance-Ausreißer erhebliche Auswirkung auf das Gesamtergebnis dieser Gruppe haben. Einen entscheidenden Einfluss auf die Performance habe, so Härtel, die sektorale Allokation. So haben in den vergangenen zwölf Monaten traditionell anlegende Aktienfonds von den steigenden Preisen im Energiesektor profitiert, wohingegen Impact-Fonds die als wenig nachhaltig geltenden Öl- und Gasunternehmen eher meiden. „Der langfristigen Entwicklung von Impact- Fonds geholfen hat das Übergewicht der Sektoren Gesundheit, Technologie und Industrie. Mit einer Performance von fast 23 Prozent per annum auf Fünfjahressicht war vor allem die Technologiebranche das Zugpferd für die überdurchschnittliche Leistung dieser Fondsgruppe“, sagt Härtel. Auch hätten die unterschiedlichen Anlagestrategien hinsichtlich der jeweiligen Marktkapitalisierung der Unternehmen Auswirkung auf die Performance: Artikel-9-Fonds investierten stärker in Nebenwerte als die übrigen Produkte. Letztlich sind auch Unterschiede bei den verfolgten Investmentstilen zu erkennen: „Unter Artikel-9-Fonds ist eine Growth-Strategie weitaus stärker verbreitet als unter den übrigen Produkten“, meint Härtel: Weltweit anlegende Impact-Fonds hätten fast 40 Prozent ihres Vermögens in Wachstumstitel investiert, während dieser Anteil bei den sonstigen Portfolios nur bei 34 Prozent läge. „Auf der Value-Seite ist die Situation umgekehrt. Produkte, die Artikel 9 unter-fallen, halten deutlich weniger Substanztitel als die anderen Fonds: Im Mittel stecken nur 15 Prozent ihres Vermögens in Value-Aktien“, sagt Härtel. „Ein Beweis, dass Impact-Fonds prinzipiell Performance-Vorteile haben, lässt sich aufgrund der erhobenen Daten nicht führen. Dazu sind die Anzahl der nachhaltigen Fonds und der Betrachtungszeitraum noch zu klein“, zieht Härtel das Fazit: Es zeige sich aber, dass Artikel-9-Fonds langfristig in der Lage sind, die Konkurrenz zu übertreffen.

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„Das Un-Wort der Messe war abwarten“

Die EXPO REAL ist das Klassentreffen der deutschen Immobilien-branche. Für EXXECNEWS INSTITUTIONAL war Herausgeber Hans Jürgen Dannheisig vor Ort. Er fragte Entscheidungsträger von Allianz Real Estate, BPD Immobilienentwicklung, Catella, Commerz Real, der DWS, der GLS Bank und Universal Investment nach ihren Eindrücken. Wie haben Sie die Stimmung auf der EXPO REAL empfunden – was haben Sie erwartet und was hat Sie überrascht? Klaus Franken, Managing Partner Catella Project Management GmbH: Das erste „Klassentreffen“ nach der Pandemie erfolgte bei überraschend guter Stimmung. Die Rahmenbedingungen hätten mehr Wehklagen erwarten lassen. Und tatsächlich wurden bei Gesprächen abseits des Messetrubels die Verwerfungen deutlich. Für manche Marktteilnehmer wird es ein harter Winter.Zwischen Gesundbetern und der typisch deutschen Panikmache war alles zu finden. Wobei die meisten bemüht waren, die eigene Stärke und Stabilität herauszustellen, die bei genauer Betrachtung allerdings nicht überall wirklich gegeben ist. Das Un-Wort der Messe war „abwarten“ – wobei doch gerade jetzt sich Chancen auftun und wir deshalb unsere Investments ausweiten. Warum so verzagt? Natürlich wird es Verlierer geben, aber das gehört zum Markt, der auf der anderen Seite jene belohnt, die nachhaltig wirtschaften.Alexander Heinzmann, Geschäftsführer (Sprecher), BPD Immobilienentwicklung GmbH: Nach den Einschränkungen der Corona-Pandemie hat die Expo Real bewiesen, wie wichtig der persönliche Austausch für unsere Branche ist. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um neue Perspektiven für die Stadtentwicklung zu diskutieren und Ergebnisse unserer Studie über neue Wohngebiete als Chance für gesündere Wohn- und Lebensräume vorzustellen – ein wichtiger Aspekt, der stärker Berücksichtigung finden sollte. Annette Kröger, CEO Europe, Allianz Real Estate: The experience was good with fruitful exchanges among partners and industry peers who are all taking a very realistic view on the current market environment. I expected a busy week and it did not disappoint, even if it was a little calmer than 2019. But that also meant slightly longer discussions around 2022’s pressing topics: inflation, interest rates, energy crisis etc. which have all been an important part of this year’s conversations. As were the topics of great relevance such as the pathway to net-zero and how we can all influence and contribute to the improvement of those aspects on a broader basis. Barkha Mehmedagic, Head of Institutional Sales and Treasury bei der Commerz Real: Die Stimmung war von den aktuellen Herausforderungen geprägt: Inflation, Energiemangel, Lieferengpässe, Klimakrise, Corona und Krieg in der Ukraine. Es war keine unbeschwerte Expo. Dennoch eine wichtige Plattform, sich auszutauschen und Geschäftspartnern und Kunden mit der bewährten Gelassenheit und Beständigkeit gegenüberzutreten. André Meyer, Leiter Kompetenzcenter nachhaltige Immobilien der GLS Bank: Insgesamt habe ich einen positiven Eindruck. Das liegt sicher daran, dass langfristige Projekte 2022 trotz der gegebenen Rahmenbedingungen erfolgreich umgesetzt werden konnten. Mein Blick auf die Zukunft ist jedoch vorsichtig bis skeptisch. Das liegt vor allem daran, dass die aktuelle Lage mit viel Unsicherheiten besetzt ist: Die Baukosten sind weiterhin hoch, es gibt Materialknappheit und auch Fachpersonal wird zunehmend rar. Die steigenden Zinsen und die vermutlich anhaltende Inflation von knapp zehn Prozent führen dazu, dass alle neu kalkulieren müssen. Gleichzeitig kann es aber auch eine Chance sein, gerade in diesem Moment nachhaltige Lösungen – mit Blick auf die Umwelt und das Geschäftliche – zu finden. Clemens Schäfer, Head of Real Estate APAC & EMEA, bei der DWS: Besser als erwartet. Die Herausforderungen, denen die Immobilienwirtschaft – wie ja auch die Volkswirtschaft insgesamt – aktuell ausgesetzt ist, belasten zwar die Erwartungen, werden von vielen Marktteilnehmern aber auch als Chance gesehen. Axel Vespermann, Head of Real Estate und Geschäftsführer von Universal Investment: Die Messe war in gewisser Hinsicht wichtiger denn je für unsere Branche. Die Herausforderungen sind zweifellos zahlreicher geworden, da sucht jeder umso mehr nach Impulsen und Orientierung bei Geschäftspartnern wie Wettbewerbern. Die Stimmung hat mich dabei dieses Jahr positiv überrascht. Man spürt die Freude, das ein weitgehend normaler zwischenmenschlicher Austausch nach den vergangenen Ausnahmejahren wieder möglich ist. Impact/ESG /Nachhaltigkeit sind wichtige Themen des Jahres. Welchen Impact hat jetzt diese Messe für die Weiterentwicklung der Immobilienbranche im Thema Nachhaltigkeit gehabt? Klaus Franken: Die Messe hat unterstrichen, dass ESG eine Grundvoraussetzung geworden ist. Wenn überhaupt Transaktionen für nennenswerte Investments über den Tisch gehen, dann sind es lupenreine ESG-Produkte. Wer jetzt erst das Thema ESG entdeckt, ist zu spät dran. Leider wird zu viel über EU-Taxonomie & Co gesprochen – als ob man ein Opfer der Regulierung wäre. Zu wenig wird herausgestellt, wie gut sich Nachhaltigkeit rechnet. Dabei sieht man jetzt offensichtlich, wie Nebenkostenexplosionen das Mietpotenzial und Immobilienwerte vernichtet. Wir realisieren die beiden größten Klimaschutzsiedlungen in NRW allein, weil es sich rechnet. Wo kein Gas und Öl eingesetzt wird, erhöhen geringe Nebenkosten das Miet- und Wertpotenzial. Alexander Heinzmann: Das Thema Nachhaltigkeit ist nicht mehr wegzudenken, die Bedeutung wird weiter zunehmen. Wir nehmen das Thema ernst und sehen uns hier in der Verantwortung einen Beitrag zu leisten. Dabei sollte über den ökologischen Aspekt hinaus über Zukunftsfähigkeit von Wohnquartieren nachgedacht werden – auch das ist für uns Nachhaltigkeit. Annette Kröger: ESG is one of our top priorities, so we constantly seek to exchange best practices with our partners and industry peers on the topic and influence the transition where we can. In that sense Expo Real offers a great opportunity to ask questions of other members of the real estate community. Barkha Mehmedagic: Die Klimakrise verlangt von uns allen entschlossenes und schnelles Handeln. Das Thema war auf der Messe vielerorts präsent und es ist spürbar, dass viele Marktteilnehmer motiviert sind, ihre Anstrengungen weiter zu intensivieren. André Meyer: Ich stimme Ihnen zu, dass Nachhaltigkeit ein zentrales Thema der Expo Real 2022 war. Bei fast jedem Gespräch ging es darum, wie ESG und Nachhaltigkeit nun richtig umgesetzt werden können. Auch in den Vorträgen war es immer wieder Thema. Das freut mich natürlich ungemein. Gleichzeitig wurde deutlich: Die Zeichen stehen erst jetzt auf „Go green“. Dabei müsste es das neue „Normal“ sein. Es fehlt der Branche noch zum Teil an Lösungsansätzen und Umsetzungswille. Clemens Schäfer: ESG und Impact-Investments waren neben Zinsentwicklung und der Wirtschaftslage zentral in den Gesprächen auf der Messe. Der Green Deal greift. Das Thema ist bei Projektentwicklern, Investmentmanagern und jetzt

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Unser Messefazit: „Ohne ESG kein Prime“

Die Universal Investment Gruppe ist mit einem administrierten Vermögen von rund 740 Milliarden Euro eine der führenden europäischen Fonds-Service-Plattformen und Super ManCos. Seit Einführung der Immobilienplattform im Jahr 2011 stiegen die Immobilien-Assets under Administration auf über 31 Milliarden Euro. Auf der EXPO REAL sprach unser Herausgeber Hans-Jürgen Dannheisig mit Kathrin Jung, Head of Real Estate Portfolio Management Key Accounts bei Universal Investment über die diesjährige Messe, den eigenen Messeauftritt und die Unternehmensziele im Immobiliensegment. ENI: Wir erleben eine sehr lebendige Messe, die an die Dynamik von 2019 anschließt. Was ist die Motivation Universal Investments auf dieser Messe präsent zu sein? Kathrin Jung: Kurz gesagt wollen wir vor allem zuhören, aber auch ein bisschen mitreden. Fangen wir beim Zuhören an: Wir sind hier auf der Messe, um Trends aufzuspüren und die Stimmung aufzufangen. Die Portfolien unserer Kunden werden immer internationaler; da ist die Expo Real als eine der weltweiten Leitmessen besonders gut geeignet, um auch über den nationalen Tellerrand zu schauen. An dieser Stelle muss ich übrigens direkt bei Ihnen einhaken: Ja, wir erleben eine sehr lebendige Messe, aber die Stimmung ist schon weniger ausgelassen als noch 2019. Und wir nutzen die Messe natürlich auch für den Austausch mit unseren Kunden – oder solchen, die es noch werden wollen. Bei all dem ist die Kommunikation natürlich nicht einseitig: Als eine der größten Fondsplattformen für institutionelle Investoren und Fondsinitiatoren in Deutschland können wir sicherlich auch aktiv die einen oder anderen Gedanken und Beobachtungen zu diesem Austausch beisteuern. Kurzum: die Expo ist ein Muss für uns. ENI: Welche Trends bestätigen sich auf der Messe und welche Entwicklungen haben Sie neu festgestellt? Jung: Ganz klar bestätigt sehen wir den Trend immer feinerer Ausdifferenzierungen der einzelnen Nutzungsarten. Viele frühere Nischenthemen haben sich inzwischen zu veritablen eigenen Immobilien-Assetklassen gemausert, andere Nutzungsarten sind neu hinzugekommen. Zum Beispiel gibt es in der Grauzone zwischen klassischer Logistik und Cold Storage immer feinere Abstufungen, praktisch mit jeder neuen Geschäftsidee. Auch viele Investoren setzen auf immer spezifischere Anlagestrategien, die zum Teil höhere Renditepotenziale haben. Was hingegen relativ neu ist, sind die unscharfen Rahmenbedingungen aus hoher Inflation, steigenden Zinsen, Energiekrise, Ukrainekrieg und trüberen Konjunkturaussichten. Zudem sind diese Einflüsse auf die weltweiten Immobilienmärkte nicht mehr so homogen, wie es in der Vergangenheit vielleicht der Fall war. Mit dieser neuen Heterogenität müssen Anleger ebenfalls umzugehen wissen.All das hat die Immobilienbranche lange nicht mehr erlebt, sie kommt ja gerade aus einer mehr als zehn Jahre währenden Dauerhausse. Deshalb fällt auch immer häufiger das Stichwort Resilienz. Eine regionale und sektorale Diversifizierung ist in unseren Augen vor diesem Hintergrund alternativlos. Womit wir wieder bei den Themen Ausdifferenzierung und Internationalisierung wären. ENI: Sie haben bei Universal Investment neu die Funktion als Head of Real Estate Portfolio Management und verantworten das Geschäft mit großen institutionellen Kunden. Investoren sind hier auf den Podien reichlich vertreten und reden über ihre aktuellen Herausforderungen. Welche sind das nach Ihrer Wahrnehmung besonders? Jung: Die Kapitalallokation für institutionelle Investoren ist noch einmal komplexer geworden. Nach zehn Jahren Zinsflaute an den Anleihemärkten haben sie ihre Allokationen schrittweise umgeschichtet und diversifiziert. Jetzt ist die Zinsentwicklung nicht mehr so einfach kalkulierbar; Investoren suchen nach Assets, die möglichst guten Schutz vor Inflation und Zinsänderungsrisiken bieten. Das ist mit Immobilien durchaus darstellbar, aber die entsprechenden Strukturen und Vehikel müssen auch verfügbar sein. ENI: Ein Kernthema der EXPO REAL ist Nachhaltigkeit. Viele Statements deuten auf eine immer weitere Professionalisierung im Umgang mit systematisch nachhaltigen Immobilieninvestments hin. Wie kann Universal Investment als größte Investmentplattform die Anstrengungen der Investoren hierbei unterstützen? Jung: ESG wird für erfolgreiche Immobilieninvestments immer mehr zur notwendigen Bedingung, ohne ESG kein Prime. Als Fonds administrierende KVG liegt unser Beitrag darin, regulatorische Vorgaben zum Beispiel an das Reporting umzusetzen. Ein Schlüsselthema ist zudem die Messung, Bereitstellung und Aufbereitung relevanter Daten. Ohne transparente und vergleichbare Daten kann sich jeder Investor, der seine Nachhaltigkeitsstrategie hervorhebt, aber nicht überzeugend nachweisen kann, schnell dem Greenwashing-Verdacht ausgesetzt sehen. Nachhaltigkeit kann auch Teil der Ausdifferenzierung der Assetklassen sein, denken wir zum Beispiel an das weite Feld der Sozialimmobilien. ENI: Dies ist eine internationale Veranstaltung. Als Besucher habe ich den Eindruck, dass die Geschwindigkeit der Transformation der Immobilienwirtschaft mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten abläuft. Was ist der Grund, dass in Deutschland die Veränderung – auch bei sehr großen Investoren – ein anderes Tempo hat als zum Beispiel in den USA? Jung: Ich beobachte eigentlich nicht pauschal, dass die Transformation der Immobilienwirtschaft in den USA wesentlich schneller vorangeht als in Deutschland. Aber um die Frage nach den unterschiedlichen Geschwindigkeiten in unterschiedlichen Ländern zu beantworten: Erstens unterscheiden sich die regulatorischen Rahmenbedingungen von Land zu Land. Zweitens unterscheidet sich die Bedeutung von Immobilien in den Portfolios der Investoren – und damit auch die Vehemenz, mit der Transformation umgesetzt wird. Drittens sind die Kapazitäten in einigen Ländern eher begrenzt. Klar ist aber, dass die Professionalisierung der Branche in Deutschland zügig voranschreitet. Die großen deutschen Investoren und Fondsgesellschaften spielen zweifellos auf internationalem Niveau. ENI: Universal Investment sieht sich als großer Enabler für Marktteilnehmer aus sehr unterschiedlichen Ländern – sowohl für Asset Management Dienstleister als auch für Investoren. Was bedeutet es für die weitere Entwicklung, diesen unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden? Jung: Als offene Administrationsplattform bieten wir ein Höchstmaß an Flexibilität – weitgehend unabhängig von der nationalen Jurisdiktion der Anlagevehikel. Wir wachsen personell stark und wollen jedes Tempo mitgehen können. Wir schaffen Transparenz durch detaillierte Marktkenntnis. Und wir stellen einen Marktzugang für internationale Assetmanager nach Deutschland und Europa ebenso her wie wir umgekehrt deutsche und europäische Investoren auf ihrem Weg zur weiteren Internationalisierung ihrer Portfolios begleiten. Das sind unsere Entwicklungsziele, bei denen wir gute Fortschritte machen. ENI: Universal Investment ist auf Wachstumskurs. Was sind die wesentlichen Treiber und die größten Herausforderungen für das Geschäftsfeld Immobilieninvestments in Ihrem Haus? Jung: Da ist zum einen unser Branchenumfeld: Erst das Zinsumfeld, jetzt die Inflation treiben institutionelle Investoren in die Assetklasse Immobilie. Gleichzeitig steigt die Komplexität stetig durch strengere Regulierung, ESG-Anforderungen, diversifiziertere Märkte und Strategien. Das erfordert viel Spezialwissen und Expertise. Als große Plattform bieten sich uns hierbei Skaleneffekte, die wir an unsere Kunden weitergeben. Und da ist

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Soziale Verantwortung übernehmen statt Regulierung abwarten

Die Immobilienbranche bekommt gerade eine zweite große Chance, zu beweisen, dass sie Verantwortung übernehmen will und dabei entschlossen und selbsttätig handeln kann. Es geht um den „Social Impact“, also das „S“ in ESG. Und es geht darum, dass unsere Branche, das Immobilien-Asset-Management, nicht immer erst auf den Druck von Regulierungs- oder Investorenseite warten sollte, bevor sie sich widerwillig den Anforderungen stellt. Wir können schon jetzt die Ärmel hochkrempeln und loslegen – und das sollten wir auch tun. Ein Beitrag von Isabella Chacón Troidl. Abwarten und jammern, wenn es so weit ist: Das haben wir oft genug schon beim „E“ in ESG beobachtet. Keine Frage, die inzwischen vorhandenen regulatorischen Vorgaben sowie die steigenden Ansprüche vieler Investoren zu erfüllen, ist mit Aufwand verbunden. Und wie man ökologische Nachhaltigkeit bei Immobilieninvestments quantitativ messbar und für alle vergleichbar macht, ist keineswegs trivial. Trotzdem haben viele Branchenvertreter – davon gibt es lobenswerte Ausnahmen – erst begonnen, sich ernsthaft dieses Themas anzunehmen, als Gesetzgeber und letztlich auch Kunden, also Investoren und Mieter, keine Wahl mehr ließen. Wieder lautet allzu oft „Abwarten“ die Devise Beim „S“ stehen wir jetzt dort, wo wir vor ein paar Jahren mit dem „E“ standen. Die Europäische Kommission arbeitet gerade an der „Sozialen Taxonomie“ als Ergänzung zur bereits geltenden Taxonomieverordnung, die vorwiegend Umwelt- und Klimaaspekte berücksichtigt. Und wieder hört man Branchenstimmen, die erstmal die Taxonomie oder andere Regeln abwarten wollen, bevor sie tätig werden. Dahinter verbirgt sich eine Abhakmentalität, die sich an Vorschriften klammert und sich vor sozialer Verantwortung wegduckt. Freilich muss auch der Social Impact transparent, messbar und vergleichbar gemacht werden – keine leichte Aufgabe. Hierzu tut sich etwas in der Branche, vor allem durch die Initiative „Social Impact Investing“ des Instituts für Corporate Governance in der deutschen Immobilienwirtschaft (ICG), die bereits in die zweite Runde gegangen ist. In der Initiative haben sich Marktteilnehmer zusammengefunden, um einen gemeinsamen Standard zu entwickeln und zu definieren. Das ist unverzichtbar, um Social Impact messbar zu machen. BNP Paribas REIM ist wie bereits in der ersten Phase auch in der zweiten Phase dieser wichtigen Initiative dabei. Die Fuggerei – Social Impact vor mehr als 500 Jahren Ein herausragendes Beispiel für das Übernehmen sozialer Verantwortung durch ein Immobilienprojekt feierte im vergangenen Jahr den 500. Jahrestag seiner Stiftung: die Fuggerei in Augsburg. Damals gab es weder eine soziale Taxonomie noch eine ICG-Initiative, auf die Jakob Fugger gewartet hätte. Ihn trieb die intrinsische und wohl auch religiöse Motivation, mit seinem unermesslichen Vermögen etwas für die Menschen in seiner Heimatstadt zu tun. Zwar verfolgte Fugger mit dem sozialen Wohnprojekt keine finanziellen Ziele, sondern ausschließlich eine soziale oder religiöse „Rendite“. Doch das ist keine Ausrede für heutiges Nichtstun. Im Gegenteil: Wer sich nicht rechtzeitig um das „S“ in seinen Assets und Investmentstrategien kümmert, wird früher oder später die Folgen zu spüren bekommen. „Stranded Assets“ ist wohl zu viel gesagt, denn Immobilien lassen sich fast immer wieder irgendwie vermarkten, aber womöglich nur mit empfindlichen Wertverlusten oder um den Preis kostspieliger Anpassungen. So liegt es auch im eigenen Interesse unserer Branche, als Pioniere voranzuschreiten, soziale Verantwortung zu übernehmen und nachhaltige Renditen für unsere Investoren zu erwirtschaften – in sozialer wie in kaufmännischer Hinsicht.

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„Wir werden in Deutschland nicht unbegrenzt weiterwachsen können“

Mit 60 Milliarden Euro Assets und rund 300 Fonds under Administration ist die Hamburger INTREAL die führende Immobilien-Service-KVG in Deutschland. Kürzlich stieg das Unternehmen über seine Tochtergesellschaft in Luxemburg auch in das Geschäftsfeld Real Estate Private Debt ein. Auf der EXPO REAL sprach unser Herausgeber Hans-Jürgen Dannheisig mit Michael Schneider, Geschäftsführer der INTREAL, über die diesjährige Messe, den eigenen Messeauftritt und die Ziele des Unternehmens. ENI: Was verspricht sich die Intreal als überwiegend nationaler Marktteilnehmer von der Teilnahme an dieser doch sehr internationalen Messe? Michael Schneider: Ein Großteil unseres Geschäfts findet bislang in Deutschland statt. Die Expo Real bietet die Möglichkeit, nahezu alle unsere Geschäftspartner – sowohl im Geschäftsbereich Partnerfonds als auch im Bereich KVG-Services – innerhalb eines kurzen Zeitraumes zu treffen. Wir organisieren sogar eine eigene Kundenveranstaltung in München. Wir sehen unseren Stand als Plattform für die Begegnung unserer Fondspartner mit Investoren und Immobilienkäufern wie -verkäufern. Wir haben die Messe auch genutzt, um uns thematisch als führende Service-KVG zu positionieren. Beispielsweise haben wir ein sehr gut besuchtes Panel zum Thema ESG und Immobilienfonds veranstaltet. Auch konnten wir auf der Expo Real unsere neuen Beratungsleistungen der Intreal Solution präsentieren. Neben dem Deutschlandgeschäft bauen wir aber derzeit das internationale Geschäft über unsere Tochtergesellschaft Intreal Luxembourg stark aus. Insofern sind auch die Gespräche mit den internationalen Asset Managern und Fondsanbietern, die nach München kommen, für uns sehr interessant. ENI: Welche Themen beherrschen die EXPO REAL? Was hat Sie überrascht? Schneider: Das große Thema war die Zeitenwende, die die Immobilienbranche gerade erlebt. Seit der Finanzkrise – also seit über einem Jahrzehnt – sind die Preise kontinuierlich gestiegen. Die Branche erlebte einen unglaublich langen Boom. Die stark gestiegenen Zinsen, die hohen Baukosten und die Probleme beim Neubau leiten eine neue Phase im Immobilienzyklus ein. Diese Veränderung der Großwetterlage zog sich wie ein roter Faden durch alle Gespräche.Überrascht hat mich das in den Boomjahren gewachsene Selbstvertrauen der Brache, die sich überzeugt zeigte, auch Lösungen für die anstehenden Themen und Fragen liefern zu können. ENI: Was sind die Besonderheiten der Intreal, mit denen Sie sich auch hier dem Publikum als wichtiger Dienstleister präsentieren? Wodurch grenzen Sie sich vom Wettbewerb ab? Schneider: Wir sind mit rund 60 Milliarden Euro Assets und rund 300 Fonds „under Administration“ die führende Service-KVG im Immobilienbereich und haben zu dem breiten Angebot an verschiedenen Fonds und Nutzungsarten in den letzten Jahren erheblich beigetragen. Wir konzentrieren uns auf das Real-Estate-Segment und haben den Anspruch, in diesem Segment auch der Beste zu sein. Mit über 450 qualifizierten Mitarbeitern haben wir seit unserer Gründung 2009 eine umfassende Immobilienfondsexpertise in allen wichtigen Bereichen wie etwa Risikomanagement, Recht, Transaktionen, Regulierung, Reporting, ESG und IT aufgebaut.Außerdem fokussieren wir uns ausschließlich auf die Zusammenarbeit mit externen Immobilien-Asset-Managern. Wir sind deshalb unabhängig und können frei von Interessenkonflikten agieren. ENI: Was sind die Zielsetzungen der Gesellschafter für die Weiterentwicklung der Gesellschaft? Schneider: Unsere Gesellschafter sind die HIH-Gruppe und die Joachim-Herz-Stiftung. Beide Parteien verfolgen langfristige Interessen mit ihrem Engagement bei der Intreal. Dies verschafft uns die notwendige Stabilität. Beiden Gesellschaftern ist ein stabiles und nachhaltiges Wachstum wichtig. Dazu zählt die Internationalisierung unseres Geschäfts – Stichwort Luxemburg. Wir wollen uns aber auch inhaltlich und fachlich weiterentwickeln. Dazu zählt beispielsweise der Aufbau von Kompetenzen im Bereich ESG.Parallel dazu entwickeln wir auch neue Leistungen. Wir haben festgestellt, dass viele Kunden dringend eine fachliche, praxisorientierte Beratung in vielen Fragen rund um Immobilienfonds brauchen. Dazu zählen IT, ESG oder Risikomanagement. Eine Beratung mit der Praxisnähe und fachlichen Tiefe, wie wir das können, gibt es am Markt nicht. Also haben wir beschlossen, diese Consulting-Leistung über unsere Tochtergesellschaft Intreal Solutions am Markt anzubieten. Der Erfolg gibt uns recht: Wir haben in kurzer Zeit bereits zehn Beratungsmandate akquirieren können und befinden uns in Gesprächen für ein weiteres Dutzend Mandate. ENI: Sie erscheinen wie ein mittelständisches Unternehmen. Welches sind die größten Herausforderungen für die qualitative Weiterentwicklung? Schneider: Wie viele Mittelständler haben auch wir mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen. Wir brauchen für unsere komplexen Aufgaben Spezialisten, die immer schwerer zu bekommen sind. Wir sind schon seit einigen Jahren dazu übergegangen, Fach- und Führungskräfte intern auszubilden. Das Personalthema ist übrigens auch ein Grund, in München zu sein. So sind wir auf dem Career Day mit unseren HR-Kolleginnen und Kollegen vertreten.Daneben ist der Bereich Digitalisierung wichtig für uns. Wir wollen die Digitalisierung und die IT-technische Weiterentwicklung der Brache aktiv begleiten. Die allein aus der Regulatorik resultierende Datenmenge – sowohl für KVGen wie für Investoren – ist enorm. Das Thema ESG verstärkt diesen Trend noch. Insgesamt ist noch sehr viel zu tun. ENI: Welche Bedeutung hat ihre Präsenz in Luxemburg für die Weiterentwicklung des Unternehmens? Schneider: Der Standort Luxemburg ist für uns strategisch sehr wichtig. Luxemburg ist der größte Fonds-standort Europas und der zweitgrößte weltweit.Wir werden in Deutschland nicht unbegrenzt weiterwachsen können, da der Markt eine natürliche Grenze hat. Der internationale Markt ist viel größer. Es gibt unzählige Asset Manager aus den USA, aus Asien oder dem arabischen Raum, die via Luxemburg in Europa investieren wollen. Gleichzeitig wird sehr viel deutsches Geld via Luxemburg global investiert. Hier gibt es große Wachstumspotenziale für uns. Wir haben vor rund einem Jahr die Luxemburger Geschäftsführung neu aufgestellt und bauen den Standort auch personell zügig aus. ENI: Was ist das wichtigste Ziel, das sie sich für Ihr Unternehmen in den nächsten Monaten vorgenommen haben? Schneider: Ich möchte hier zwei Ziele nennen: Erstens wollen wir das Beratungsgeschäft der Intreal Solutions umfassend am Markt etablieren. Zweitens wollen wir unser Geschäft in Luxemburg auch thematisch ausweiten. Wir haben kürzlich die Lizenz für Real Estate Private Debt (Kreditfonds) erhalten. Wir bereiten zudem die Lizenzen für Dachfonds und Infrastruktur in Luxemburg vor. Als Mittelständler wollen wir unser Geschäftsmodell, wie ein der letzten Dekade, weiterentwickeln. Wir sind bestrebt, uns immer schnell und soweit möglich den Kunden- und Marktanforderungen anpassen – mit Weitblick und konkreten Zielen auch über die nächsten Monate hinaus.

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