„Die Assetklasse Pflegeimmobilien bleibt weiterhin sehr attraktiv“

Am 04. März 2023 berichtete die FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung: Convivo, eine inhabergeführte Gruppe aus Bremen mit mehr als 100 Pflegeeinrichtungen in Deutschland und rund 5.000 Mittarbeitern, habe Insolvenz angemeldet. Kurz vorher habe die Curata-Gruppe, ebenfalls ein privater Träger mit mehr als 40 Einrichtungen und mehr als 3.000 Mitarbeitern in Deutschland, ein Insolvenzverfahren in
Eigenverwaltung beantragt. Ein Seniorenheim des Deutschen Roten Kreuzes in Wolfsburg kündigte seine Schließung an. In einer ländlichen Gegend in der Nähe von Stuttgart mache ein Tochterunternehmen der Diakonie das einzige Pflegeheim im Ort dicht.

Dies sei beispielhaft für ein neues, offenbar stark wachsendes Problem: Kostenschübe, Personalnot und Finanzierungslücken gingen für mehr und mehr Betreiber von Pflegeheimen und -diensten an die wirtschaftliche Substanz. Die Liste ließe sich um viele weitere Beispiele verlängern. Was im Einzelfall meist nur ein Thema für Regionalmedien sei, entwickele sich zum Trend.
„Wir erleben, dass eine steigende Zahl von Heimbetreibern in existenzielle Nöte gerät“, zitiert die FAZ Thomas Greiner, Präsident des Arbeitgeberverbands Pflege (AGVP), der warnt: „Wenn das so weiterläuft, dann rauscht die Altenpflege in Deutschland in eine Versorgungskatastrophe.“
Die beschriebene prekäre Lage der Betreiber von Pflegeeinrichtungen, die oft auch als „Pflege-Notstand“ beschrieben wird, kann – unabhängig von der demografischen Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland – weitreichende Folgen für die wirtschaftliche Situation der Eigentümer entsprechender Einrichtungen, der von ihnen verwalteten Sozialimmobilien-Investments, haben.
EXXECNEWS bat mehrere Investmentunternehmen für Sozialimmobilien um ihre Einschätzung der Situation. Erkennen sie in der von der FAZ beschriebenen Entwicklung ebenfalls einen „Trend“? Befürchten auch sie die von Herrn Greiner angesprochene „Versorgungskatastrophe“? Wie können die Investmentunternehmen einer möglichen negativen Entwicklung im Markt der Pflegeimmobilien gegensteuern?
Kurzfristig konnte uns nur die INP Holding ein Statement zur Verfügung stellen. Weitere Stellungnahmen werden wir nach Erhalt veröffentlichen.
Nils Harde, Vorstand INP Holding AG erklärt: „Nach den lange andauernden Belastungen durch die Covid-19-Pandemie bedeuten die deutlichen Kostensteigerungen insbesondere im Bereich der Energieversorgung für Betreiber von Pflegeeinrichtungen und Pflegewohnanlagen eine enorme Herausforderung. Wir gehen jedoch davon aus, dass diese eher temporärer Natur sein werden beziehungsweise mittelfristig von den Kostenträgern refinanziert werden sollten. Als Eigentümer und Asset Manager von Sozial- und Gesundheitsimmobilien pflegen wir seit jeher einen engen Austausch mit unseren Betreibern und versuchen, gemeinsam Lösungen zu schaffen, um auch unter den aktuell erschwerten Bedingungen einen für beide Seiten wirtschaftlichen Betrieb der Immobilien zu gewährleisten.
Grundsätzlich ist die Assetklasse Gesundheits- und Sozialimmobilien für Investoren weiterhin sehr attraktiv. Die demografischen Veränderungen mit einer alternden Gesellschaft, die geringe Geburtenrate sowie der medizinische Fortschritt sind nach wie vor Treiber für die auch zukünftig steigende Nachfrage nach professioneller Pflege und Pflegeplätzen. Durch die jüngsten Ereignisse und Entwicklungen wie beispielsweise das deutlich gestiegene Kosten- und Zinsniveau ist aktuell aber eine gewisse Zurückhaltung seitens Investoren spürbar.“

INP Invest GmbH ist die Kapitalverwaltungsgesellschaft der INP Holding AG, die seit der Gründung im Jahr 2005 als Anbieter alternativer Investmentfonds und als Asset Manager im Bereich der Sozialimmobilien tätig ist. Von der INP-Gruppe wurden bislang 26 Publikumsfonds und drei offene Spezial-AIF initiiert. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund 1,1 Milliarden Euro, unter Berücksichtigung der kaufvertraglich bereits angebundenen weiteren Objekte mehr als 1,3 Milliarden Euro.
www.inp-gruppe.de

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