„Aktuell besteht kein Grund zur Sorge“ –
Anbieter von Sachwertinvestments mit Platzierungsverlauf zufrieden

Foto eines Mikrofons

Auch im zweiten Quartal ist die Stimmung sowohl unter den Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVGen) als auch bei den Anbietern von Vermögensanlagen weiterhin positiv. In unserer Quartalsumfrage zum 30. Juni 2022 zeigen sich alle Anbieter mit dem Platzierungsverlauf zufrieden. Neue Produkte stehen in den Startlöchern. Auch von Inflation und steigenden Zinsen sehen die Anbieter keine drohenden Rückschläge. Im Großen und Ganzen seien Sachwertinvestments auch in diesen Zeiten stark gefragt und ein Baustein gegen größer werdende Finanzierungslücken.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Platzierungsverlauf im zweiten Quartal?

Marc Nagel, Geschäftsführer Buss-Capital-Invest
Wir sind mit der Platzierung sehr zufrieden. Wir konnten unsere Vermögensanlage „Buss Container 79“ erfolgreich platzieren. In der Zeit vom 01. März bis zum 1. Juni 2022 haben wir rund 14,7 Millionen Euro platziert. Das Volumen lag damit um etwa 50 Prozent höher als ursprünglich geplant.

Thomas Kuhlmann, Vorstandsvorsitzender Hahn Gruppe
Unser neuer Publikums-AIF „Hahn Pluswertfonds 179 – Baumarktportfolio“ ist seit Ende April 2022 im Vertrieb. Der geschlossene Immobilienfonds investiert in ein Portfolio aus Baumärkten. Wir sind mit der Nachfragesituation sehr zufrieden. Gerade in dem aktuell schwierigen wirtschaftlichen Umfeld ist das Interesse an wertstabilen und renditeorientierten Investments groß, was der positive Platzierungsverlauf eindeutig zeigt.

Mathias Feld, Beteiligungsmanager Luana Group
Die Platzierung im zweiten Quartal verlief deutlich schwächer als erwartet, obwohl das aktuelle Marktpotenzial durch die energiepolitischen Rahmenbedingungen eindeutig für unser Geschäftsmodell sprechen. Den Bedarf nach unseren Konzepten belegt nicht zuletzt das Joint Venture „INP Energy GmbH“. Hier werden wir die energetische Versorgung von bis zu 94 Liegenschaften der INP Gruppe mit dem Fokus auf Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Speichertechnologie übernehmen.

Malte Thies, geschäftsführender Gesellschafter der One Group
Das zweite Quartal verlief sehr zufriedenstellend. Unsere Produkte sind nach wie vor stark nachgefragt und rasch ausplatziert. Wir steuern in diesem Jahr – Stand heute – auf ein neues Rekordvolumen zu.

Christian Drake, Geschäftsführer der Paribus Invest GmbH
Wir sind mit dem Platzierungsverlauf unseres Publikums-AIF Paribus Beschaffungsamt Bonn sehr zufrieden. Der Immobilienfonds erfreut sich sehr starker Nachfrage, bereits über 95 Prozent des einzuwerbenden Eigenkapitals wurden platziert. Wir erwarten eine Ausplatzierung im Juli 2022. In der Assetklasse Private Equity steht das Paribus Private Equity Portfolio noch bis Ende Dezember 2022 zur Zeichnung offen.

Gordon Grundler, Vorstand Primus Valor AG
Im zweiten Quartal hat unser Alternativer Investmentfonds „ImmoChance Deutschland 11 Renovation Plus“ 20 Millionen Euro an Kommanditkapital eingesammelt. Der Platzierungsverlauf gestaltet sich also als überaus positiv. Trotz der krisenbedingten Zurückhaltung der Anleger wissen unsere Investoren, dass Wohnimmobilien als Sachwert gerade in Zeiten der Inflation an Wichtigkeit zunehmen und historisch betrachtet mittel- und langfristig stets als Schutz vor Inflationsrisiken dienten.

Alexander Schlichting, Vorstandsvorsitzender der Project Beteiligungen AG
Der Platzierungsverlauf ist zufriedenstellend.

Karsten Reetz Geschäftsführer der Reconcept Gruppe
Die Nervosität der Märkte angesichts von Lieferengpässen, steigender Inflation sowie der aktuellen geopolitischen Situation und der sich anbahnenden Gaskrise verunsichern auch Privatanleger. Das hat auch uns und unsere Vertriebspartner im zweiten Quartal bewegt und Kundengespräche maßgeblich bestimmt. Insofern haben wir uns das zweite Quartal anders vorgestellt. Doch unser Geschäftsverlauf ist trotz dieses Umfeldes voll auf Kurs, unsere Green Bonds entwickeln sich plangemäß und dies gilt natürlich auch für die Zinszahlungen an unsere nachhaltig investierenden Anleger. Insofern sind wir zufrieden.

Norman Lemke, Vorstand der RWB PrivateCapital Emissionshaus AG
Wir sind sehr zufrieden. Die positive Platzierungsentwicklung der letzten Jahre setzt sich in 2022 weiter fort. Wir liegen signifikant über unseren Planungen für das erste Halbjahr. Es ist deutlich spürbar, dass Anleger in der aktuellen Gemengelage verstärkt auf produktive Sachwerte setzen.

André Wreth, Vorstand Solvium Holding AG
Wir sind zufrieden mit dem Platzierungsverlauf.

Wie sind Ihre Pläne für die kommenden Monate? Sind neue Produkte in Vorbereitung? Welche Assetklasse? Welches Volumen?

Buss: Wir prüfen derzeit Nachfolgeinvestments, aber angesichts der aktuellen Marktunsicherheiten lassen wir uns hier bewusst Zeit. Es werden aktuell weniger neue Container bestellt. Das zeigt sich wiederum deutlich im Preis: Der Preis für neue 20-Fuß-Standardcontainer sinkt derzeit – mittlerweile zahlt man wieder weniger als 3.000 US-Dollar – und es ist noch nicht absehbar, auf welchem Niveau eine Bodenbildung erfolgen wird. Deshalb stehen wir aktuell Investitionen in neue Container vorsichtig gegenüber. Wir prüfen Investitionen ohne Zeitdruck und werden erst ein neues Produkt auflegen, wenn der Markt einen guten Einstiegszeitpunkt bietet.

Hahn: Im Privatkundengeschäft ist aktuell noch kein weiterer Fonds in der Planung. Im institutionellen Fondsgeschäft beschäftigen wir uns mit der Auflage eines offenen Spezial-AIF, der sich mit seiner Anlagestrategie an Nachhaltigkeitsmerkmalen orientieren wird. Hier gibt es noch keinen festen Starttermin.

Luana: Der ökologische Energieversorger Luana wächst. Über die strategischen Joint Venture sicheren wir uns eine attraktive Projektpipeline. Insgesamt werden unsere Lösungen verstärkt nachgefragt und das deutlich vor den rasant gestiegenen Preisen für fossile Brennstoffe. Das neue Preisniveau wirkt wie ein Katalysator und führt zu einem konsequenteren Umstieg auf Erneuerbare Energien. Aus dem Unternehmenswachstum resultiert Finanzierungsbedarf. Dafür werden wir diversifizierte Lösungen schaffen, die ein jährliches Finanzierungsvolumen zwischen acht bis zwölf Millionen Euro abdecken. Eine öffentlich angebotene Vermögensanlage werden wir dafür bis auf weiteres nicht konzipieren. Inzwischen bietet das Wertpapierprospektgesetz großartige Möglichkeiten, die für uns interessant sind.

One Group: Kapitalanlagen, die mit Mezzanine-Kapital in die Finanzierung von Projektentwicklungen investieren, zählen zu unserem Kerngeschäft. Ergänzend dazu verfolgen wir dank der umfangreichen Projektpipeline der Soravia neue Investitionsansätze. So bieten wir unter anderem institutionellen und semiprofessionellen Investoren demnächst einen Spezialfonds (AIF) an, der in eine langfristig vermietete Bestandsimmobilie investiert. Das Eigenkapitalvolumen des Fonds beträgt etwa 22 Millionen Euro.
Als erfahrener und großer Investment- und Assetmanager mit einer 5,6 Milliarden Euro umfassenden Projektpipeline entwickeln wir daher unsere Produktpalette kontinuierlich weiter.

Paribus: Wir werden im Jahr 2022 einen weiteren Publikums-AIF in der Assetklasse Immobilien auflegen.

Primus Valor: Die Platzierungsfrist unseres aktuellen AIFs „ICD 11 R+“ läuft bis 31. Dezember 2022. Wir rechnen mit einem bis dahin eingesammelten Kommanditkapital in Höhe von über 100 Millionen Euro. Bisher wurden bereits Immobilienankäufe in Höhe von 130 Millionen Euro getätigt, weitere Ankäufe sollen im zweiten Halbjahr erfolgen und das Kapital der Anleger somit schnell und konstant angelegt werden.

Project: Am 1. Juli startet unser neuer Einmalzahlungsfonds „Metropolen 22“ in die Platzierung. Es handelt sich wie für unser Haus üblich um einen Immobilienentwicklungsfonds mit Schwerpunkt Wohnen. Das Zielvolumen liegt bei 50 Millionen Euro.

Reconcept: Wir wollen die Chancen in diesem sich so dynamisch verändernden Umfeld optimal nutzen und werden deshalb weitere attraktive grüne Anleihen und Beteiligungen emittieren.

RWB: Anlegerinnen und Anleger können seit April den Private-Equity-Dachfonds „RWB Direct Return 4“ zeichnen. Zusammen mit dem „RWB International 8“ sind wir daher aktuell mit zwei Anlagelösungen im Vertrieb. Die Einführung weiterer Produkte ist in den nächsten Monaten nicht vorgesehen.

Solvium: Wir werden weiter unsere Namenschuldverschreibung „Logistik Opportunitäten Nr. 4“ platzieren. Ein neuer AIF ist im September geplant. Wie bei uns gewohnt: Logistikequipment, mit einem Volumen von 20 Millionen Euro.

Wie sind Ihre Erwartungen bezüglich der Assetklasse für die kommenden Monate? Was bedeuten a) Inflation und b) steigende Zinsen für Ihr Marktsegment?

Buss: Die steigenden Zinsen führen zu erhöhten Fremdkapitalkosten, was im Grundsatz zu steigenden Mietraten für Neucontainer führen sollte. Die aktuell hohe Finanzkraft und die damit verbundene Verhandlungsmacht der Reedereien in Kombination mit einer derzeit zurückhaltenden Nachfrage nach neuen Containern hält jedoch die Mietraten vergleichsweise niedrig. Deshalb ist aktuell aus unserer Sicht eine Investition in neue Container nicht lohnend. Auch wenn der Containerpreis in den letzten Monaten rückläufig war, so gilt grundsätzlich, dass Inflation zumindest mittelfristig zu steigenden Neucontainerpreisen führt. Damit steigen, gegebenenfalls mit Verzögerungen, auch Mietraten und Zweitmarktpreise.

Hahn: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich eingetrübt. Auf unsere Immobilieninvestments hat das nur einen vergleichsweise geringen Einfluss. Die Mieter unserer Handelsimmobilien setzen überwiegend auf den versorgungsorientierten Bedarf, insbesondere Lebensmittel, Drogerieartikel und Baumarktprodukte. Hier ist die Nachfragesituation sehr stabil, weil der Bedarf nicht substituierbar ist. Die steigenden Zinsen verteuern die Finanzierung, andererseits profitieren unsere Anleger von indexierten Mietverträgen: steigende Preise führen tendenziell zu Mietpreissteigerungen.

Luana: Wer wächst und Finanzierungsbedarf hat, beobachtet die aktuellen Zinsentwicklungen sehr genau. Aktuell besteht jedoch kein Grund zur Sorge. Gleiches gilt hinsichtlich der aktuellen Inflationsrate. Im Grunde bedeutet Inflation, dass die Nachfragemenge über der Angebotsmenge liegt und damit der Gleichgewichtspreis steigt. In der Theorie reduzieren steigende Zinsen die Nachfragemenge, so dass sich der ursprüngliche Gleichgewichtspreis wieder herstellt. Dass die Nachfrage nach unseren Lösungen abnimmt, ist aktuell jedoch nicht abzusehen.

One Group: Die wirtschaftlichen Turbulenzen in Verbindung mit der immer weiter steigenden Regulierungsdichte werden weiterhin dazu führen, dass sich die Banken bei der Projektfinanzierung mehr und mehr zurückhalten. Dadurch entsteht in der Kalkulation der Projektentwickler eine immer größer werdende Finanzierungslücke, die durch alternative Finanzierungsinstrumente geschlossen werden kann. Da kommen unsere ProReal-Produkte ins Spiel.
Zu beobachten ist außerdem, dass sich Anleger in Zeiten wirtschaftlicher Unwägbarkeiten eher auf reale Vermögenswerte wie Immobilien konzentrieren. Inflation und steigende Zinsen werden daran grundsätzlich nichts ändern – abgesehen davon, dass sich steigende Finanzierungskosten mit der Zeit auch in den Konditionen unserer Produkte widerspiegeln werden.

Paribus: Für die Assetklasse Immobilien sind wir sehr optimistisch. Dies zeigt zum Beispiel die aktuell hohe Nachfrage nach unserem Immobilien-AIF mit einem Staatsmieter in Bonn, der die Werthaltigkeit des Objektes für den Anleger durch stetige Mieteinnahmen bis Ende Januar 2036 unterstreicht. In der Assetklasse Private Equity erwarten wir eine Reduktion der Einstandspreise der Zielunternehmen aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Situation, allerdings relativiert sich dieser Effekt durch die typischerweise sukzessive Investition über mehrere Jahre wiederum ein wenig. Das Paribus Private Equity Portfolio agiert ohne die Aufnahme von zusätzlichem Fremdkapital. Da auf Zielfondsebene das „Hebeln“ der Investments marktüblich ist, ist auch hier zu erwarten, dass die Zinsentwicklung Auswirkungen auf die Einstandspreise haben wird.

Primus Valor: Die Krisen der letzten Monate haben uns alle erschüttert. Und doch – oder gerade deswegen – zeigt die Assetklasse Wohnimmobilien auch 2022 ganz klar den Vorteil ihrer Eigenschaft als Sachwertanlage. Aktuell nehmen wir keine Preisrückgänge im breiten Markt wahr. Natürlich belasten steigende Zinsen und zunehmende Baukosten insbesondere Bauprojekte – zeitgleich erschließt sich dadurch aber auch eine bessere Verfügbarkeit von Handwerkerleistungen, was uns im Rahmen unserer energetischen Sanierungsmaßnahmen zugutekommt. Eine steigende Inflation wird sich mittel- und langfristig in steigenden Mieten und somit steigenden Erträgen unserer Fonds niederschlagen. Steigende Zinsen können dadurch teilweise ausgeglichen werden.

Project: Wir gehen davon aus, dass sich der Wohnimmobilienmarkt weiterhin stabil entwickeln wird, auch wenn der seit über zwölf Jahren bestehende Immobilienhype mit überproportionalen Preissteigerungen deutlich an Intensität abgenommen hat. Von harten Preiskorrekturen ist derzeit nicht auszugehen, auch wenn die Nachfrage nach Wohnimmobilien zum Kauf aufgrund der rasant gestiegenen Bauzinsen und der Rekordinflation, die auch Baukostensteigerungen zur Folge hat, zurückgegangen ist. Das Wohnungsangebot bleibt immer noch deutlich hinter dem Bedarf zurück und damit bleiben die Kaufpreise weitgehend stabil. Immobilienentwicklungen insbesondere mit Schwerpunkt Wohnen in deutschen Metropolregionen sollten demzufolge weiterhin eine gefragte und Stabilität fürs Portfolio bringende Anlageform mit attraktivem Wertschöpfungspotenzial bleiben.

Reconcept: Investoren sind weiterhin gut beraten, sachwert-basierte Investments in ihr Portfolio zu integrieren. Gleichzeitig ist das Interesse an nachhaltigen Finanzprodukten unverändert groß. Unsere aktuelle Asset-Anleihe „Windpark-Hilpensberg“ bietet somit exakt das, was Anleger aktuell suchen. Professionell gemanagt sind Erneuerbare-Energie-Anlagen solide Wertspeicher eines Vermögens. Sie überzeugen mit langfristigen laufenden Cashflows, kalkulierbaren Verkaufswerten und einer weitgehenden Unabhängigkeit von volatilen Finanzmärkten. Zudem können unsere Anleihe-Investoren mit einer soliden festen Verzinsung von 4,25 Prozent p.a. gegen die Inflation steuern.

RWB: Unter den volatilen Marktumständen der letzten Wochen und Monate ist Private Equity als stabilisierender Baustein für das Gesamtportfolio bei vielen Investoren konsequenterweise in den Fokus der Asset Allokation gerückt. Die Nachfrage nimmt also weiter zu. Wir agieren in einem kontinuierlich wachsenden Markt. Bei den Auswirkungen von hoher Inflation und steigenden Zinsen unterscheiden sich die verschiedenen Private-Equity-Segmente teils deutlich. Wir sind hierbei mit unserer Anlagestrategie sehr robust aufgestellt, denn wir investieren vor allem in Zielfonds, die sich an mittelständischen Hidden Champions beteiligen. Diese Unternehmen sind häufig in der Lage, gestiegene Kosten in Form von höheren Preisen an die Kunden weiterzugeben. Zudem setzen die Zielfonds in diesem Segment in vergleichsweise geringfügigem Maße auf Leverage als Unternehmensfinanzierung und sind daher kaum von den steigenden Zinsen betroffen.

Solvium: Für die Marktlage der Assetklasse sind unsere Erwartungen nach wie vor positiv. Wir rechnen aber mit Umsatzrückgängen bei den Kapitalanlagen. Unsere Assets bewegen sich stets mittelfristig mit Zinsen und Inflation. Beides dürfte jedoch bei manchen Anlegern Ängste schüren und zu zurückhaltenden Investitionen führen.

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