Schlagwort: Impact Investing

Peter Brock in blauem Hemd

Liquide vs. illiquide Impact Investments – Investoren sollten Stärken und Schwächen genau analysieren

Gerade im Impact Investing sind illiquide Anlagen wie Direktbeteiligungen ein wichtiges Instrument. Sie führen zu einer unmittelbaren positiven Wirkung durch das zur Verfügung gestellte Kapital. Auf der anderen Seite zahlen sich auch liquide Impact Investments, vor allem in Aktien, insbesondere langfristig aus. Die internationale Organisation Global Impact Investing Network (GIIN) schätzt das weltweite Marktvolumen des Impact Investing im neuen „2020 Annual Impact Investor Survey“ auf 715 Milliarden US-Dollar, im Vergleich zu 502 Milliarden US-Dollar im April 2019. Diese Zahlen beziehen sich auf alle denkbaren Impact-Anlageklassen. Denn Impact Investing lässt sich sowohl mit illiquiden als auch liquiden Anlageformen umsetzen. Im Fokus der illiquiden Anlagen stehen Direktbeteiligungen, also Private Equity- oder Venture Capital-Investments. Als Direktbeteiligungen werden hier Beteiligungen an Unternehmen oder Projekten verstanden, die direkt von den Vermögensinhabern oder deren Investment-Vehikeln gehalten werden und nicht über Fondsstrukturen. Die Möglichkeit der unmittelbaren Einflussnahme des Investors auf die Investments resultiert in einem möglichst hohen Impact, der zusammen mit dem Management des Unternehmens/Projekts erzielt werden kann. Derartige Direktbeteiligungen werden oftmals nicht nur als Anlageobjekt angesehen, sondern auch als Mechanismus, um das eigene Unternehmer-Gen in eine besonders nachhaltige Wirtschaft einzubringen. Fokus auf die strategische Asset Allocation legen Wichtig ist, sich vorab einigen Fragen zu widmen: Will man Mehrheits- oder Minderheitsbeteiligungen eingehen? In welchen Branchen sollen die Direktbeteiligungen sein, um beispielsweise eigene Kompetenz einzubringen oder bewusst zu diversifizieren in Bereiche, in denen das Vermögen sonst nicht investiert ist? In welcher Phase des Unternehmens will man investieren? In Start-ups, in der Wachstumsphase oder in reifere Unternehmen in einer späteren Phase der Entwicklung? Alle diese unterschiedlichen Phasen kann man grundsätzlich mit unterschiedlichen Risikoklassen in Verbindung bringen. Das gilt auch bei Impact-Direktbeteiligungen und ist vor allem mit der strategischen Asset Allocation  beziehungsweise des Rendite-/Risikoprofils des Investors abzustimmen. In allen Bereichen des Impact Investing gilt es, den Investor Impact vom Company oder Asset Impact zu unterscheiden. Ersterer ist der Impact, den der Investor durch sein zusätzliches Kapital erzielt, das ohne ihn nicht geflossen wäre, wobei der Impact des Unternehmens oder des Projekts auch ohne den Investor entstehen würde. Bei Direktbeteiligungen beispielsweise in Start-ups, die keine anderweitige Finanzierung bekommen hätten, ist demnach der Impact des zusätzlichen/additiven Kapitals des Investors besonders hoch. Nachteil illiquider Assets sind in der Regel überdurchschnittliche Einstiegsgrößen Neben Private Equity und (Social) Venture Capital stehen als illiquide Impact-Anlagemöglichkeiten beispielsweise Mikrofinanz Immobilien, Energie und Infrastruktur im Fokus. Der generelle Nachteil dieser Assets sind die in der Regel überdurchschnittlichen Einstiegsgrößen. Aus Sicht seiner Vermögenssteuerung sollte jeder Investor auch den Grad der Diversifikation und die Liquidität seiner Investments berücksichtigen. Einzelne Direktbeteiligungen, besonders wenn sie gewisse relative oder absolute Größenordnungen überschreiten, erschweren eine breite Diversifikation des Portfolios. Neben den Direktbeteiligungen können daher Impact-Venture- oder Impact-Private-Equity-Fonds diesbezüglich Abhilfe schaffen, weil dadurch eine breitere Diversifikation leichter erreicht werden kann. Außerdem stellen Fondsinvestments, die zwar ähnlich illiquiden Charakter haben, eine andere Art des Investierens dar als unternehmerische Direktbeteiligungen. Hier muss im Einzelfall entschieden werden, wie die Unternehmerfamilie oder das Family Office des Privatinvestors im Sinne der ganzheitlichen Anlagestrategie in Kombination mit dem Impact-Investment-Ansatz vorgehen möchte. Aber was ist dann die Alternative zu illiquiden Anlageformen, um Impact Investing zu betreiben? Auch mit Aktien oder Bonds von börsennotierten Unternehmen im liquiden Bereich ist dies möglich. Sie ergänzen das vorhandene Spektrum der Impact-Investing-Möglichkeiten. Kritiker:innen merken zwar bei Impact-Aktieninvestments an, dass vor allem beim Aktienerwerb über die Börse (also im Sekundärmarkt) kein oder kaum Investor Impact in der Realwirtschaft durch Investor:innen erzielt werde.  Aber ebenso ist allgemein anerkannt, dass auch Aktionär:innen einen gewissen Impact erzielen können, wenngleich möglicherweise nicht im selben Maße wie mit illiquiden Anlageklassen. Insbesondere bei Kapitalerhöhungen oder auch IPOs (Börseneinführungen) wird unstrittig zusätzliches Kapital als Investor Impact dem Unternehmen zugeführt und durch sogenannte Divest-Invest-Strategien eine gewisse Signalwirkung für möglicherweise unterbewertete Impact-Aktien in den Markt gesendet. Somit stehen Impact-orientierte Aktieninvestments auch für die Demokratisierung des Zugangs zu Impact Investing: Aktien und Aktienfonds sind mit kleineren Summen zugänglich als unternehmerische Direktbeteiligungen oder illiquide Venture Fonds. Impact-orientierte Aktieninvestments stehen für Demokratisierung Dabei kommt es auf die professionelle und bewusste Umsetzung der Anlagestrategie in Aktieninvestments an. Der Ansatz lautet, ausgehend von einem sehr stringenten Negativkatalog und Positivkatalog in Kombination mit der ESG-Integration eine dezidierte Impact Investing-Strategie abzuleiten. Dabei analysieren Vermögensverwalter und Investoren bei börsennotierten Unternehmen beispielsweise die einzelnen ausgewählten Aktien auf Basis von allgemeinen Veröffentlichungen, verfügbaren Analystenreports und Internetrecherchen. Im Fokus einer solchen Impact-Vermögensverwaltung stehen börsennotierte Unternehmen, die einen wesentlichen Beitrag zur Lösung der großen ökologischen, gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit leisten. Vor allem Artikel 9 Aktienfonds nach der Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) stellen zunehmend einen neuen Standard gemäß der EU-Offenlegungsverordnung dar. Nach Busch/Krombholz/Metzler (2022, S. 9) sind zwar nur 37 Prozent der Artikel 9-Fonds auch echtes Impact Investing, aber dennoch setzen echte Impact-Fonds, die das Impact Investing konsequent umsetzen, neue Standards im Markt. Das gilt insbesondere dann, wenn ein Artikel 9-Fonds beispielsweise konsequent ausschließlich in Unternehmen investiert, die die Umsetzung von sozialen oder ökologischen Zielen in der Realwirtschaft verfolgen, wenn die Impact-Ziele auch konkret beurteilt und gemessen werden, die Stimmrechte aktiv ausgeübt werden, um den Impact weiter zu erhöhen und wenn das Kapital vor allem in kapitalsuchende Unternehmen allokiert wird. Es muss also keine Entweder-Oder-Entscheidung geben. Sowohl illiquide also auch liquide Impact Investments können bei gleichzeitiger Allokation einen deutlichen Mehrwert leisten und den Impact in allen Assetklassen realisieren. Investor:innen sollten entsprechend ihrer Wünsche, Möglichkeiten und Investmentstrategie eine begründete Entscheidung treffen.

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Institutionelle Anleger suchen nach Direktinvestments, die regulatorische Spielräume erlauben

EXXECNEWS INSTITUTIONAL (ENI) hat eine Befragung zum Thema Erneuerbare Energien durchgeführt. Vom 13. Januar 2022 bis zum 8. Februar 2022 wurden 103 deutsche institutionelle Investoren befragt. Die Befragten repräsentieren ein gesamtes Anlagevolumen von mehr als 340 Milliarden Euro. ENI interviewte hierzu Philipp Andrews, Senior Director für institutionelle Kunden bei hep. ENI: Wir haben im Februar institutionelle Kapitalanleger zu ihren Investments und ihren Investmentplänen im Bereich Erneuerbare Energie befragt. In Summe deckt die Umfrage Kapitalanlagen mit einem Volumen von 340 Milliarden Euro ab. Knapp 60 Prozent der Anleger gaben an, dass sie bereits direkt in einzelne Anlagen und Parks investiert sind. Überrascht Sie diese hohe Zahl? Andrews: Historisch gesehen nicht, doch die Strukturen befinden sich im Umbruch. Erneuerbare Energieanlagen sind prädestiniert für Direkt-investments. Denn einmal errichtet, ist ein Solarpark relativ wartungsarm. Das hat bereits vor 10 bis 15 Jahren für direkte Investitionen gesprochen. Auch besaßen die damals errichteten Anlagen überschaubare Dimensionen. Derzeit ändert sich das und damit auch das Verhalten der Investoren. Anlagen werden größer. Mit Leistungen von 100 Megawatt und mehr sind Projekte bereits auf Grund des Kapitaleinsatzes für die meisten Anleger nicht mehr als Direktinvestment darstellbar. ENI: Die überwältigende Mehrheit der Anleger hält Photovoltaik für die perspektivisch attraktivste Energiequelle. Wie beurteilen Sie diese Einschätzung? Andrews: Nicht nur perspektivisch! Solarenergie ist heute schon die wichtigste regenerative Energiequelle. Die Gestehungskosten sind mit Abstand am geringsten, die Kosteneffizienz ist ausgezeichnet. Solarenergie ist schnell und flexibel einsetzbar und die Technik besitzt eine hohe Lebensdauer. Die älteste arbeitende Photovoltaik-Anlage Deutschlands läuft seit 40 Jahren. Die Module auf dem Dach des Energielabors der Universität Oldenburg sind sogar schon 46 Jahren alt. Ihre Nennleistung betrug 1976 immerhin 10,3 Watt und hat bis heute kaum an Leistung eingebüßt. Die Solarbranche kalkuliert mit 85 Prozent der ursprünglichen Leistung einer Anlage nach 35 Jahren Betrieb. Ein wenig Wartung, regelmäßig Wechselrichter austauschen und Anleger haben lange Zeit viel Freude an ihrem Investment. Die Überlegenheit von Solarenergie haben wir von hep sehr früh gesehen. Denn die Fakten aus Technik und Anwendbarkeit sprechen für sich. Daher richten wir unseren Fokus voll und ganz auf den Ausbau von Photovoltaik. Heute und in Zukunft. ENI: In der Befragung gaben knapp 60 Prozent der Investoren an, dass Sie die Emerging Markets für perspektivisch am interessantesten halten. Mit knapp 44 Prozent folgt Nordamerika. Würden Sie einem Investor ein Investment in den Emerging Markets empfehlen? Andrews: In unseren Augen sind die Emerging Markets sehr interessant. Wird der Ausbau von Solarenergie hier forciert, besitzen Anleger einen enormen Hebel – insbesondere vor dem Hintergrund von Impact Investments. Wir selbst fördern ein Bildungsprojekt in Burkina Faso – ausgestattet natürlich mit einer PV-Anlage –, das für uns jedoch nicht in erster Linie Invest ist, sondern vor allem auch ein Beitrag unserer unternehmerischen Verantwortung zur globalen Nachhaltigkeit auf sozialem und gesellschaftlichem Gebiet. Der Nutzen, der hier mit wenig Mitteln entsteht, ist enorm. Und dennoch darf ein Investor die Länderrisiken nicht außer Acht lassen. Wir sehen Emerging Markets daher als ergänzende Anlage. Es muss ja nicht zwingend ein Eigenkapitalinvestment sein. Der für Institutionelle spannendste Markt ist Nordamerika. In den USA und in Kanada beobachten wir eine Dynamik, wie man sie sie sonst nur von China oder Indien kennt. Der große Vorteil der USA ist die relativ unkomplizierte Verfügbarkeit von großen zusammenhängenden Flächen. Auf der Höhe von Nordafrika gelegen, besitzt der Süden sehr starke Einstrahlungswerte. Hinzu kommt: Die USA bewegen sich, was künftige Einnahmen aus der Stromproduktion angeht, derzeit noch am unteren Ende der Skala. Während in Deutschland Unternehmen Strom für rund 28 ct die kWh kaufen, liegen die USA bei circa 14 ct pro kWh. Da gibt es noch viel Luft nach oben und große Chancen für Anleger. Dieses Potenzial haben wir früh erkannt und uns rund 5 GWp an Projekten gesichert, die sich in unterschiedlichen Stadien befinden. Das ist ein echter Vorteil für uns und unsere Investoren. Sie genießen die Sicherheit, dass wir ihr Kapital auch abrufen können. ENI: Auch wenn rund drei Viertel aller befragten Anleger angaben, in diesem Jahr in Erneuerbare Energie zu investieren, so sehen doch gerade die regulierten Anleger die Anlagegrenzen als eine der größten Herausforderungen an. Muss die Branche hier reagieren? Andrews: Unbedingt! Das gilt nicht nur für Erneuerbare Energien. Kaum ein regulierter Anleger besitzt heute noch Beinfreiheit. Die lange Niedrigzinsphase hat Investoren in riskantere Anlageklassen getrieben: Immobilien, Private Equity, Private Debt und gelistete Aktien oder Anleihen mit entsprechenden Kreditrisiken. Das sind mit Ausnahme der Immobilien allesamt Anlagen, die Investoren bei Solvency I mit einer 35-prozentigen Risikokapitalanlage-Quote belasten und bei Solvency II sehr viel Solvenz-kapital von Anlegern binden. Die Risikokapitalanlage ist voll, genau wie die Immobilienquote. Eine Re-Allokation ist nicht ohne weiteres möglich: Alternative Assets verfügen über größtenteils geringe Fungibilität – das liegt in der Natur der Sache. Die einzigen Anlagen, die Investoren umschichten können, sind Aktien. Doch es gibt noch eine andere, in unseren Augen attraktivere Alternative: hep ermöglicht gemeinsam mit einer renommierten Kanzlei den Zugang zum aktuell in der Zeichnung befindlichen Fonds mittelbar über eine Anleihe. Diese erhält eine Notiz an einem geregelten Markt, zählt somit nicht zu den Risikokapitalanlagen und wird den Schuldverschreibungen zugeordnet. Auch für Solvency II-Anleger kann diese Art der Beteiligung Solvenzkapital sparen. Sehr gute Aussichten für Anleger also, um ihren Teil zur Energiewende beizutragen. Heute und in Zukunft sehen wir bei hep uns und unsere Investoren hervorragend positioniert. Dafür haben wir uns seit 2008 strategisch exzellent aufgestellt: Rund die Hälfte unserer 180 Mitarbeiter arbeitet in den Investitionsländern vor Ort in Tochterunternehmen und Niederlassungen. So sind wir für Anleger immer extrem nah am Asset. Philipp Andrews ist Senior Director für institutionelle Kunden bei hep. Hep ist ein Partner für alles, was Sonnenenergie ist. Seit 2008 entwicket, baut, betreibt und finanziert das Unternehmen weltweit Solarparks. Die entwickelten Photovoltaik-Großanlagen haben eine Kapazität von rund 1.300 MWp. Mit 170 Mitarbeitern in Niederlassungen in Deutschland, Japan und den USA betreibt das Unternehmen 18 eigene Solarprojekte. Die aktive Pipeline für zukünftige Vorhaben fasst gut 5.300 MWp (Stand: Januar 2022).

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Impact Investing erobert die Finanzwelt

Viele gute Ideen fangen klein an und erobern langsam, dann aber immer schneller ihre Welt, bis sie etwas Selbstverständliches werden. Die Idee des Impact Investing entwickelt sich in genau diese Richtung, gemäß der Weisheit, dass nichts so stark ist wie ein Gedanke, dessen Zeit gekommen ist. Die Stärke und Dynamik des Impact Investing liegt in der Einfachheit des Ansatzes: nicht nur Schäden für die Welt, in der wir leben, zu vermeiden, sondern so zu investieren, dass positive Impulse davon ausgehen. Dieser Ansatz wurde 2007 auf einer Veranstaltung der Rockefeller Foundation geprägt und von Politikern, bekannten Persönlichkeiten und Stiftungen aufgegriffen. Die Resonanz rührte aus der allmählichen, dann aber immer deutlicher werdenden Erkenntnis, dass ein Beitrag zur Schaffung einer besseren Welt nicht nur ein edles Ziel, sondern eine wichtige Notwendigkeit ist. Ein Resultat dieser Erkenntnis ist das Volumen, das als Impact Investment verwaltet wird: 2020 waren es über 500 Millarden US-Dollar, doppelt so viel wie im Jahr zuvor! Die Dynamik wird sichtbar! Doch trotz des beeindruckenden Volumens steht Impact Investing noch ganz am Anfang einer Entwicklung: Die große Zahl von 500 Millarden US-Dollar des weltweit verwalteten Vermögens beläuft sich auf rund ein Prozent der angelegten Gelder. Doch der Gedanke ist in der Welt und nichts deutet darauf hin, dass er schwächer wird. Im Gegenteil: Der wachsende gesellschaftliche Druck, die Herausforderungen unserer Zeit anzunehmen und aktiv für eine bessere Umwelt, bessere Lebensbedingungen und bessere ethische Standards einzutreten, ist ein starker Antrieb für dieses Investment-Konzept. Die Umsetzung des Konzepts erfolgt in drei Schritten: Es muss die Zielsetzung definiert, also eine Absicht formuliert, dann der konkrete Beitrag zu Erreichung dieses Ziels erfasst und schließlich die Messbarkeit der Zielerreichung gesichert werden. Auf diese Weise sollen „positive soziale und/oder ökologische Wirkungen möglichst direkt, intendiert und nachweisbar sein.“ Die Zielsetzung und ihre Messbarkeit sind wichtig, damit Investoren klare Vorgaben formulieren können, um als Grundlage der Investitionsentscheidung zu dienen. Die Bandbreite der Investitionsmöglichkeiten ist groß, da grundsätzlich alle Formen der Kapitalmärkte in Frage kommen: liquide wie illiquide, Public wie auch Private Markets. Entscheidend ist, ob das oder die Impact-Ziele mit dem Investment realisiert werden können. Zudem muss die Abwägung zwischen den finanziellen und Impact-Zielen getroffen werden: Von den Impact Investoren achten rund 75 Prozent auf die Rendite, 25 Prozent sind bereit auf einen Teil der Rendite zu verzichten, wenn dafür die Impact-Ziele besser erreicht werden. Ungeachtet dieser Aufgaben wächst der Markt für Impact Investing und der europäische Markt hat die Vorreiterrolle übernommen: Der gesellschaftliche Druck (Friday for Future) wie auch die politischen Rahmenbedingungen (EU: Taxonomie, Offenlegungs-Verordnung; BaFin: Merkblatt) zwingen niemanden, schärfen aber erfolgreich das Bewusstsein für die Verantwortung, die Investoren tragen. Dabei gilt die primäre Verantwortung nach wie vor der Rendite: In einer Umfrage des Jahres 2020 gaben 67 Prozent der Investoren an, zunächst auf die Rendite zu achten, 15 Prozent gaben sich mit unterdurchschnittlichen Renditen zufrieden, um dafür Impact-Ziele zu erreichen.  Zu diesen Investoren zählten vor allem Family Offices und Stiftungen. Doch die institutionellen Investoren entdecken das Impact Investing ebenfalls für sich: zunehmend erwarten die Versicherten und Beitragszahler von ihren Pensionskassen und Versorgungswerken die Beachtung sozialer und ökologischer Ziele und auch die Unternehmen, in die von Institutionellen investiert wird, wenden sich Impact-Zielen zu. Laut Deutschem Start-up Monitor 2020 sehen sich insgesamt über 80 Prozent der jungen Unternehmen als Teil der „Green Economy“ oder in einer besonderen Verantwortung als „Social Entrepreneur“. Entsprechend wird die Kenntnis von Nachhaltigkeit und Impact Investing auch zunehmend als Teil der Ausbildung von Finanz-Fachleuten angesehen: Ca. 20 Prozent der Investoren und Intermediäre sehen das als Teil der Ausbildung ihres Personals an. Impact Investing wird daher ein zunehmend wichtiger Teil des Kapitalmarktes, auch in Deutschland wie die Bundesinitiative Impact Investing in ihrer Marktstudie 2020 herausgefunden hat. Schaut man sich die jüngsten Zahlen vom Forum Nachhaltige Geldanlagen zu grünen Fonds an, so stellt man fest, dass bereits 65 Fonds ein FNG-Siegel mit drei Sternen tragen. Ein Treiber der Entwicklung ist die Politik: Die EU hat das Ziel gesetzt, bis 2030 die Treibhausemissionen um mindestens 40 Prozent zu senken und über 30 Prozent des Energieverbrauchs zu reduzieren sowie den Anteil der Erneuerbaren Energien auf über 30 Prozent zu steigern. Die Regulierung zeigt sich hier als ein zusätzlicher Treiber hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft und zur Beachtung von Impact-Zielen. Kapital soll nachhaltiger investiert, Nachhaltigkeit im Risikomanagement stärker berücksichtigt werden und die Transparenz und Langfristigkeit von Investments stärker beachtet werden. Die „Sustainable Finance Disclosure Regulation” (SFDR/OffenlegungsV) schafft den Rahmen, der für jeden Investor verbindlich sein wird: nach Artikel 8 (Light Green) die Offenlegung von Informationen zur Erfüllung ökologischer und sozialer Merkmale auf den Webseiten einschließlich der Quellen, aus denen Daten bezogen werden. Artikel 9 (Dark Green) ist noch strenger und verlangt genaue Erläuterungen, wie das Nachhaltigkeitsziel erreicht werden soll sowie eine Beschreibung der gesamten nachhaltigen Wirkung des Investments. Es muss nachgewiesen werden, dass ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung mindestens eines Umweltziels geleistet wird und keine anderen Ziele verletzt werden. Was im ersten Moment aufwändig und schwierig klingt, ist in weiten Bereichen der Finanzindustrie bereits täglich Normalität: Vor allem die Institutionellen Investoren achten in ihren Due Diligence-Prüfungen auf gesellschaftliche und Umwelt-Wirkungen von Investments. Bei Infrastruktur und Immobilien, Bereiche, die von Institutionellen stark beachtet werden, gehört die Prüfung der Umweltverträglichkeit (Erneuerbare Energien) und der sozialen Wirkung (bezahlbares und/oder altersgerechtes Wohnen etc.) schon zum Standard. Die Beachtung dieser Aspekte ist auch für das Risikomanagement wichtig: Investments mit einem Impact-Fokus haben ein geringeres Risiko als Investments, die diese Punkte nicht beachten: Natürlich muss auch bei günstigen Risikoeinschätzungen die Rendite der Impact-Investments stimmen: Fast 80 Prozent der Investoren stellen fest, dass ihre Rendite-Erwartungen aus Impact-Investments erfüllt wurden, davon sagten drei Prozent, sie seien sogar übertroffen worden. Impact Investing ist offensichtlich dabei, sich aus der Nische zu lösen, in der es sich bisher entwickelt hat. Es kommen zwei starke Treiber zusammen: der gesellschaftliche und politische Wille, mehr für Umwelt, soziale Gerechtigkeit und gute Unternehmensführung zu tun (Ecological, Social and Governance – ESG) die zunehmenden Investitionsmöglichkeiten in neue Technologien, Erneuerbare Energien, sozialverträgliche Projekte und Unternehmen mit hohen sozialen Standards Die Kombination aus beidem, unterlegt durch aufsichtsrechtliche

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