Schlagwort: Asset Management

Frank Huether in blauem Anzug und Blauer Krawatte

Wachstumsmotor und Innovationstreiber der deutschen Wirtschaft

Frank Hüther, Vorstandssprecher des BVK Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften, beschreibt die Bedeutung und Notwendigkeit von Private Equity als Garant für Wachstum, Stabilität und Fortschritt. Angesichts anhaltender Niedrigzins- phase sowie wirtschaftlicher Unsicherheiten im Zuge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges sind alternative Anlageklassen weiter in den Fokus von Investoren gerückt, meint Frank Hüther: Insbesondere Private Equity- und Venture Capital-Fonds meldeten den Zufluss von Rekordvolumina.Aufgrund der großen Kursschwankungen an den Aktienbörsen richtet sich der Blick vieler Investoren auf die sogenannten „Private Markets“. Die Bezeichnung „private“ versteht sich dabei im Gegensatz zu „public equity“, also zum börsennotierten Kapital. Private Equity Gesellschaften investieren fast ausschließlich in nicht börsennotierten Unternehmen. Beteiligungskapital bildet im Anlageportfolio von institutionellen Investoren einen meist kleinen, aber zunehmend wichtigen Baustein, der dazu beiträgt, Renditeziele zu erreichen und Diversifikationseffekte zu nutzen. Der deutsche Beteiligungskapitalmarkt Auch wenn Deutschland keine vergleichbare Historie wie etwa die USA oder Großbritannien aufweist, ist die Beteiligungskapitalbranche eine wichtige Säule für die deutsche Volkswirtschaft. Beteiligungskapital in seinen wichtigsten Ausprägungen Venture Capital, mittelständische Minderheitsbeteiligungen und Wachstumsfinanzierungen sowie Buy-Outs bildet eine wichtige Brücke zwischen den großen Kapitalsammelstellen und der Realwirtschaft. Es macht Kapital volkswirtschaftlich nutzbar und löst nicht nur auf Ebene der finanzierten Unternehmen substanzielle Wohlstandszuwächse aus. Im Jahr 2021 investierten Beteiligungsgesellschaften in Deutschland 12,6 Milliarden Euro. Knapp 1.000 Unternehmen wurden in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld mit Beteiligungskapital finanziert. Nach den Rekordjahren 2019 und 2020 bleibt das Investitionsniveau in allen Marktsegmenten auf hohem Niveau, wobei das Wachstum bei Venture Capital besonders herausragt. Mit knapp vier Milliarden Euro investierten Beteiligungsgesellschaften 2021 so viel Venture Capital in Deutschland wie noch nie. Knapp 1,4 Millionen Beschäftigte arbeiten in durch Beteiligungskapital finanzierte Unternehmen und die Umsätze dieser Portfoliounternehmen betrug im Jahr 2021 insgesamt 274 Milliarden Euro.Beim Blick auf die Branchenschwerpunkte zeigt sich, dass 2021 die ITK-Branche, also Informationstechnologie und Telekommunikation, mit einem Anteil von 47 Prozent der Investitionen mit deutlichem Abstand an der Spitze lag. Dahinter folgen die Branchen Konsumgüter/-services mit 18 Prozent sowie Unternehmensprodukte/-dienstleistungen und Biotechnologie/ Gesundheitswesen mit jeweils knapp je zehn Prozent. Wirtschaft inmitten eines Transformationsprozesses Die Herausforderungen, denen sich die Wirtschaft gegenübersieht, sind vielfältig. Fortschreitende Digitalisierung, Dekarbonisierung, explodierende Energiepreise sowie instabile Lieferketten sind hier nur beispielhaft zu nennen. Um in diesem Umfeld erfolgreich bestehen zu können, bedarf es kluger Investitionen, Innovationskraft sowie verlässlicher und strategischer Finanzierungspartner. Wie kann es gelingen, den Transformationsprozess unserer Wirtschaft erfolgreich zu gestalten und zu finanzieren, ohne die im internationalen Vergleich soliden Staatsfinanzen zu riskieren? Beteiligungskapital kann hier ein Garant für Wachstum, Stabilität und Fortschritt sein. Die Unternehmen brauchen bei der Bewältigung dieser Prozesse auch eine adäquate Ausstattung mit Eigenkapital, und ohne eine solide Finanzierung wird es schwer werden, die ambitionierten Ziele zu erreichen. Frank Hüther ist der Vorstandssprecher des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK), Berlin, und Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft abacus alpha GmbH, Frankenthal. Der BVK ist die Interessenvertretung der Private-Equity-Branche in Deutschland und vertritt insgesamt 300 Mitglieder, darunter 175 Beteiligungsgesellschaften. Im Verband organisiert sind Private-Equity-Gesellschaften – von Venture Capital über Wachstumsfinanzierung bis zum Buy-Out-Bereich – sowie institutionelle Investoren, die in Private Equity investieren.

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Corona Impfstoff von Biontech

Private Equity: Investieren à la BioNTech

Wenn Banken bei der Finanzierung von Unternehmen zögern und die Kapitalbeschaffung über einen Börsengang in weiter Ferne ist, dann kommt privates Beteiligungskapital ins Spiel – Private Equity, angeboten von professionellen Investoren, von „Business Angels, von spezialisierten Beteiligungsunternehmen, Family Offices und von Private-Equity-Fonds: unternehmerisches Kapital für die technologische Weiterentwicklung der Volkswirtschaft. „Private Equity“ ist als Gegensatz zum „Public Equity“ zu sehen, dem börsennotierten Kapital, wie Frank Hüther, BVK-Vorstandssprecher, in dieser Ausgabe erläutert. Das Besondere bei Private Equity: Es handelt sich um Wagniskapital, Venture Capital, vom Seed Capital, der Anfangsfinanzierung von Start-ups, bis hin zum Buy-Out etablierter Unternehmen, wie Michael B. Obermeier von BVF Early Invest in seinem Artikel beschreibt. Gerade junge Unternehmen mit innovativen und zukunftsträchtigen Geschäftsideen sind auf Private Equity, auf Venture Capital angewiesen. Letztes Jahr flossen in Deutschland knapp vier Milliarden Euro als Venture Capital in Unternehmen, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Insgesamt rund 600 Start-ups und junge Unternehmen und damit 61 Prozent aller im Jahresverlauf mit Beteiligungskapital finanzierten Unternehmen erhielten damit Venture Capital. Investitionen in unternehmerische Start-ups sind Risiko-Investments, tragbar für kapitalkräftige Investoren, nicht aber unbedingt für private Kapitalanleger. Privatanleger können über Private-Equity-Fonds auch mit nur geringem Kapitaleinsatz durchaus zweistellige Renditen erzielen –risikogestreut durch indirekte Investments in Zielfonds und damit in hunderte Unternehmen verschiedener Branchen und Länder, wie Nico Auel von der Münchner RWB-Gruppe betont. „Fonds bieten neben professionellen und semiprofessionellen Anlegern gute Anlagemöglichkeiten gerade auch für Privatanleger. Sie machen es möglich, dass privates Kapital für Investitionen mobilisiert wird“, betonte letztes Jahr der Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler, als im Bundestag über das Fondsstandortgesetz beraten wurde. Nicht jedes Private-Equity-Investment kann so erfolgreich werden wie das in BioNTech, dem Hersteller des Corona-Impfstoffes: 2008 gründete Uğur Şahin das Unternehmen mit Venture Capital von Andreas und Thomas Strüngmann, den Gründern des Pharmaunternehmens Hexal, Helmut Jeggle, heute BioNTech-Aufsichtsratsvorsitzender, und Michael Motschmann mit seinen MIG-Private-Equity-Fonds. Diese MIG-Fonds schütteten zwischenzeitlich rund 600 Millionen Euro an ihre Privatanleger aus. Und das ehemalige Start-up BioNTech berichtet für 2021 einen Umsatz von knapp 19 Milliarden Euro und einen Gewinn von knapp 10,3 Milliarden Euro.Sicherlich ein Einzelfall. Insgesamt können sich aber Private-Equity-Fonds über die letzten Jahre mit Renditen von durchschnittlich 20 Prozent durchaus sehen lassen. Das ermittelte der europäische Private-Equity-Branchenverband Invest Europe.

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Zeitenwende für den Zinsmarkt

Universal Investment bietet ihren Investoren mit professionellem Overlay Management eine wichtige Dienstleistung in der Wertschöpfungskette eines One-Stop-Shop. In einem Interview mit Glenn Marci, Senior Portfoliomanager Overlay & Quant Models bei Universal-Investment-Luxembourg S.A., hat EXXECNEWS INSTITUTIONAL die Besonderheiten der verschiedenen Overlay-Ansätze und die veränderten Anforderungen in immer turbulenteren Zeiten hinterfragt. ENI: Sind Sie ein vorsichtiger Typ? Marci: Ja und nein. Ja, weil für mich Vorsicht ein maßvolles Erwägen von Situationen ist, die passieren könnten. Wenn Sie mit Vorsicht allerdings die Vermeidung jeglicher Risiken meinen, dann würde ich eher nein sagen. In jeder Chance stecken auch Risiken. Wenn man alle Risiken vermeidet, vermeidet man auch alle Chancen. Es geht mir mehr um die sinnhafte Balance. ENI: Also ohne Risiken keine Chancen auf Erträge. Welche Risiken sind heute für ein modernes, professionelles Portfolio relevant? Marci: Vor dem Blick auf mögliche Risiken für ein Portfolio stellen sich ganz fundamentale Fragen: Welches Investment hat im Moment das attraktivste Rendite-Risiko-Verhältnis? In welchem Markt macht es Sinn, investiert zu sein? Oder wo möchte man in der aktuellen Marktsituation auch nicht investiert sein? Die Risiken, die grundsätzliche Risiken sind, sind die gleichen wie auch in der Vergangenheit. Die Rückzahlung von erwarteten Cashflows ist nicht immer zu 100 Prozent sicher. Damit sieht sich jeder Investor konfrontiert. Allerdings hat sich das Anlageuniversum und damit die Möglichkeit von Risiken vergrößert. Es sind nicht die Risiken als solche, die modernes und professionelles Portfolio Management ausmachen, sondern die Komplexität, die mit dem größeren Anlageuniversum verbunden ist. Und die muss jederzeit von Investoren bewältigt werden. ENI: Eine These: Mehr Assetklassen führen zu mehr Komplexität und damit zu vielfältigen Risikostrukturen. Marci: Die Risiken sind in ihrer Struktur ebenfalls gleichgeblieben, aber sie sind eben durch die Menge an Finanz-instrumenten wesentlich vielfältiger. Das wird deutlich, wenn man zum Beispiel ein globales Rentenportfolio ansieht. Da ist eine hohe Vielzahl von Wechselwirkungen enthalten. Schwieriger geworden ist, intuitiv einen Eindruck zu bekommen. Früher hat man es als eine Art „Bauchgefühl“ für ein Portfolio beschrieben. Das ist immer noch wichtig, aber diejenigen, die das Handeln allein aufgrund eines solchen Bauchgefühls steuern, für die ist es deutlich schwieriger geworden. ENI: Welche dieser Risiken können also systematisch sinnvoll mit einem Overlay beherrscht werden? Marci: Das kommt ganz darauf an, was die Zielsetzung sein soll. Diese Analyse steht erstmal im Vordergrund. Aber grundsätzlich sind Aktien-, FX- und Zinsrisiken zumeist sehr gut steuerbar. Eine etwas größere Herausforderung sind Spread-Risiken. Für die allermeisten Investoren lässt sich sagen: Je passiver sie ihre grundlegende strategische Asset-Allokation (SAA) aufgestellt haben, desto einfacher ist sie mit einem Overlay zu ergänzen. ENI: Beherrscht man Risiken mit Overlay Management? Marci: Das lässt sich so allgemein nicht sagen. Für ein passiv aufgestelltes Mandat, also ein klassisches Investmentgrade-Zinsportfolio, lassen sich die Risiken sehr gut in den Griff bekommen. Es kommt aber auch auf den Investor selbst an. Das heißt, wie aktiv sind seine angebundenen Asset Manager oder in welchen Märkten ist das Portfolio unterwegs. Je exotischer, desto schwieriger wird es, aber unlösbar ist es nicht. ENI: Sind durch die aktuelle Situation – konkret den Krieg in der Ukraine – neue Risiken bewusst geworden? Marci: Die politischen Risiken sind deutlich gestiegen, und das sind auch Effekte, die unsere Investoren vor allem beim Underlying spüren. Der Begriff der Zeitenwende, der im Moment viel zitiert wird, trifft es sehr gut. Von politischer Instabilität ausgelöste Risiken sind unglaublich schwierig vorherzusehen und sind für Overlay Management eine Herausforderung. Modulare Overlay-Ansätze sind dabei klar im Vorteil. Ohnehin steht uns auch im Hinblick auf ökonomische Zusammenhänge eine Zeitenwende bevor. Gerade, was die hohe Liquidität, die die Zentralbanken zur Verfügung stellen, angeht. Diese nimmt jetzt zunehmend ab. Auch die 30 Jahre fallender Zinsen haben jetzt aller Voraussicht nach ein Ende. Eben eine Zeitenwende. ENI: Wie passt das Geschäftsfeld Overlay Management zur gesamten Geschäftsstrategie von Universal Investment? Marci: Universal Investment lebt den Plattform-Gedanken und deckt die gesamte Wertschöpfungskette für Investoren ab. Also ein One-Stop-Shop oder anders gesagt ein Alles-aus-einer-Hand-Ansatz. Und dazu gehört auch regelbasiertes Portfolio Management mit seinen vielen Services, wie zum Beispiel Overlay Management oder auch Transition Management. Wir wollen DIE führende Fonds-Service-Plattform in Europa werden und sind auf dem besten Weg dorthin. Unser regelbasiertes Portfolio Management leistet seinen Beitrag zur Erreichung dieses Ziels. ENI: Für welche Investorengruppe ist der Einsatz von Overlay Management geeignet? Marci: Die großen institutionellen Investoren stehen hierfür im Mittelpunkt und vor allem die, die eine Vielzahl von Mandaten und Asset Managern beauftragt haben. ENI: Der professionelle Umgang mit Risiken ist eine schwierig zu delegierende Aufgabe, die hauptsächlich von Entscheidungsträgern einer institutionellen Vermögensmasse wahrgenommen wird. Welches sind die wichtigsten Argumente, Overlay Management bei einem Dienstleister einzukaufen? Marci: Die Kernfunktion eines verantwortlichen Entscheiders ist, sich zu überlegen, welche Risiken er grundsätzlich eingehen möchte. Also wie seine strategische Asset Allocation aussehen soll. Nicht unbedingt zur Kernfunktion gehört jedoch die Umsetzung einer solchen SAA. Overlay Management kann dabei helfen, die SAA auf Spur zu halten und taktisch einzugreifen, wenn das Chance-Risiko-Verhältnis sich ungünstig entwickelt. Das heißt, ein regelbasierter Ansatz, den wir verfolgen, kann in turbulenten Marktphasen Sicherheit und schnelle Reaktionsfähigkeit geben. Ein weiterer Aspekt ist, dass die Märkte zunehmend komplexer werden. Zu jeder Zeit up to date zu sein, was die Risiken angeht, ist insbesondere für große institutionelle Vermögensmassen mit komplexen Strukturen eine Herausforderung. Es erfordert auch eine entsprechende Kapazität, die vorgehalten werden muss. Kompetenz und Entscheidung aufseiten des institutionellen Investors trifft auf Kompetenz und Kapazität bei Universal Investment. Eine gute Symbiose zwischen eigener und eingekaufter Professionalität. ENI: Wie stellen Sie sicher, dass Sie und Ihre Kunden die gleiche Definition von Risiko haben? Marci: Ein Punkt, der mit an erster Stelle steht. Insbesondere, wenn wir über den Aufsatz von Mandaten sprechen, ist ein intensiver Austausch essenziell. Wir haben viel Erfahrung damit und stellen die richtigen Fragen. Der gesamte Prozess ist für unsere Kunden transparent. Das ist wichtig, damit nachvollzogen werden kann, was im Laufe der praktischen Umsetzung des Mandates passiert. Die Intentionen unserer Investoren sind dabei unterschiedlich. Einige sehen Overlay Management als eine Art Notfallmanagement, um möglichst lange ihre strategische Allokation beizubehalten, während andere eine intensive taktische Steuerung bevorzugen. Jedes

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Allokation in Thematische Investments – Eine Investitionslogik für institutionelle Investoren

Aktien bringen mehr Rendite als Staatsanleihen, oder …? Der amerikanische Finanzprofessor Hendrik Bessembinder hat in einer umfangreichen Veröffentlichung die Performance von US-Aktien und US-Staatsanleihen zwischen 1926 und 2016 verglichen und kam zu einem überraschenden Ergebnis: Die Renditen der meisten Buy-and-Hold-Investments einzelner US-Aktien bleiben hinter den Renditen zurück, die mit einmonatigen US-Treasuries über die gleichen Anlagehorizonte erzielt werden.  Siehe (Bessembinder: „Do stocks outperform Treasury bills?“ Journal of Financial Economics 2018, Vol. 129, No. 3) Wie kommt es dann, dass ein breiter Aktienmarktindex die Renditen von US-Staatsanleihen deutlich übertrifft? Die Erklärung für dieses scheinbare Paradoxon liegt in der Verzerrung der Aktienrenditen: Eine kleine Anzahl von Aktien generiert den größten Teil der Renditen eines breiten Aktienmarktindex. Ein Grund dafür ist, dass einige Unternehmen einfach besser für die gesellschaftliche Transformation positioniert sind. Thematische Investments bieten Anlegern die Möglichkeit, sich auf genau diese Investments zu konzentrieren, indem sie die aktuellen und zukünftigen Champions für jeden Trend identifizieren. So bleiben die Unternehmen übrig, die gut aufgestellt sind, um von Transformationsprozessen zu profitieren. Die Kehrseite der Medaille ist, dass Investoren, die auf ein bestimmtes Thema setzen, möglicherweise kurzfristig schwankende Renditen aus weniger diversifizierten Portfolios in Kauf nehmen müssen, da die überdurchschnittlichen Renditen viel seltener sind und plötzlich auftreten können. Darüber hinaus bringen eine höhere Konzentration und eine geringere Diversifizierung in der Regel zumindest theoretisch ein höheres Risiko mit sich. Andererseits haben thematische Portfolios den Vorteil, durch ihre Zusammensetzung in der Regel zu vermeiden, dass die Unternehmen aufgrund des Themas in Schwierigkeiten geraten – der Trend muss dafür natürlich regelmäßig auf seine Aktualität überprüft werden. Und wenn es darum geht, thematische Anlagen in ein größeres Portfolio zu integrieren, ist die Portfoliokonstruktion wichtig. Teil der Gesamtallokation Thematisches Investieren mag jetzt attraktiv klingen. Die Frage ist jedoch, wie man es sinnvoll in ein Portfolio einbauen kann. Darauf gibt es wie so oft keine Standardantwort: Diese wird von einer Reihe von Parametern wie der Größe und dem Diversifizierungsgrad des Portfolios bestimmt. Am einfachsten ist es, sich auf ein Kern-Satelliten-Konzept zu stützen und thematische Anlagen in den Satelliten zu integrieren. Das stellt für die meisten Investoren eine adäquate Lösung dar, insbesondere für große Portfolios, die in Themen mit geringer Kapazität investieren, oder für kleinere Investoren, die ihre aktiven Allokationen in thematische Anlagen begrenzen möchten. In jedem Fall ist es für eine effektive Umsetzung wichtig, im Vorfeld genau zu analysieren, welche Auswirkungen thematische Investments auf die allgemeinen Risiko- und Renditeeigenschaften des Gesamtportfolios haben. Aus diesem Grund ist es vorzuziehen und zugleich einfacher, Themeninvestments direkt in die Gesamtallokation zu integrieren. Dazu muss man verstehen, wie jede thematische Anlage das erwartete Risiko und die Rendite beeinflusst und wie sie mit anderen Anlagen interagiert, also wie sie mit anderen Assets korrelieren, besonders wenn es sich um Themeninvestments in Aktien und Anleihen handelt. Zusätzlich muss analysiert werden, inwieweit thematische Anlagen zusätzlich zu ihrem Exposure zu traditionellen Assetklassen etwas Neues bieten. Bei dieser alles andere als einfachen Aufgabe können quantitative Ansätze eine große Hilfe sein. Indizes sind ein guter Ausgangspunkt Die gängigeren Themen können in der Regel durch einen bestehenden thematischen Benchmark-Index abgebildet werden, wie sie etwa von den Standard-Indexanbietern angeboten werden. Dies ist ein guter Ausgangspunkt für den Einstieg in thematische Investments. Themenfonds verwenden diese Indizes häufig als Benchmarks und zielen darauf ab, sie zu übertreffen. Manchmal werden solche Indizes auch von börsengehandelten Fonds (ETF) nachgebildet. Zwar bieten ETF und Indizes den Vorteil der Standardisierung, aber die Streuung der Renditen von Investments zu einem bestimmten Thema kann groß sein. Denn: Es gibt weniger Konsens darüber, welche Assets in ein Portfolio gehören, das ein Thema repräsentiert, als dies bei Regionen, Sektoren oder vielleicht sogar Stilfaktor-Benchmarks der Fall ist. Schließlich ist es bei Themen, die sich auf bestimmte Wirtschaftssektoren beziehen, nicht ungewöhnlich, dass thematische Fonds nur an einem entsprechenden Sektorindex gemessen werden. In solchen Fällen müssen Investoren den erwarteten Mehrwert bewerten, der sich aus der Ausrichtung der Auswahl auf Unternehmen ergibt, die dem Thema stärker ausgesetzt sind. Wenn mehr als ein Benchmark-Index oder -Fonds verwendet wird, können Algorithmen des maschinellen Lernens wie beispielsweise Lasso-Regressionen eingesetzt werden, um die Renditen solcher Fonds effizient auszuwählen und zu einer für das Thema repräsentativen Renditezeitreihe zu kombinieren. Lasso (least absolute shrinkage and selection operator) ist eine Methode der Regressionsanalyse, die sowohl eine Variablenauswahl als auch eine Regularisierung durchführt. Dadurch wird die Vorhersagegenauigkeit und die Interpretierbarkeit des resultierenden statistischen Modells verbessert. Unter Regularisierung versteht man das Hinzufügen von Informationen, um eine Überanpassung zu verhindern oder ein unzureichend formuliertes Problem zu lösen (mehr zu Lasso-Regressionen bei Glen: „Lasso Regression: Simple Definition“ From StatisticsHowTo.com 2015). Sobald für ein Investmentthema eine Zeitreihe der Renditen vorliegt, kann man bewerten, wie sie sich zu den anderen Assets im Portfolio verhält und wie sich die Risiko- und Renditeeigenschaften des Portfolios ändern, wenn man es zum Portfolio hinzufügt. So kann man ermitteln, welche Assets im Portfolio reduziert werden sollten, um eine effiziente Allokation auf thematische Anlagen zu erreichen. Zu diesem Zweck schätzt man die Wechselwirkungen der Renditezeitreihen, die das Thema repräsentieren, gegenüber einem festen Satz von Kern-Assets (beispielsweise regionale Aktien, Staatsanleihen und Unternehmensanleihen). Die geschätzten Korrelationen der Themen gegenüber den Kerntiteln können zum Nennwert eingerechnet werden. Das aus dem Modell abgeleitete geschätzte thematische Alpha wiederum bedarf einer genaueren Prüfung, da es auf der Vergangenheit basiert, während der Wert eines Themas als Anlage zukunftsorientiert ist. Wie Themeninvestments mit anderen Anlagen korrelieren können und welchen traditionellen Risiken sie ausgesetzt sind, zeigen wir am Beispiel von fünf Themen: Energiewende, ökologische Nachhaltigkeit, Gesundheits-Innovation, Konsumenten-Innovation und disruptive Technologie. Zunächst wählen wir Instrumente, die in diese Themen investieren, typischerweise Investmentfonds oder ETF, die in diesen Themen einen Schwerpunkt haben. Das Thema „ökologische Nachhaltigkeit“ wird durch einen Aktien- und Rentenfonds umgesetzt, die anderen Themen durch reine Aktienfonds. In der Tabelle werden typische Benchmark-Indizes betrachtet, die in verschiedenen Themenbereichen verwendet werden. Die dritte Spalte der Tabelle zeigt das Beta dieser Benchmark-Indizes gegenüber dem globalen Index. Für Aktienfonds wurde der MSCI World Index und für Rentenfonds der Bloomberg Barclays Global Aggregate Corporate Index gewählt. Einige der Benchmark-Indizes verfügen über ein Beta von über eins, etwa Disruptive Technologie und Konsumenten-Innovation

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Trends im Institutionellen Asset Mangement: Mehr Diversifizierung und mehr Real Assets in Pensions Portfolien

Relevante aktuelle Studien und die breite Diskussion in der Fachpresse beschäftigen sich mit der Notwendigkeit zur Diversifizierung von Portfolien verbindlichkeitsorientierter Investoren. Besonders die Ausweitung von Real Assets ist eine Herausforderung. Was bedeutet dies für Prozesse und Organisation von Asset Management von Pensionsvermögen? Der deutsche Markt für Pension Investments bleibt eines der wichtigsten Segmente innerhalb der professionellen Kapitalanlage. Dieser Markt ist nicht wirklich transparent und steckt mitten in einem großen Veränderungsprozess. Hier sollen insbesondere die organisatorischen Herausforderungen der Umsetzung einer breiteren Diversifikation und dem verstärkten Einsatz von Real Assets beleuchtet werden. Unter Real Assets verstehen wir hier die Assetklassen: Immobilie Infrastruktur Private Equity Private Debt Venture Capital Rohstoffinvestments haben wir wegen ihrer fehlenden Relevanz hier ebenso außen vor gelassen wie auch synthetische/Kryptoassets und Kunst. Diese Definition ist dann also bewusst nicht mit dem breiteren Begriff der Alternative Assets identisch. Insgesamt stellt sich zunächst die allgemeine Frage: Welche Auswirkungen hat eine breitere Diversifizierung von Pensionsportfolien auf die Arbeitsabläufe in den relevanten Geschäftsbereichen von Pensionseinrichtungen? Grundsätzlich bedeutet die Diversifizierung, dass sich der Träger mit einer Reihe neuer Assetklassen, Stile oder Performancequellen auseinander zu setzen hat. Allein der Prozess der Priorisierung und der Organisation der notwendigen „Neue Produkte Prozesse“ – NPP – stellt erhebliche Ansprüche an das Projektmanagement von Investoren. Der Leiter Kapitalanlagen eines großen Versorgungswerkes sagt dazu: „Früher war unser Schwerpunkt das Portfolio Management – heute werden große Teile unserer Kapazitäten in das Risiko- und Projektmanagement investiert.“ Es steigen die Ansprüche an die Qualifikation des eingesetzten Personales und auch die Kapazitäten müssen erweitert werden. Während die – oft als Meinungsführer agierenden – größeren Versorgungseinrichtungen offensichtlich über ausreichend und gut qualifiziertes Personal verfügen oder diese akquirieren können, fällt dies kleineren Einrichtungen schwer. Der Chef eines dynamisch wachsenden Versorgungswerkes verrät uns dazu:  „Der Markt ist wegen der Probleme in der Bankenlandschaft nicht unergiebig. Oft stecken die Probleme eher in den Vergütungsmodellen.“ Mittelständische und kleinere Pensionseinrichtungen insbesondere außerhalb der Ballungszentren haben hier jedoch größere Probleme und müssen immer öfter in mehreren Teilen der Wertschöpfung auf externe Unterstützung zurückgreifen. In der Regel werden dabei mehr externe Experten wie Consultants und Juristen herangezogen, dies betrifft intern dann wiederum das Projektmanagement. Insbesondere die Due Diligence von Alternativen Assets verteuert sich dadurch erheblich. Ebenso spielt die Zusammenarbeit mit den eingeschalteten Administratoren – AIFM, KVG und Verwahrstelle – eine neue, bedeutendere Rolle. Hier ist ein Trend zu spezialisierten Dienstleistern deutlich. Wie wirkt sich der verstärkte Einsatz von Real Assets auf Entscheidungsprozesse aus? Insgesamt werden bei einer breiteren Diversifikation vermehrt Real Assets angesteuert. Real Assets zeichnen sich regelmäßig durch lange Investitionsdauer und im nachhinein eingeschränkten Korrekturmöglichkeiten aus. Daher kommt der sorgfältigen Due Diligence, Priorisierung und Bewertung bei diesen Anlageklassen eine noch größere Bedeutung zu. Die Initiatoren und Dienstleister für die großen Anleger spüren es und leiden darunter: oft werden durchaus sinnvolle Investitionsmöglichkeiten nicht realisiert, da die notwendigen Markt- und Vergleichsdaten von den relevanten Investoren nicht mit angemessener Geschwindigkeit analysiert werden können.  Zum Leidwesen der anbietenden Zunft verhalten sich hier die Anleger verantwortungsvoll und sagen oftmals vor einer detaillierten Prüfung ab, da im wesentlichen sequenziell Projekte nacheinander entscheidungsreif aufbereitet werden müssen. Oft wird jedoch auch die Datenlage den notwendigen Prüfungsansprüchen noch nicht gerecht. Relevante Daten stehen für Anlageklassen wie Real Estate, Wald und Farmland sowie Infrastrukturen nicht in demselben Umfang und vergleichbar einfach erhältlich zur Verfügung, wie dies bei den meisten Financial Assets der Fall ist. Jeannette Leuch von der in diesem Feld spezialisierten Beratungsgesellschaft invalue AG sagte uns schon vor Jahren dazu: „Es ist erforderlich, dass bei der Auswahl und Bewertung neuer Anlageklassen ausreichend Informationen und Grundlagen zugänglich gemacht werden, um eine Einschätzung des Timings und Berücksichtigung der Zeitvariabilität der Risikoprämie, das Erkennen der Rendite- und Risikotreiber der Anlageklasse, eine qualitative und quantitative Analyse von People, Process, Portfolio und Performance sowie der Governance des Set-Up, der Struktur (auch Einhaltung der regulatorischen Anforderungen) und der Organisation der Investition zu ermöglichen.“ Um die neue Anlageklasse und ihre Risikotreiber zu berücksichtigen ist auch eine Anpassung des Berichtswesens und des Controllings erforderlich (etwa IRR statt TWR). Hinzu kommen bei vielen Investoren neue Ansprüche im Bereich der Wirkungsmessung der angestrebten Investments im Rahmen der individuell gewählten Ansätze im Impact Investing… oder zumindest Nachhaltigkeitskennzahlen für den Nachhaltigkeitsreport. Besondere Herausforderungen ergeben sich aus der Diversifizierung im Real Asset Bereich auch an das Management der Pensionsvermögen. Die bisherigen Netzwerke sind um eine Vielzahl neuer Kontakte-Spezialisten in diesen Assetklassen – auszuweiten und regelmäßig zu pflegen. Der gute Zugang ist für Initiatoren und Investoren gleichermaßen wichtig. Direkte Beziehungen ermöglichen oft den Verzicht auf „Auktionen“, die zwar kurzfristig vermeintlich höhere Erlöse für die Initiatoren/Verkäfer erzwingen, aber langfristig keine Basis stabiler gemeinsamer Geschäfte darstellen. Insgesamt dauert es natürlich deutlich länger, um im Bereich Real Assets zu Investitionsentscheidungen zu kommen. Dr. Hans Korfmacher vom Versorgungswerk der Wirtschaftsprüfer sagt uns einmal dazu: „Wir müssen realistisch davon ausgehen, dass nach erfolgter Grundsatzentscheidung, ein Prüfprozess vier bis sechs Wochen dauert.“ Und dabei ist das genannte Versorgungswerk sowohl vom personellen Setup als auch von der vorhandenen Erfahrung bereits weit vorn. Die Entscheidungsprozesse verlaufen grundsätzlich anders als im klassischen Wertpapiergeschäft Die Herangehensweise ähnelt hierbei eher dem Investment Banking oder dem Kreditgeschäft als dem Asset Management. Insbesondere die Langfristigkeit und geringe Liquidität der meisten Real Asset Investments bestimmt dabei die veränderten Anforderungen im Entscheidungsprozess. Der Investor wird zum Banker und vielleicht sogar zum Unternehmer, was auch qualitativ andere Entscheidungen verlangt. In der Portfoliosteuerung orientiert sich die taktische Steuerung des Gesamtvermögens durch den Entscheider neu. Real Assets sind kein sinnvoller Bestandteil dynamischer Allokationssteuerung. So verbleibt der Fokus bei der taktischen Steuerung auf die größten „liquiden“ Risikotreiber ausgerichtet. Insgesamt wird in einem breiter diversifizierten Portfolio jedoch die Attraktivität einzelner Assetklassen mit immer größerer Geschwindigkeit zu bewerten sein. Neue Notwendigkeiten im Risikomanagement Ist das Risikomanagement von liquiden Portfoliobausteinen entweder Teil des Auftrages an Asset Manager von Investmentfonds, durch Overlay Management ausgegliedert oder sogar intern aufgestellt, so ergeben sich mit den verschiedenen alternativen Anlageformen neue Herausforderungen. Risikobewertung begleitet die Investments von der Due Diligence bis zur Beendigung des Investments und vollständigen Rückzahlung des eingesetzten Kapitales. Die Risikoarten sind vielfältig. Neben den finanziellen Risiken (die

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