Tag: 27. September 2022

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EXXECNEWS vergibt die Kapitalanlage-Awards 2022

Auch in diesem Jahr hat die Redaktion der Kapitalanlagezeitung EXXECNEWS eine Persönlichkeit für ihre herausragenden Leistungen in und für die Kapitalanlagebranche ausgezeichnet: Er hat „real estate debt“, Immobilienkredit-Anlagen, eine zwischenzeitlich bewährte, kurzlaufende und rentable Anlageform, für das breite Anlegerpublikum zugänglich gemacht: Malte Thies, geschäftsführender Gesellschafter der One Group GmbH, Hamburg. Er ist für die EXXECNEWS-Redaktion der „Man of the Year“. Gesetzlich gefordert sind die Lageberichte von Kapitalverwaltungsgesellschaften, die von ihnen verwalteten alternativen Investmentfonds (AIF) und von Vermögensanlagen-Emissionen. Umfang und Fülle der darin enthaltenen Informationen ist ein Ausweis von Offenheit, Transparenz und Anlegerorientierung. Mit den EXXECNEWS-Reporting-Awards wurden ausgezeichnet: Für vorbildliche Lageberichte der Kapitalverwaltungsgesellschaften: Alpha Ordinatum GmbH, Mannheim,derigo GmbH & Co. KG, München,HKA Hanseatische Kapitalverwaltung GmbH, Hamburg,WealthCap Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH, Grünwald, undZBI Fondsmanagement GmbH, Erlangen. Für vorbildliche Lageberichte der alternativen Investmentfonds (AIF): Hamburg Asset Management HAM Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg,Hansainvest Hanseatische Investment GmbH, Hamburg,Project Investment AG, Bamberg, undZBI Fondsmanagement, Erlangen. Für vorbildliche Lageberichte der Vermögensanlagen: asuco Fonds GmbH, Oberhaching,One Group GmbH, Hamburg, undLuana AG, Hamburg. Die ausführliche Begründung für die Award-Vergaben lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von EXXECNEWS Nr. 20/2022 (www.exxecnews.de). Erstmals hat die EXXECNEWS-Redaktion einen „Assetklasse-Zukunfts-Award“ für eine langfristig besonders erfolgversprechende Assetklasse vergeben. Im Zeichen der Klima- und Energiekrise fiel diese Auszeichnung an Unternehmen, die sich besonders im Bereich Erneuerbarer Energien engagieren und das sind reconcept GmbH, Hamburg,HEP Kapitalverwaltung AG, Güglingen, undAuricher Werte GmbH, Aurich. Ebenfalls erstmals hat die EXXECNEWS-Redaktion „ESG-Reporting-Awards“ vergeben für die vorbildliche Präsentation ihrer Nachhaltigkeits-Strategien auf den Websites dieser Unternehmen: Aquila Capital Investmentgesellschaft mbH, Hamburg,DeWert Deutsche Wertinvestment GmbH, Bergisch Gladbach,Hannover Leasing Investment GmbH, Pullach,IntReal Internationale Real Estate Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg,KGAL Investment Management GmbH & Co. KG, Grünwald, undLHI Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH, Pullach. Die ausführliche Begründung für diese Award-Vergaben lesen Sie in der kommenden Ausgabe von EXXECNEWS Nr. 21/2022.

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Daniel Hartmann in Anzug
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Trüber Ausblick für die Aktienmärkte – Top-Staatsanleihen feiern Comeback

Über die nahende Rezession wird viel gesprochen und geschrieben, aber viele Finanzmarktteilnehmer scheinen nicht so recht daran zu glauben. Offenbar regiert das Prinzip Hoffnung – so schlimm wird es schon nicht werden. Entsprechend optimistisch ist der weit verbreitete Ausblick für die Aktienmärkte: Nach ein paar erneuten Rücksetzern geht es schon bald wieder aufwärts. So wünschenswert diese Aussicht nach dem schlimmen ersten Halbjahr an den Finanzmärkten auch ist – es dürfte anders kommen. Der Grund für diese Prognose ist wie so oft unser Konjunkturausblick: Wir können derzeit gar nicht anders, als sowohl für die USA als auch für die Eurozone eine langanhaltende Rezession zu prognostizieren. Unsere weit vorauslaufenden Frühindikatoren lassen uns in dieser Hinsicht wenig Interpretationsspielraum. Sie sind allesamt steil nach unten gerichtet und deuten auf eine Durststrecke hin, die sich bis Ende 2023 hinzieht – mit heftigen Folgen für die Finanzmärkte.In den USA stützt zwar derzeit noch der Konsum die Wirtschaft, aber mittelfristig sind dort die Aussichten sehr trübe. Drei Gründe sprechen dafür, dass die Wirtschaft deutlich an Fahrt verlieren und in eine Rezession abrutschen wird. Erstens ist in den kommenden Quartalen mit sinkenden Investitionen zu rechnen. Als Belastung wirken hier vor allem die stark gestiegenen Zinsen. Hinzu kommt bei Rohstoffen sowie Vorprodukten eine deutliche Verteuerung und auch die Löhne der Beschäftigten steigen immer schneller. Diese Kostenbelastung wird mit der üblichen Zeitverzögerung von rund einem Jahr die Gewinnmargen der Unternehmen massiv unter Druck setzen, woraufhin diese ihre Investitionen zurückfahren werden. Das BIP-Wachstum wird dadurch gleich mehrfach belastet. Zum einen direkt, weil die Nachfrage nach Investitionsgütern sinkt. Zum anderen indirekt, da mit rückläufigen Investitionen die Beschäftigung unter Druck kommt, was sich in einer schwächeren Konsumnachfrage niederschlagen wird. Letztlich kommt es so zu einer klassischen konjunkturellen Abwärtsspirale. Keine Hoffnung auf eine milde US-RezessionZusätzlich zu unserem skeptischen Investitionsausblick gibt der US-Arbeitsmarkt Anlass zur Sorge. Aktuell läuft der Jobmotor zwar noch auf hohen Touren – das führt aber zu einem wachsenden Problem. Denn inzwischen steht einer rekordtiefen Zahl Arbeitsuchender von knapp sechs Millionen eine rekordhohe Zahl an unbesetzten Arbeitsplätzen von rund elf Millionen gegenüber. Der Überhang offener Stellen ist mit fünf Millionen so groß wie nie zuvor und lässt die Löhne immer schneller steigen. Um den daraus resultierenden Inflationsdruck zu verringern, will die Fed den heiß gelaufenen Arbeitsmarkt durch eine restriktiv ausgerichtete Geldpolitik abkühlen, ohne die Arbeitslosigkeit zu erhöhen. Wie ein Blick auf die vergangenen 60 Jahre zeigt, ist solch ein Spagat aber noch nie gelungen.Neben der notwendigen Abkühlung des Arbeitsmarktes und der Aussicht auf sinkende Investitionen führt drittens die Fiskalpolitik zu Ungemach. So hat der Staat im laufenden Jahr seine Ausgaben nach den historisch beispiellosen Fiskalhilfen in den beiden Vorjahren um eine Billion US-Dollar zurückgefahren. Die Überersparnisse der privaten Haushalte als Folge der üppigen Corona-Hilfen werden diesen Bremseffekt sicherlich abschwächen, aber nicht komplett wettmachen können. Alles in allem hat sich damit trotz der jüngsten Konsumerholung einiges zusammengebraut. Deswegen dürfte es in den USA nicht nur eine milde Rezession geben, wie viele hoffen. Vielmehr sollte das BIP ab dem vierten Quartal 2022 nachhaltig schrumpfen. Mit einem wieder anziehenden BIP rechnen wir frühestens im Schlussquartal 2023, womit die Wirtschaftskrise mindestens so lange dauern würde wie der Durchschnitt der Rezessionen in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. An Finanzmärkten rücken die Rezessionsgefahren ins BlickfeldIn der Eurozone hat sich der Konjunkturhimmel bereits in den vergangenen Wochen immer weiter verdunkelt. Insbesondere der scheinbar unaufhaltsame Anstieg der Gas- und Strompreise stellt eine ernstzunehmende Bedrohung für die Wirtschaft dar. Auf die privaten Haushalte und die Unternehmen rollt eine gigantische Kostenlawine zu. Die Aussichten für den privaten Konsum sind mit Sicht auf die nächsten sechs bis neun Monate mithin äußerst bescheiden. Doch auch die Unternehmen ächzen unter den explodierenden Kosten. Vielfach wissen sie sich bereits jetzt nicht mehr anders zu helfen, als die Produktion zu drosseln und die Investitionsausgaben zu kürzen. Darüber hinaus hinterlässt die sich abzeichnende globale Konjunkturabschwächung bereits erste Spuren bei den Export-orders. Der Außenbeitrag dürfte das Wirtschaftswachstum infolge sinkender Ausfuhren bei weniger stark rückläufigen Einfuhren im Jahr 2023 dämpfen.Angesichts solch trüber Aussichten haben die Unternehmen wenig Anreize, zu investieren. Die Verschärfung bei den Finanzierungskonditionen als Folge der steigenden Zinsen kommt als zusätzlicher Belastungsfaktor hinzu. Im Ergebnis prognostizieren wir für das kommende Jahr in der Eurozone einen BIP-Rückgang um 0,7 Prozent, wobei die Wirtschaftsleistung vom vierten Quartal 2022 an bis mindestens zum zweiten Quartal 2023 schrumpfen sollte.China wird als globaler Wachstumsmotor nicht in die Bresche springen können, wenn die westlichen Industrieländer ins Straucheln geraten. Zum einen bremst das Festhalten der Regierung an der Null-Covid-Strategie die Konjunktur. So wird vor allem der private Konsum auf absehbare Zeit immer wieder Rückschläge zu verkraften haben und das Wirtschaftswachstum dämpfen. Als zweiten Belastungsfaktor sehen wir den Immobilienmarkt, der infolge der 2020 begonnenen stärkeren staatlichen Regulierung bis zuletzt immer mehr unter Druck geraten ist. Alles in allem werden beide Faktoren das chinesische Wirtschaftswachstum in den kommenden Quartalen deutlich bremsen. Im laufenden Jahr dürfte der BIP-Zuwachs bei rund 3,0 Prozent liegen und 2023 nur leicht darüber, womit der Durchschnitt der Vor-Corona-Zeit von 6,0 Prozent deutlich unterschritten wird.Für die Finanzmärkte sollte die ausgeprägte Rezession in den USA und der Eurozone ein Game Changer sein, weil schon bald statt der Inflations- die Rezessionsgefahren in den Vordergrund rücken werden. Denn sobald die Weltwirtschaft in einer Rezession steckt, ergibt es für die Notenbanken keinen Sinn mehr, weiter an der Zinsschraube zu drehen. Schließlich haben sie dann ihr Ziel erreicht, die Nachfrage nachhaltig zu dämpfen. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Notenbanken spätestens Anfang 2023 den Kurs der geldpolitischen Straffungen beenden. In den USA sollte bei 3,75 bis 4,00 Prozent und in der Eurozone bei 1,50 bis 1,75 Prozent der Leitzinshochpunkt erreicht sein. Mehr noch, die Fed dürfte ab dem zweiten Quartal 2023 auf den von uns prognostizierten namhaften Anstieg der Arbeitslosenquote mit monetären Lockerungen reagieren. Rückschlagpotenzial für BörsenindizesUnsere Leitzinsprognose weicht damit erheblich von dem an den Geldterminmärkten eingepreisten Szenario ab. Aktuell rechnen die Märkte damit, dass die Leitzinsen in der Eurozone auf 2,75 Prozent angehoben werden und die Fed-Funds-Rate im März 2023 bei knapp 4,75 Prozent liegt.

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Hamburg will Kleinanleger besser schützen – Gesetzesentwurf deckelt Investitionssummen bei Vermögensanlagen

Aus Sicht der Freien- und Hansestadt Hamburg (FHH) schützt das Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) in seiner gegenwärtigen Fassung Kleinanleger nicht wirksam vor Vermögensverlusten. Aus diesem Grund hat die FHH beim Bundesrat einen Gesetzesentwurf (Drucksache 428/22) eingereicht, wonach das VermAnlG um eine generelle Deckelung der Anlagesummen je Investment entsprechend der individuellen Vermögenslage der Verbraucher ergänzt werden soll. Die bereits für sogenannte „Schwarmfinanzierungen“ einschlägigen Investitionsgrenzen sollten für alle im Vermögensanlagengesetz genannten Finanzanlagen verbindlich festgelegt werden. Um den Anlegerschutz zu verbessern hat der Gesetzgeber im Juni 2021 das Vermögensanlagengesetz um ein grundsätzliches Verbot des Vertriebs sogenannter „Blindpools“ erweitert. Danach sind künftig Vermögensanlagen, bei denen das Anlageobjekt noch nicht „konkret bestimmt“ ist, nicht mehr zulässig (§ 5b Absatz 2 VermAnlG). Laut FHH sei diese Regulierung der Anbieterseite nicht geeignet, in der Zukunft hohe Kapitalverluste nennenswert zu begrenzen oder zu vermeiden. Denn: Im Rahmen einer Billigung des vom Gesetzgeber bei Vermögensanlagen vorgeschriebenen Verkaufsprospekts prüft die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) lediglich, ob der Verkaufsprospekt die gesetzlich geforderten Mindestangaben enthält und ob der Prospektinhalt verständlich und kohärent (widerspruchsfrei) ist. Sie prüft die Prospektangaben jedoch nicht auf inhaltliche Richtigkeit. Ebenso erfolgt weder eine Überprüfung der Seriosität des Emittenten noch eine Kontrolle des Produkts. Daher sei laut FHH, statt die Produktpalette zu regulieren, der Anlegerschutz durch Begrenzung der Anlagesummen und gesetzliche Widerrufregeln gegenüber Emittenten sowie Anlagevermittlern und -beratern zu stärken. Anleger erhielten so eine dem Wertpapierrecht vergleichbare Rechtsposition.Mit der von der FHH vorgeschlagenen gesetzlichen Änderung werde die Regelung für die Anlagegrenzen von Schwarmfinanzierungen in § 2a Absatz 3 Satz 1 Nr. 1 – 3 Vermögensanlagengesetz alte Fassung in einen neuen § 5d überführt und auf alle Finanzanlagen des Vermögensanlagengesetzes ausgeweitet. Die Unternehmen werden verpflichtet, die Höhe der Anlagesummen entsprechend dem Vermögen der Kleinanleger zu begrenzen, um diese wirksam vor riskanten Finanzanlagen und dem vollständigen Verlust ihres Kapitals infolge des Scheiterns einer einzigen Geldanlage, in die sie ihr gesamtes Kapital investiert haben, zu schützen. Ausgenommen werden Vermögensanlagen für soziale und religiöse Zwecke, weil sie vom Volumen wenig bedeutend sind, von ihnen keine erhebliche Gefahr ausgeht und sie in der Regel gemeinnützigen Zwecken dienen.Zudem erhalten Anleger ein Rücktrittsrecht, wenn die für sie einschlägige Wertgrenze überschritten wurde. Dieses Rücktrittsrecht ist an die Sonderregelungen in §§ 19 ff., 37, 39, 56, 157 und 169 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) angelehnt. Die dem § 95 Absatz 2 VVG vergleichbare gesamtschuldnerische Haftung von Emittent, Anlageberater und Anlagevermittler soll vor Vermögensverlusten im Falle der Insolvenz oder Vermögenslosigkeit Emittenten oder der am Zustandekommen der Anlage Beteiligten schützen. Die BaFin wird zudem ermächtigt, Werbe- und Vertriebsverbote auszusprechen, wenn Verstöße gegen die Vorgaben des § 5d bekannt werden.„Immer mehr Verbraucher:innen beschäftigten sich mit Geldanlagen, weil Nullzinsen, Kontoführungsgebühren und Inflation das Vermögen auf dem Sparkonto schrumpfen lassen. Oft werden den Menschen aber falsche Versprechen gemacht, sie werden falsch beraten oder kaufen hochriskante Produkte, ohne sich darüber im Klaren zu sein. Wir wollen das Gesetz über Vermögensanlagen deckeln, um Kleinanleger:innen auf dem grauen Kapitalmarkt vor hochriskanten Einzelinvestments zu schützen“, kommentiert Anna Gallina, Senatorin für Justziz und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg.Den vollständigen Gesetzentwurf finden Sie hier: https://dserver.bundestag.de/brd/2022/0428-22.pdf EXXECNEWS hat Anbieter von Vermögensanlagen um ihre Einschätzung des Hamburger Regulierungsvorhabens gebeten. Nachfolgend die Antworten, die uns bis Redaktionsschluss erreicht haben. Robert List, Geschäftsführer Asuco Fonds GmbHRealistischerweise würde die Umsetzung des Gesetzesentwurfes, nämlich die massive Deckelung der Anlagesumme, zum Todesstoß für die Vermögensanlagen werden. Möglicherweise ist das politisch so gewollt. Die Finanzierung der meisten Projekte wäre einfach so nicht mehr darstellbar. Der Aufwand für Konzeption, Prospekterstellung und Vertrieb würden wirtschaftlich nicht mehr in einem vertretbaren Verhältnis zu den möglichen Volumina stehen. Dazu kommt auch, dass die fragliche Regelung bei Crowdinvestments meiner Einschätzung nach gerade nicht dafür gesorgt hat, dass dort alles problemlos läuft. Bernhard Engl, Prokurist ForestFinanceWir halten diesen Gesetzentwurf zur erneuten Anpassung des Vermögensanlagengesetzes für völlig überzogen. Nach unserer Ansicht würde durch diese Anpassung für die Emittenten ein erheblicher Mehraufwand entstehen, da in der Regel bei einem maximalen Investitionsbetrag von 1.000 Euro wesentlich mehr Anleger zu verwalten sind als dies bisher der Fall ist.Der geplante Gesamtbetrag dürfte auch nicht für den Emittenten gelten, sondern maximal für die jeweilige Vermögensanlage. Wir bieten zum Beispiel unterschiedliche Projekte in verschiedenen Ländern über den gleichen Emittenten an. Die diskutierte Änderung würde dazu führen, dass für jedes Projekt ein separater Emittent mit zusätzlichen Kosten für den Anleger auftreten würde.Anstatt immer weitere Grenzen und Restriktionen einzuführen, sollte der Gesetzgeber dafür sorgen, dass die Bürger zu den Anlageformen informiert und gebildet werden und so unter Berücksichtigung der Risiken ihre eigenen Entscheidungen treffen können. Mathias Feld, Beteiligungsmanager der Luana AGDa wir aufgrund des Blindpoolverbots im Vermögensanlagengesetz und der damit verbundenen Unklarheiten und Risiken in der Platzierungsphase bis auf weiteres auf öffentlich angebotene Vermögensanlagen verzichten, sind wir von dem Gesetzesentwurf aktuell nicht betroffen. Um unsere Projektpipeline und das damit verbundene Unternehmenswachstum adäquat zu finanzieren, haben wir einen jährlichen Kapitalbedarf von rund zehn Millionen Euro p.a. Hier stehen neben einer öffentlich angebotenen Vermögensanlage weitere spannende Vehikel zur Verfügung, die eine bedarfsgerechte Kapitalbeschaffung ermöglichen.Konkret zur Frage: Aus der Portfoliotheorie ist bekannt, dass die (effiziente) Kapitalmarktline mittels einer Kombination aus risikoloser Anlage und dem Marktportfolio gebildet wird. Zwar ist das Marktportfolio bestmöglich diversifiziert und damit keine Einzelanlage, doch durch die Beschränkung von Assetklassen und Investitionsbeträgen wird das sogenannte „Investment Opportunity Set“ des Investors und damit die Diversifikationsmöglichkeit eingeschränkt. In der Theorie nehmen damit die Marktunvollkommenheiten zu und das beste (effiziente) Ergebnis kann von dem Investor nicht mehr erreicht werden.Zudem dürfen öffentlich angebotene Vermögensanlagen seit der letzten Novellierung im Jahr 2021 ohnehin nur durch einen qualifizierten beziehungsweise sachkundigen Vertrieb erfolgen. Hintergrund der Überlegungen war, dass der sachkundige Vermittler und Berater die Rolle einer Schutzinstanz übernehmen sollen.Insgesamt halte ich die Maßnahme weder für angemessen noch für erforderlich. Nicht für angemessen, da dem Investor die Entscheidungskompetenz abgesprochen wird. Nicht für erforderlich, da das Gesetz die Zeichnung ohne Intermediär ohnehin nicht erlaubt und die durchschnittlichen Zeichnungssummen im Retailgeschäft in der Praxis nicht deutlich höher liegen werden. Karsten Reetz, Geschäftsführer der reconcept GruppeVerbraucherschutz ist stets ein Balanceakt zwischen Schutz und Bevormundung. Mit der geplanten Deckelung der Anlagesumme geht der Staat jedoch deutlich zu weit.

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