Tag: 28. März 2022

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Beratung & Vertrieb

„Wir sind seit jeher im professionellen Finanzvertrieb verwurzelt“

Die in Dortmund ansässige Dr. Peters Group gehört zu den ältesten und erfahrensten familiengeführten Emissionshäusern im deutschen Sachwertinvestmentmarkt. Unternehmenschefin Kristina Salamon formte in den vergangenen drei Jahren ein neues Team und machte die Dr. Peters Group zukunftsfit. Eine Schlüsselrolle spielt seit September 2021 der erfahrene Vertriebsmanager Sven Mückenheim, der bei der Dr. Peters Group die Geschäftsführung des Vertriebs übernommen hat. EXXECNEWS hat mit Sven Mückenheim über seine Ziele, die Rolle des B2B-Vertriebs sowie über aktuelle und zukünftige Produkte der Dr. Peters Group gesprochen. Wie sieht Ihre erste Zwischenbilanz nach Ihrem Wechsel zur Dr. Peters Group vor mehr als einem halben Jahr aus? Welche Ziele verfolgen Sie? Mein Auftrag ist klar: Wir bauen das B2B-Vertriebsgeschäft aus und intensivieren die Verbindungen zu unseren Vertriebspartnern. Dabei sind wir schon ein gutes Stück vorangekommen und konnten einige neue Vertriebspartner für die Dr. Peters Group gewinnen, mit denen wir in den vergangenen Monaten erfolgreiche Platzierungen realisieren konnten. Welche Rolle spielt der B2B-Vertrieb bei Dr. Peters? Unser Unternehmen ist seit jeher im professionellen Finanzvertrieb verwurzelt. Die qualifizierten Finanzdienstleister sind unsere wichtigsten Partner. Mein Engagement bei Dr. Peters unterstreicht das. Ich bin ein Verfechter des B2B-Vertriebs. Das Gros der Kunden fühlt sich am besten aufgehoben in den Händen von gut ausgebildeten Beratern und Vermittlern, die gemeinsam mit ihren Kunden anleger- und bedarfsgerechte Investmententscheidungen erarbeiten. Zurzeit bieten Sie den geschlossenen Publikums-AIF „Immobilienportfolio Deutschland 1“, an. Wie ist der Stand der Dinge? Die Anleger beteiligen sich an einem risikogemischten, ausgewogenen und stabilen Immobilienportfolio mit dem Fokus auf den Lebensmitteleinzelhandel und auf Nahversorgungszentren. Bisher haben wir drei Immobilien mit Top-Mietern für den Fonds gekauft. Welche Immobilien sind das und welche Vorzüge haben diese? Alle Objekte befinden sich an attraktiven Standorten mit einer für diese Objekte sehr gut geeigneten Mikrolage. Das erste Objek ist ein Nahversorgungszentrum in Bestwig in Nordrhein-Westfalen, mit der REWE Group als langjährigem Ankermieter. Die zweite Immobilie ist ein Supermarkt in Wietzendorf in der Lüneburger Heide in Niedersachsen. Dieser ist langfristig an den Marken-Discounter Netto vermietet. Der Ankermieter des dritten Objekts, welches in Thedinghausen beheimatet ist, einer Gemeinde südlich von Bremen, ist die erfolgreiche Discounter-Kette Lidl. Alle drei Objekte konnten wir mit im Marktvergleich niedrigen Kaufpreisfaktoren erwerben. Dies führt dazu, dass die Gesamtmittelrückflussprognose nach dem Ankauf dieser drei Objekte bereits gut 8-Prozentpunkte über dem ursprünglichen Prognosewert liegt. Zudem ist es uns gelungen, für alle drei Objekte langfristige und sehr günstige Finanzierungen abzuschließen. Das Immobilienportfolio der Dr. Peters Group besteht nur aus gewerblich genutzten Immobilien. Welche Vorteile haben aus Ihrer Sicht Gewerbeimmobilien im Vergleich zu den Wohnimmobilien? Ein wesentlicher Vorteil ist die Indexierung der Miete in den gewerblichen Mietverträgen. Das bedeutet, dass eine höhere Inflation durch vertraglich vereinbarte Mietpreisanpassungen automatisch zu Einnahmesteigerungen zugunsten des Eigentümers führt. Dies trägt in weiterer Folge zu Wertsteigerungen der Immobilie bei, die damit den allgemeinen inflationsbedingten Kaufkraftverlust ausgleicht. Deswegen eignen sich Gewerbeimmobilien meiner Meinung nach hervorragend zur Diversifizierung des Vermögens und im Speziellen von Immobilienportfolios. Das gilt insbesondere für Immobilien, die immer, also auch in wirtschaftlich turbulenten Zeiten, benötigt werden. Aus diesem Grund sind Immobilien des Lebensmitteleinzelhandels sowie Nahversorgungszentren für Investoren besonders interessant. Laut Prospekt ist vorgesehen, bis zu 50 Millionen Euro Anlegerkapital mit diesem AIF zu platzieren. Wie viele Objekte planen Sie noch in den Fonds aufzunehmen? Können Sie in dem wegen der hohen Nachfrage angespannten Immobilienmarkt attraktive Investments finden? Mit einem guten Netzwerk und ein wenig Geduld sind nach wie vor Immobilien zu finden, die für unser Fondsprofil geeignet und zu vernünftigen Preisen erhältlich sind. Zurzeit befinden sich weitere Immobilien in Prüfung, die mit ähnlich guten Konditionen überzeugen, wie die drei bereits angekauften Objekte. Wir gehen davon aus, dass wir noch im ersten Halbjahr die nächste Investition tätigen können. Eins haben wir für uns aber klar: Wir werben nur so viel Anlegerkapital ein, wie wir auch tatsächlich sinnvoll in gute Objekte mit einem attraktiven Renditerisikoprofil investieren können. Wird es in diesem Jahr weitere neue Produkte von der Dr. Peters Group geben? Im Privatkundengeschäft konzentrieren wir uns auf das Immobiliensegment, in dem die Dr. Peters Group vor über 45 Jahren begonnen und ihr Fundament gebaut hat. Wir planen demzufolge weitere Immobilienfonds. Außerdem ist die Emission einer Anleihe für wertpapieraffine Privatanleger vorgesehen, mit der wir auf die Bedürfnisse nach kürzeren Laufzeiten sowie nach depotfähigen und handelbaren Investments eingehen. An weiteren Produktstrukturen, auch für institutionelle Investoren, wird bereits gearbeitet. Sven Mückenheim ist Geschaftsführer des Vertriebs bei der Dr. Peters Group. Die Dr. Peters Group mit Hauptsitz in Dortmund und Niederlassungen in Hamburg und London konzipiert, platziert und verwaltet geschlossene Beteiligungsmodelle in den Assetklassen Flugzeuge und Immobilien. Das Unternehmen beschäftigt rund 120 Mitarbeiter und hat bislang 146 Fonds aufgelegt – mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über sieben Milliarden Euro.

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Banken dürfen sich nicht allein auf standardisierte Risikoklassen bei der Anlageentscheidung stützen

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat mit Urteil vom 03.02.2022 – AZ.: 6 U 36/21 – eine Bank verurteilt, einem Kunden Schadensersatz in Höhe von € 33.755,97 wegen fehlerhafter Anlageberatung zu bezahlen. Der Anleger, der unstreitig das Anlageziel „Altersvorsorge“ angab und eine sichere Anlage wünschte hatte zuvor auf Empfehlung der Bank in Container investiert. Ein Gastbeitrag von Rechtanwalt Oliver Renner (Wüterich Breucker Rechtsanwälte). Das Oberlandesgericht kam zum Ergebnis, dass die Empfehlung zur Investition in Container schon für sich genommen nicht mit dem Anlageziel der Altersvorsorge und einer sicheren Anlage entsprach. Der Anleger hatte vor der Investition in die Container 99,6 Prozent seines damaligen Geldvermögens in Höhe von 432.979,70 Euro in sichere Anlagen wie Sparkonten und nur einen Betrag in Höhe von 1.618,83 Euro in „UniFonds Aktien“ investiert. Eine Geldanlage, die ein Totalverlustrisiko, jedenfalls aber ein Kapitalverlustrisiko aufweist darf nicht ohne ausdrücklichen Hinweis auf die darin liegende Abweichung vom bisherigen, äußerst vorsichtigen Anlageverhalten empfohlen werden. In der Anlegerexploration hatte der Kunde bei der Basisanalyse, die fünf Risikotypen unterscheidet, sich mit dem Typ 3 „ausgewogener Anleger“ eingeschätzt: „Der Anleger erwartet höhere Erträge, aber nicht um jeden Preis. Werteinbußen werden in gewissem Maße temporär in Kauf genommen. Prinzipiell sollen Ertragschancen und Risiken in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.“ Nach Auffassung des Oberlandesgerichts Düsseldorf darf sich die Bank hierbei nicht allein auf derartige standardisierte Risikoklassen im Rahmen ihrer Beratung stützen: „Ob dem Kläger allein aufgrund dieser schematischen Einordnung, die ausweislich der Darstellung in der ‚C.-Bank Basisanalyse‘ maximal 50 Prozent tendenziell riskante Anlagen zulässt, die streitgegenständliche Geldanlage hätte empfohlen werden dürfen, wie die Beklagte meint, erscheint fragwürdig ….. Die Bank darf sich, da es stets auf die konkrete Anlageentscheidung ankommt, ohnehin nicht allein auf derartige standardisierte Risikoklassen stützen. Es ist gerade die Aufgabe des Anlageberaters, ausschließlich Produkte zu empfehlen, die mit den Anlagezielen des Kunden – Anlagezweck und Risikobereitschaft – tatsächlich übereinstimmen (vgl. BGH, Urteil vom 22.03.2011 – XI ZR 33/10-, juris Rz. 24). Die berufliche Qualifikation des Anlegers oder dessen Gesamtvermögen spielen bei der Beurteilung der Risikobereitschaft des Kunden keine entscheidende Rolle. Die Fachkompetenz des Anlageberaters ist auch und gerade dann gefragt, wenn, wie hier, die eigene Risikoeinordnung und das bisherige Anlageverhalten sowie der Anlagezweck einander widersprechen. Einen solchen Widerspruch muss der Berater gegebenenfalls auflösen (so auch Kern in: Kümpel/Mülbert/Früh/Seyfried, Bankrecht und Kapitalmarktrecht, 6. Aufl. 2022, Anlageberatung und beratungsfreies Geschäft aus zivilrechtlicher Sicht, Abschnitt III. 2. Rz. 17.59). Schon ob der Berater B. dem Kläger dies deutlich genug vor Augen geführt und sich vergewissert hat, dass dieser diesen Widerspruch erkannt hat, die ins Auge gefasste Geldanlage von A. aber dennoch abschließen wollte, erscheint fraglich. Nicht nur der schriftsätzliche Vortrag des Klägers und dessen Angaben im Rahmen der Parteivernehmung, sondern auch und gerade derjenige der Beklagten lassen vermuten, dass dies nicht der Fall ist.“ (OLG Düsseldorf, Urteil vom 03. Februar 2022 – 6 U 36/21 – ).  Die Beratung durch eine Bank oder auch einen freien Anlageberater müssen anleger- und anlagegerecht erfolgen. Die Frage, ob eine anlegergerechte – auf den konkreten, individuellen Anleger bezogene – Beratung und Empfehlung stattfand hängt von den jeweiligen Umständen des Einzelfalls ab. Bei einem anderen Anleger hätte die Empfehlung zur Investition in Container gegebenenfalls anlegergerecht sein können. Es kommt daher immer auf den konkreten Einzelfall an, der sorgfältig und umfassend ermittelt werden muss.

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Neuer DFPA-Service: Alles über den Fonds-Zweitmarkt

Die Deutsche Zweitmarkt AG und die DFPA Deutsche Finanz Presse Agentur haben eine umfassende Kooperation vereinbart: DFPA informiert künftig ausführlich über die Fondsbörse Deutschland, den Fonds-Zweitmarkt für den Handel mit Anteilen an Geschlossenen Fonds, und zeigt live die aktuellen Quotierungen des Marktes. Probleme der Vergangenheit Fonds sind illiquide Assets, langfristig gebundene Investments. Anlegern, die vor Ende der Laufzeit ihrer Beteiligung über ihr Investment verfügen wollen oder müssen, bleibt regelmäßig nur die Möglichkeit des Verkaufs ihrer Beteiligung. In der Vergangenheit gestaltete sich dies für Anleger äußerst schwierig. Wer verkaufen wollte, musste einen Käufer finden. Vielfach konnten Treuhänder vermittelnd helfen. Oder Initiatoren boten einen „in-house“-Handel an. Von einem Markt für „gebrauchte“ Fondsanteile konnte keine Rede sein. Der heutige Fonds-Zweitmarkt Der heutige Zweitmarkt für gebrauchte Fondsanteile geht auf eine Initiative der BÖAG Börsen AG aus dem Jahr 1998 zurück. Seit 2004 wird die Handelsplattform unter der Marke „Fondsbörse Deutschland“ geführt und bietet heute eine einfache und effiziente Lösung für Investoren, die Fondsanteile als „secondaries“, als Anteile im Zweitmarkt kaufen oder verkaufen wollen. Rund 4.800 Fonds sind bei der Fondsbörse Deutschland gelistet. Allein 2021 wechselten 8.211 Anteile mit einem Nominalkapital von insgesamt 337 Millionen Euro die Eigentümer. Die Fondsbörse Deutschland ist der etablierte Marktplatz für Käufer und Verkäufer von Anteilen an Geschlossenen Fonds – einerlei, ob Immobilien-, Schiffs-, Windkraft- oder Leasingfonds. Nicht nur Endkunden nutzen diesen Handelsplatz, sondern auch Großbanken, Genossenschaftsbanken, Landesbanken und Sparkassen wie auch freie Vermittler. Der Markt wird in Anlehnung an börsliche Regeln organisiert von den Börsen in Düsseldorf, Hamburg und Hannover und unterliegt einer strengen Marktordnung, was Sicherheit und Transparenz für Käufer und Verkäufer gewährleistet. Betreut wird der Handel an der Fondsbörse Deutschland von der Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG und der Deutsche Zweitmarkt AG. DFPA und Fonds-Zweitmarkt Die DFPA Deutsche Finanz Presse Agentur wird künftig umfassend über die Entwicklung dieses Fonds-Zweitmarktes für Anteile an Geschlossener Fonds und seiner Transaktionen berichten. Mit einem Laufband werden live die aktuellen Quotierungen gezeigt. DFPA bringt alle News zum Zweithandel, kommentiert und recherchiert herausragende Transaktionen, veröffentlicht die Quartals- und Lageberichte der Börse, bringt Brancheneinschätzungen zum Zweitmarkt, führt Interviews mit den professionellen Akteuren am Zweitmarkt und berichtet auch über neue Produkte, die speziell in Zweitmarkt-Finanzprodukte investieren. Jan-Peter Schmidt, Vorstand der Deutsche Zweitmarkt AG, sagt: „Durch die DFPA-Berichterstattung wird der Zweitmarkt für geschlossene Fondsanteile noch stärker in das Bewusstsein der Anleger rücken und ihnen die Chancen und Möglichkeiten dieses Marktes nahegebracht.“ DFPA-Herausgeber Dr. Dieter E. Jansen ergänzt: „Es ist seit jeher unser Credo, den privaten Kapitalbeteiligungsmarkt so transparent wie nur möglich zu machen – für alle, für die Professionals wie auch für die Anleger. Der Zweitmarkt für geschlossene Fondsanteile gehört ganz sicher dazu. Durch unsere Berichterstattung helfen wir mit, illiquide Assets liquide zu machen.“ Jan-Peter Schmidt, Vorstand der Deutsche Zweitmarkt AG.

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Venture Capital als Anlageklasse – Demokratisierung der Private Markets

Kaum eine Anlageklasse ist für kleinere Anleger so verschlossen wie Venture Capital. Als Geldgeber dominierten laut einer Studie der KfW im Jahr 2020 in Deutschland vor allem Unternehmen, Pensionsfonds und Versicherer sowie die öffentliche Hand. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass direkte Investitionen in Venture-Capital-Fonds, die häufig als Spezial-AIF klassifiziert werden, mit einer Mindestinvestition von 200.000 Euro, teilweise aber auch von mehr als einer Million Euro, verbunden sind. Dabei bietet diese Anlageklasse viele Vorteile, von denen Anleger, die das Ziel eines langfristigen Vermögensaufbaus haben, profitieren können. Gleichzeitig tragen Anleger mit dem Geld zu einer Entwicklung der Volkswirtschaft bei. Hohe Renditepotenziale in den Private Markets Heutzutage ist es für Unternehmen einfacher, sich Kapital in den privaten Märkten über beispielsweise Venture- und Growth-Capital-Fonds zu beschaffen. Unternehmen sind nicht mehr dazu gezwungen, über einen IPO Kapital einzusammeln. Dies hat zur Folge, dass Unternehmen ihren Börsengang länger hinauszögern und ein immer größerer Teil der Wertsteigerung vor dem Börsengang, also in den Private Markets, der für Privatanleger nur schwer zugänglich ist, stattfindet. Dies spiegelt sich auch in relevanten Studien wider. Laut einer Veröffentlichung von Cambridge Associates konnten europäische Venture-Capital-Fonds, abgebildet durch den „Europe Developed Venture Capital Index“, beispielsweise innerhalb der letzten zehn Jahre im Schnitt 22,7 Prozent Rendite per annum erzielen. Der MSCI Europe ETF hingegen konnte im gleichen Zeitraum lediglich 5,6 Prozent per annum an Wertsteigerung erfahren. Geringe Korrelation zu öffentlichen Märkten Venture-Capital-Portfolios korrelieren kaum mit großen börsengelisteten Unternehmen. Eine Portfoliobeimischung von Venture Capital führt daher zu einer Erhöhung der erwarteten Rendite bei gleichzeitig geringerem Gesamtrisiko. Ein Grund für eine geringe Korrelation mit den öffentlichen Märkten liegt vor allem darin, dass Start-ups oftmals in erst kürzlich geschaffenen Märkten agieren oder Marktanteile von sich langsam entwickelnden etablierten Unternehmen übernehmen. Zudem agieren Start-ups oftmals in Märkten, die mit abrupten Veränderungen, wie beispielsweise der Entstehung neuer Technologien oder Veränderungen in der Regulatorik, entstanden sind und die Entwicklung begünstigten. Förderung der Volkswirtschaft mit Innovationskapital Venture Capital hat zudem eine bedeutende Rolle für die volkswirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Um technologisch und international wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen neue Innovationen und Marktführer geschaffen werden. Innovationen entstehen jedoch nur selten in Konzernen und etablierten Unternehmen, sondern in Start-ups, welche Venture Capital benötigen, um innovative Produkte und Dienstleistungen zu finanzieren. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Aspekt ist das Arbeitsplatzwachstum. Während bei den DAX30-Unternehmen innerhalb der letzten zwei Jahre ein Beschäftigungsrückgang zu verzeichnen war, konnten die Arbeitsplätze bei Start-ups und Scale-ups ein erhebliches Wachstum verzeichnen. Welche Möglichkeiten haben Privatanleger? Die Entwicklung der Zugänglichkeit lässt sich grob in drei Generationen aufteilen. Bisher konnten sehr vermögende Anleger über traditionelle Dachfonds-Konstrukte den Zugang zu Venture-Capital-Fonds erhalten. Der Zugang war hier jedoch oft mit einem langwierigen Prozess verbunden. Aufgrund der Digitalisierung etablierten sich in den letzten Jahren digitale Plattform als Intermediäre, die Anleger bereits ab 200.000 Euro die Möglichkeit gaben, ein diversifiziertes Portfolio in dieser Assetklasse aufzubauen. Die Plattformen zeichnen sich vor allem durch einen digitalen Investitionsprozess aus. Im Zuge der Etablierung neuer Technologien wie der Tokenisierung und der Blockchain gelingt es nun inVenture, die Digitalisierung mit noch geringeren Eintrittshürden zu verbinden. Über sogenannte Tokens erfolgt die Demokratisierung der Anlageklasse, mit denen mittelbare Investitionen in Venture-Capital-Fonds abgebildet werden. Die Tokens haben dabei zwei große Vorteile. Zum einen können Tokens als Wertpapiere klassifiziert werden. Dies führt dazu, dass mittelbare Investition bereits ab 1.000 Euro ermöglicht und die Eintrittsbarrieren damit signifikant reduziert werden. Zum anderen besitzen Tokens die Charaktereigenschaft der Handelbarkeit, sodass auch ein vorzeitiger Ausstieg in Aussicht gestellt wird. Die Tokens können vollständig digital erworben werden und geben Privatanlegern die Möglichkeit, Venture Capital ihrem Portfolio beizumischen und von dieser einzigartigen Anlageklasse zu profitieren. Wichtig bleibt aber auch zu sagen: Die Anlageklasse Venture Capital ist mit einem hohen Risiko verbunden, da es sich um Frühphaseninvestitionen handelt. Anleger sollten daher ihr Portfolio gut diversifizieren, wenn sie sich für eine Beimischung von Venture Capital für den langfristigen Vermögensaufbau entscheiden sollten.

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ESMA-Leitlinien zu Marketing-Anzeigen: Fluch oder Segen?

Seit dem 2. Februar 2022 ist neben der Zeitenwende, die der Ukraine-Krieg wirtschaftlich und politisch für uns alle bedeutet, auch eine Zeitenwende in der Werbung für Kapitalanlagen eingetreten. Seit diesem Tag gilt die ESMA-Leitlinien für Marketing-Anzeigen über den grenzüberschreitenden Vertrieb von Fonds (ESMA ist die europäische Finanzdienstleistungsaufsichtsbehörde, genauer: Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde). „Die Anforderungen an die Marketing- Anzeigen … werden wahrscheinlich viele Fonds- Promotoren überrumpeln, da sie die künftigen Anforderungen dieser Leitlinien in der freien Produktentwicklung berücksichtigen müssen. Insbesondere bei ihrem ersten Vorstoß in die EU.“ So kommentiert Wildgen Luxembourg Law Firm diese Richtlinie im Internet. Probleme der ESMA-Leitlinien für das Marketing In der Tat, diese Marketing-Richtlinie stellt die bisherigen Werbemöglichkeiten für AIF und Anteile oder Aktien eines OGAW (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren) auf den Kopf. Solche Werbung wird praktisch ad absurdum geführt und damit sinnlos. Marketing-Anzeigen müssen künftig gleichgewichtig eine Vielzahl von Risiko-Hinweisen enthalten, vergleichbar mit einem Beipackzettel für positiv wirkende Arzneimittel. Wer den Beipackzettel vor Einnahme des Medikaments liest, wird möglicherweise von der Einnahme absehen. Eine Produktinformation mit einer langen Liste von Warn-Hinweisen schreckt von der Zeichnung ab. Dabei ist der verpflichtende Hinweis: „Dies ist eine Marketing-Anzeige. Bitte lesen Sie den Prospekt des OGAW… das Informationsdokument (des AIF…) bevor sie eine endgültige. Anlage- Entscheidung treffen“… noch die geringste Info-Pflicht. Eine Marketing-Anzeige mit 50 Prozent Risikohinweisen verfehlt ihre Werbewirkung und wird deshalb nicht geschaltet. Eine Lösung wird gesucht Leidtragende sind der Initiator, der potenzielle Anleger, aber besonders auch die Presse, die von diesen Schaltaufträgen lebt. Ob die ESMA-Marketing-Richtlinie den Anlegerschutz fördert, bezweifle ich. Die inzwischen durchgängig seriöse Branche der Anlage-Promotoren schaltet längst keine irreführende Werbung mehr. Ich wundere mich seit zwei Monaten, warum selbst unsere treuesten Werbepartner derzeit keine AIF-Schalt-Aufträge erteilen. Der Marketing-Chef eines bedeutenden Initiators hat mir gesagt: „Wir suchen seit zwei Monaten nach einer Lösung für dieses Problem. Bis dahin wollen wir keine Risiken eingehen und werben nicht für AIF.“ Unsere Medien haben inzwischen Möglichkeiten konzipiert, um einerseits die Richtlinie nicht zu verletzen, gleichzeitig aber auch AIF- und OGAW-Werbung durchzuführen. Solche zielführenden Vorschläge werden wir nunmehr direkt unseren Kunden und Werbepartnern vorstellen. Um Ihnen die ESMA-Richtlinie und ihre Bedeutung genauer vorzustellen, habe ich Herrn Rechtsanwalt Prof. Zacher gebeten, einen Beitrag dazu zu verfassen. Sie lesen diesen in der kommenden Ausgabe. „Umsichtige Firmen sollten bereits sicherstellen, dass die in den Marketing-Anzeigen enthaltenen Informationen mit den rechtlichen und regulatorischen Dokumenten des Fonds übereinstimmen, aber dies ist nun eine regulatorische Verpflichtung, und es sollte darauf geachtet werden, über die Grundlagen hinauszugehen und mehr über empfohlene Haltedauern, Risiken und Chancen, Kosten, der vergangenen und erwarteten künftige Wertentwicklung und nachhaltigkeitsbezogene Aspekte der Anlage nachzudenken. Die Anforderung besteht darin, die Kohärenz zu gewährleisten, und nicht darin, alle Rechtsbegriffe zu reproduzieren. Außerdem sollten die Unternehmen Querverweise auf die Rechtsdokumente vermeiden.“ Aus: Wildgen Luxembourg Law Firm, Anwendung der ESMA-Leitlinien zu Marketing-Anzeigen für AIFs und OGAWs ab dem 2. Februar 2022  www.wildgen.lu

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