Tag: 1. März 2022

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Jahresauftaktveranstaltung der Pensions-Akademie:

Vielfältige Themen, anspruchsvolle Perspektiven & ein neuer bAV-Preis Die virtuelle Jahresauftaktveranstaltung der Pensions-Akademie nutzten am 10. Februar 2022 mehr als 100 zugeschaltete Teilnehmer. Im Blickpunkt standen zahlreiche Beiträge von der Kapitalanlage bis hin zu ganz individuellen ESG-Perspektiven sowie die diesjährige bAV-Agenda für alle Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (EbAV) hierzulande. Zudem wurde neben dem bereits etablierten ESG Pension Award erstmal der ESG Pension Award Transformation verliehen. Zum Jahresauftakt verbanden Frank Vogel & Jürgen Scharfenorth von der Pensions-Akademie e. V. ihre einleitenden Worte zugleich mit einem Blick zurück wie nach vorn. Denn mittlerweile hat sich die Pensions-Akademie gerade mit ihren Fachveranstaltungen auf dem Parkett etablieren können. Hier bietet sich regelmäßig eine Plattform für den regen Austausch – der zukünftig hoffentlich wieder auf persönlicher Ebene stattfinden kann. So steht am 5. April bereits der nächste Senior Roundtable an und voraussichtlich im Juni ist geplant, die Fachtagung mit einem Sommerfest für reale, entspannte Begegnungen an der frischen Luft zu verknüpfen. Schauen Sie also am besten regelmäßig auf unseren Seiten vorbei – oder seien Sie gern als Mitstreiter live dabei! Über Ausblicke und Herausforderungen – bAV-Agenda 2022 und EIOPA-Stresstest Zu Beginn vermittelte Dr. Georg Thurnes einen detaillierten Ausblick auf die bAV-Agenda im Jahr 2022 und verwies auf wichtige Handlungsfelder. Er sieht die bAV insbesondere im Spannungsfeld zwischen demografischen Wandel und Generationengerechtigkeit, geprägt von großen Herausforderungen im Zuge von Covid-19, Klima & Umwelt sowie Digitalisierung. Zudem nahm er bAV-relevante Aussagen im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung kritisch ins Visier beziehungsweise berichtete über den Stand in Sachen „Digitale Renteninfo“ und kommende Reglementierungen für die EbAV. Diesem Punkt schloss sich direkt Sandra Hack, EIOPA, an. Sie skizzierte das ab April 2022 anstehende EIOPA-Prüfszenarium, das als „Klimawandel-Stresstest für EbAV“ konzipiert und auf Investitionen fokussiert ist sowie – flankiert von Covid-19 und Inflation – das ökonomische Umfeld der EbAV reflektieren soll – siehe auch l-baV vom 22.02.2022 Ökonomische Faktoren aus fachlichen Perspektiven Im Anschluss präsentierten Dr. Olaf Scherf und Oliver Knoch (Deutsche Bank) das Thema „Steuerung von Rendite und Risiko im Niedrigzinsumfeld“ und zeigten Handlungsszenarien und Absicherungskonzepte auf, die sich zum Beispiel durch Market Timing, lineare beziehungsweise konvexe Strategien bieten. Ihrem Vortrag schloss sich Sabrina Jacobs von Insight Investment an, die über den „Einfluss divergierender Volkswirtschaften auf den Fixed-Income-Markt“ sprach und dafür sowohl national differenzierte wie auch globale Perspektiven in den Blick rückte. Nachhaltigkeit wird immer mehr zu einem Thema Zu einem permanent relevanter werdenden Aspekt rund um die institutionelle Kapitalanlage referierte auch Hans-Peter Bauder von LGIM unter dem Thema „Nachhaltiges Asset Management in der Praxis – Chancen und Herausforderungen“. In seinem Vortrag standen unter anderem ganzheitliche Betrachtungsweisen, Auswirkungen von Klimazielen auf globale Aktienwerte oder individuelle ESG Scores für Unternehmen im Fokus. Nachhaltige Perspektiven vermittelte auch Dr. Sebastian Müller (right. based on science) unter der Frage „Was kommt nach dem Carbon Footprint?“. Er stellte vor, wie „Temperature Alignment“ beispielhaft dazu beitragen kann, Pariser Klimaziele zu erreichen. Dr. Andreas Rickert, Nixdorf Kapital AG, hingegen präsentierte „Wie man richtig mit Rendite und Impact investiert“, stellte dazu interessante Zusammenhänge und verschiedene Ansätze vor, um zukünftig auf der Investorenseite „gemeinsam das Impact Age aufzubauen“. Noch eine Stufe fokussierter wurden Dr. Günther Rabensteiner und Dr. Markus Ziegler (Climate Endowment / eHydro 500) in ihrem Vortrag „Wasserkraft als zentrale Säule der Energiewende“. Sie stellten Wasserkraft als Energiequelle mit der höchsten Effizienz und als exzellente Anlagemöglichkeit für nachhaltig ausgerichtete Investoren vor. Preiswürdiges Engagement lohnt sich auch in der Praxis Zum Abschluss der vielfältigen Themenpalette stellte Jana Desirée Wunderlich von den Hannoverschen Kassen den Nachhaltigkeitsansatz des letztjährigen ESG Pensions Award -Gewinners vor. Bereits der Titel ihres Vortrags – „Zwischen Niedrigzins und großen Ambitionen …“ – war ein Fingerzeig darauf, inwieweit auch ein kleineres Versorgungswerk in punkto Nachhaltigkeit groß herauskommen kann. Sie sieht den Erfolg ihres Unternehmens vor allem „als Mischung aus Wissen, Haltung und Fähigkeiten“ sowie im Anspruch, etwaige ESG-Pflichten mit niedrigem Mehrwert lieber als aktive Kür plus hohen Mehrwert zu betrachten. Der Deutsche ESG Pension Award bekommt Zuwachs Gekürt wurden anschließend auch in diesem Jahr wieder EbAV, die das Thema Nachhaltigkeit besonders engagiert angehen oder beispielhaft umsetzen. In diesem Jahr geht der Deutsche ESG Pension Award an die Bayerische Versorgungskammer, die bei der Fach-Jury insbesondere in den Kategorien Organisation, nachhaltige Investments und nachhaltiger Investmentprozess punkten konnte. Erstmals verliehen wurde zudem der Deutsche ESG Pensions Award Transformation, der noch einmal einen Motivationsschub für alle EbAV bringen soll, um Nachhaltigkeit zu einer langfristig erfolgreichen Unternehmensstory zu machen. In diesem Jahr geht dieser Preis an den Vodafone Pension Trust e. V., der ESG-Aspekte nicht nur im Zuge seiner Kapitalanlage berücksichtigt, sondern das Thema Nachhaltigkeit als immer wichtiger werdenden Wertschöpfungsfaktor für den ganzen Konzern betrachtet. Sie waren als Teilnehmer dabei? Wir freuen uns über Ihr Feedback! Sie möchten Teil einer engagierten bAV-Szene werden? Wir freuen uns immer über neue Mitglieder!

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Bild der Autorin Alice Knorz
EXXECNEWS INSTITUTIONAL

„Schmiede Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“

Die Fairantwortung gAG ist eine gemeinnützige Unternehmerinitiative aus Karlsruhe. Sie möchte den Wandel unserer Gesellschaft hin zu einem nachhaltigen und klimaverträglichen Wirtschaftssystem zu unterstützen. EXXECNEWS INSTITUTIONAL sprach mit Alice Knorz, Vorstand von Fairantwortung. Dass Gespräch führte Hans-Jürgen Dannheisig. ENI: Wie bist Du dazu gekommen, Dich so intensiv für eine nachhaltige Gesellschaft einzusetzen? Knorz: Ich war schon immer sehr naturverbunden, was vermutlich meinen Eltern zu verdanken ist, die mit meinen Geschwistern und mir in unserer Kindheit viel in der überwiegend unberührten Natur Australiens unterwegs waren. Vor allem das Meer liebe ich besonders. Beim Segeln habe ich mit eigenen Augen die Auswirkungen unseres nicht-nachhaltigen Konsumverhaltens gesehen, der Müll und die Verschmutzung des Wassers haben mich tief getroffen. Zusätzlich ist mit der Geburt meiner Kinder das große Bedürfnis gewachsen, unseren wertvollen Planeten zu schützen und daran mitzuwirken, dass auf ihm auch künftige Generationen ein gutes Leben führen können. Im Januar 2018 hatte ich die Möglichkeit, mich zunächst als ehrenamtliches Mitglied des Aufsichtsrats bei der gemeinnützigen Unternehmerinitiative Fairantwortung gAG zu engagieren. Ich habe gemerkt, dass für mich dieses Thema immer wichtiger wurde. Seit September 2019 setze ich daher nun in Vollzeit als Vorstand der Fairantwortung all meine Energie daran, Unternehmen zum Umdenken zu bewegen und mit ihnen gemeinsam den Transformationspfad hin zu nachhaltigem Handeln zu gestalten und beschreiten. ENI: Heute geht es uns um das Unternehmen, das Du führst: die Fairantwortung gAG. Erzähl uns doch bitte etwas zu der Geschichte dieses Unternehmens. Knorz: Unser Gründer Ralph Suikat, mittlerweile Impact Investor und Business Angel für Impact Unternehmen, hat im Jahr 2013 und damals noch selbst als Unternehmer tätig, die Fairantwortung gAG aus der Vision heraus gegründet, den Wandel unserer Gesellschaft hin zu einem nachhaltigen und klimaverträglichen Wirtschaftssystem zu unterstützen.  Bis heute stehen wir dafür ein und orientieren uns dabei an den 17 Zielen der Nachhaltigen Entwicklung, den sog. Sustainable Development Goals der UN (kurz SDGs). Allen voran liegt uns SDG 17 sehr am Herzen: Schmiede Partnerschaften zur Erreichung der Ziele. Somit ist unsere Initiative in erster Linie ein Netzwerk und eine Gemeinschaft gleichgesinnter Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen. Zum einen suchen wir im Austausch miteinander aktiv nach Lösungen für die drängendsten ökologischen und sozialen Herausforderungen, zum anderen geben wir einander Impulse für nachhaltigeres Wirtschaften und gesellschaftliche Verantwortung. Obwohl wir im ersten Jahr mit 25 Förderern aus der Region recht stark gestartet waren, hatte sich die Runde der engagierten Förderer bis Anfang 2019 auf gerade einmal neun reduziert.  Wir wussten, dass wir uns für ein Entweder-Oder entscheiden mussten: Entweder aufgeben und abwickeln oder aber durchstarten, d.h. einen Vollzeit-Vorstand einsetzen, eine Neupositionierung wagen (mache Fairantwortung so sexy, dass alle mitmachen möchten) und schließlich auch die Umsetzung eines Leuchtturm-Projekts, das zum konkreten Handeln aufruft. Genau das haben wir ab Herbst 2019 konsequent umgesetzt. Zweieinhalb Jahre später zählen wir mittlerweile deutschlandweit fast 110 Fairantworter*innen – und es werden täglich mehr. Zudem haben wir viele Projekte umgesetzt: Etwa die Kampagnen Trinkfair (Leitungswasser trinken als einfachste Form des Klimaschutzes) und Durchblickmacher (Hilfe für KMU in der Pandemie), Fair2gether (Onlinevorträge mit positiven und erfolgreichen Beispielen von nachhaltigem Wirtschaften). Aktuell engagieren wir uns sehr für unser Projekt KlimaMachen (In 7 Schritten zur Klimaneutralität im Unternehmen). Uns ist vor allem wichtig, immer mit Mut und Erfindergeist gemeinsam die großen Herausforderungen unserer Zeit anzunehmen. Wir sind überzeugt, dass wir durch das Finden von Synergien und gemeinsamen Handeln im Netzwerk Großes bewirken können. Wir haben ein Business-Ökosystem der Nachhaltigkeit geschaffen, das nicht nur für schon bereits nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen ein Hafen ist, sondern auch für solche Unternehmen und Organisationen, die sich auf diesen Weg erst begeben möchten. Wir erleben jeden Tag, wie wir voneinander lernen und profitieren können. Es gibt bei uns keinen erhobenen Zeigefinger, sondern einen gemeinsamen Wunsch nach Veränderung, Innovationen und vor allem ganz konkretem Handeln für morgen. Der erste Schritt ist der wichtigste, die anderen Folgen einer nach dem anderen, denn eine nachhaltige Transformation benötigt in erster Linie Zeit und Unterstützung. ENI: Die Initiative hat einen starken Bezug zu mittelständischem Handeln. Wie wirkt sich das in der konkreten Arbeit aus? Knorz: Uns ist bewusst, dass Unternehmerinnen und Unternehmer oft sehr mit ihrem Business beschäftigt sind und vielleicht auch nicht immer die Zeit haben, sich ausführlich dem Thema Nachhaltigkeit zu widmen. Wir bekommen oft die Frage, was muss ich denn konkret machen, um mich und mein Unternehmen nachhaltiger aufzustellen. Was sind die ersten Schritte. Hier kommen wir ins Spiel, wir kuratieren wichtige Informationen und Entwicklungen im Bereich nachhaltigen Wirtschaftens und können so gezielt Impulse für nachhaltigeres Handeln setzen. Ob es dabei etwa um Themen wie die EU-Taxonomie geht oder auch was sogenannte Science-Based-Targets sind. So auch mit unseren Projekten, die zu konkretem Handeln auffordern. Zum Beispiel unser Projekt Trinkfair, bei dem es darum geht, Leitungswasser statt abgepacktes Wasser zu trinken. Es ist zum einen eine niedrigschwellige Verhaltensänderung – also es tut nicht wirklich weh, mal vier Wochen Leitungswasser zu trinken anstatt des gewohnten Sprudelwassers aus dem Supermarkt – und so kann der Mantel nachhaltigeren Handelns ausprobiert und gespürt werden. Meistens fühlt es sich ganz gut an. Das ist der erste kleine Schritt. Es kommt dann natürlich immer die Frage nach dem nächsten Schritt.  So kommt dann unser Projekt KlimaMachen ins Spiel, bei dem es um Klimaneutralität im Unternehmen geht. Natürlich ist das eine große Sache, kann aber durch einen niedrigschwelligen Zugang etwa durch unseren Leitfaden „In 7-Schritten zur Klimaneutralität“ den großen Berg etwas kleiner erscheinen lassen. ENI: Ihr konzentriert Euch auf greifbare Projekte, die es jedem leicht machen, selbst einen Beitrag zu leisten. Welche Projekte sind Euch aktuell besonders wichtig? Knorz: Es liegen uns eigentlich immer noch alle unsere schon genannten Projekte sehr am Herzen, aber das Projekt KlimaMachen gerade ganz besonders. Denn es betrifft die drängendsten Herausforderungen unserer Zeit, nämlich den Klimawandel und den Verlust der Biodiversität. Die Frage, wie ich mein Unternehmen bis 2035 dekarbonisieren kann und welche Geschäftsmodelle am besten geeignet sind, um uns dafür ideal und zukunftsfähig aufzustellen, sind drängender denn je.  Mit dem Projekt Klimamachen möchten wir aber nicht nur einen Leitfaden, sondern eine ganze Plattform ins Leben rufen,

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Grüner Globus
ESG Investing

Der nachhaltige Fondsmarkt in Deutschland wächst weiter dynamisch

Das Vermögen der Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen ist laut „Fokus Nachhaltigkeit“ des BVI Bundesverband Investment und Asset Management e.V. weiter um 130 Milliarden Euro auf 588 Milliarden Euro gewachsen. In Deutschland abgesetzte Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen weisen im vierten Quartal 2021 nochmals deutlich gestiegene Nettomittelzuflüsse aus: per Ende Dezember 2021 verwalteten Publikumsfonds demnach 463 Milliarden Euro. Spezialfonds kamen auf 125 Milliarden Euro.Allein im vierten Quartal war ein Wachstum von 130 Milliarden Euro (rund 28 Prozent) zu beobachten. Mit zusammen 49 Prozent haben Aktien- und Sachwertefonds den größten Anteil bei den Anlageklassen von Publikumsfonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen. Dies hat sich seit 2019 nahezu verdoppelt. Die Investitionen deutscher Anleger*innen in nachhaltige Fonds stiegen also innerhalb eines Jahres von etwa fünf Prozent auf rund 15 Prozent des gesamten Fondsvolumens. Das bedeutet, jetzt werden 31 Prozent des gesamten Publikumsfondsvermögens mit Nachhaltigkeitskriterien gemanagt.Im europäischen Vergleich sind jedoch bereits rund 40 Prozent aller Publikumsfonds mit Nachhaltigkeitskonzepten ausgestattet. Die höchsten Werte erzielen Schweden (79 Prozent), die Niederlande (69 Prozent)und Dänemark mit 63 Prozent. Das starke Wachstum im Jahr 2021 ergibt sich laut BVI einerseits aus der Umstellung bestehender Fonds im Zuge des Inkrafttretens der Offenlegungsverordnung, andererseits aus einem deutlich gestiegenen Anlegerinteresse an nachhaltiger Geldanlage. Publikumsfonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen erzielten im vergangen Jahr Netto-Mittelzuflüsse von 60 Milliarden Euro. Das entspricht einer Verdreifachung gegenüber dem Jahr 2020 (damals: 21 Milliarden Euro). Offenbar sind die Fondsgesellschaften in Deutschland bei der Einstufung ihrer Produkte als nachhaltig – im Sinne der Offenlegungsverordnung – tendenziell vorsichtiger als ihre Kollegen im Ausland. Spezialfonds haben ihre Ausrichtung auf Nachhaltigkeitskriterien im Jahr 2021 nicht derart deutlich erhöht, wie dies bei Publikumsfonds zu beobachten ist. Dies mag seine Ursachen in der Unsicherheit über die finale Ausgestaltung der EU-Taxonomie haben. Investoren kommentieren diesen Sachverhalt aber auch mit der höheren Transparenz und Aufmerksamkeit des Publikumsfondsmarktes. Svenja Hüsing, Senior Managerin im Bereich Sustainable Finance bei PwC Schweiz, sagt dazu: „Finanzdienstleister werden als wichtige Treiber für Nachhaltigkeitsthemen gesehen und tragen deshalb eine große Verantwortung. Entsprechend müssen sie aktiv daran arbeiten, Nachhaltigkeit transparent in ihren Angeboten zu verankern.“ Wir finden es interessant, wie sich diese Entwicklung in Großbritannien und anderen Regionen außerhalb der EU darstellt und werden uns dazu hier wieder melden.

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Bild von Antonis Schwarz
ESG Investing

„Auf der Investmentseite liegt mein Fokus eher im Umweltbereich“

Der Verkauf von Schwarz Pharma im Jahr 2006 war für die Familie Schwarz ein Cash-Event nach dem Vermögen einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden musste. Antonis Schwarz hat nach seinem Studium dann versucht mit seinen Mitteln die drängenden Herausforderungen unserer Zeit anzupacken. Er setzt sich unter anderem für grüne Politik und höhere Steuern für Vermögende ein. Damit nimmt er deutlich Position und fordert sich selbst heraus. Heute ist er als Impact Investor, Philanthrop und Aktivist griechisch-deutscher Abstammung international aktiv. Mit Aktivitäten im Venture Capital- und Family Office-Bereich ist er eine der markanten Personen der europäischen Impact Investing-Landschaft. Er sagt selbst von sich, dass er – da er das Vermögen nur geerbt habe – sein Selbstvertrauen über sinnvolle Aktivitäten erarbeiten müsse. Das Gespräch führte Hans-Jürgen Dannheisig. ENI: Toni, die Impact Welt wächst und gewinnt viele neue Befürworter und Mitstreiter. Du hast für Dich einen ganz eigenen Weg zwischen – oder besser mit – Philanthropie und Impact Investing gefunden. Was ist Dir besonders wichtig, wenn Du Dich für gute Projekte einsetzt? Schwarz: Ich glaube, die Menschen hinter den Projekten, mit denen ich zusammenarbeite, stehen im Vordergrund. Die intrinsische Motivation ist für mich ganz essentiell. Ohne die geht eine Zusammenarbeit für mich nicht. Gleichzeitig investiere ich lieber in „kleinere“ Venture Capital Fonds mit unter 50 Millionen Euro AuM und Spende an Projekte mit einem Jahresbudget von unter 150.000 Euro Jahresbudget. Hier gibt es für mich mehr „Additionalität“ als in Großprojekten, wo meine Spende oder Investment wenig Unterschied macht. Besonders interessant finde ich, neue Initiativen oder Fonds zu unterstützen, die es in der Regel schwierig haben, Geldgeber*innen zu finden.  ENI: Wir kämpfen alle an der Klimafront und versuchen möglichst viel Kapital hinter nützliche Initiativen zur CO2 Reduzierung zu bekommen. Bei Dir ist ein Schwerpunkt beim Social Impact zu sehen. Ist das ein Konflikt für Dich? Schwarz: Auf der Investmentseite liegt mein Fokus eher im Umweltbereich. Auf der philanthropischen Seite eher auf dem sozialen Bereich. Im Endeffekt sind aber die sozialen und ökologischen Probleme miteinander verwoben und man kann und sollte diese nicht getrennt voneinander betrachten. Die Soziologin Kimberly Crenshaw beschreibt das sehr gut mit ihrem Begriff der „Intersektionalität“, an dem sich die von mir gegründeten Guerrilla Foundation orientiert. Ebenso die SDGs, die unter anderem soziale und ökologische Themen inkludieren. ENI: Du unterstützt eine Reihe von Initiativen oder hast sie selbst auf den Weg gebracht. Welche liegen Dir besonders am Herzen? Kannst Du sie ein wenig beschreiben bitte? Schwarz: Ich habe Ende 2013 in Griechenland einen Ableger von Abgeordentenwatch namens Vouliwatch gegründet. Die NGO fördert Transparenz, Rechenschaftspflicht und Teilhabe in der griechischen Politik. Über die mehr als sieben Jahre, die es Vouliwatch gibt, sind uns einige Erfolge gelungen, wie zum Beispiel die Aufdeckung von Korruptionsfällen bei Abgeordneten. Seit ein paar Monaten bin ich an einem neuen Projekt in Griechenland dran: eine Energie-Kooperative auf der Insel Samos zu gründen, wo meine Familie ein Sommerhaus hat. Auf Samos wird der Strom leider zu mehr als 80 Prozent aus Dieselgeneratoren produziert. Das wollen wir ändern. ENI: Du setzt Geld und Beziehungen ein, um ausgewählte Projekte zu treiben. Wie aber kann aus Deiner Sicht der willige aber unerfahrene Anleger jetzt sinnvolle Initiativen unterstützen? Schwarz: Wenn man in „impact“ investieren möchte, bieten sich für Kleinanleger Crowdinvesting-Plattformen wie Bettervest an. Darüber hinaus glaube ich, dass es unglaublich schwer ist, den Markt zu schlagen. Dies bedeutet aber nicht, dass nicht eine Beimischung von Impact orientierten Investments empfehlenswert sein kann. Es muss sich aber in das individuelle Rendite-Risiko-Profil einfügen. Das heißt, dass für Kleinanleger grosso modo gilt: Sein Geld also in günstige ETF zu investieren und die Beträge zumindest teilweise spenden, finde ich eine gute Strategie. Dabei sind mir die methodischen und technischen Beschränktheiten der ETF bewusst, die Frage, wie viel Passivität Märkte ob ihrer Allokationsfunktion vertragen, die Macht der Indexprovider, das Problem nicht vollreplizierender ETF und vieles andere mehr. ENI: Du hast Dich seit Jahren für die Nutzung des Bestandes nachrichtenloser Konten für soziale Zwecke eingesetzt. Im Koalitionsvertrag der neuen Regierung steht: „Wir werden die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen, um Guthaben auf verwaisten Konten zur Förderung des Gemeinwohls nutzen zu können.“ Das ist zunächst ein gutes Signal. Wie geht es damit jetzt weiter und was ist Dein konkreter Plan? Schwarz: Der Koalitionsvertrag ist zunächst eine sehr gute Ausgangsbasis. Förderlich ist auch, dass die zuständigen Ministerien, also BMBF und BMF, subsidiär vielleicht auch BMWi und BMJ von Parteien geführt werden, die für die Reform eingetreten sind. Wir sind in Gesprächen mit der Leitungsebene, damit das Vorhaben zeitnah umgesetzt wird. Aktuell dominieren noch, wenig verwunderlich, Koordinierungs- bzw. Zuständigkeitsfragen. Das aber ist völlig normal. Auch im internationalen Vergleiche gab es genau diese Abstimmungsbedarfe, weil das Vorhaben geschäftsbereichsübergreifend ist. Die neue Koalition will aber sich genau dem stellen und die unterschiedlichen Sichtweisen positiv integrieren, während zuvor häufig die Zuständigkeit als Problem hochgezogen wurde. ENI: Impact Investing ist keine nationale Angelegenheit. Du bist viel in der Welt unterwegs und vernetzt. Was können wir von Initiativen, Vorgehensweisen und Strukturen in anderen Ländern lernen? Schwarz: Ich denke in Deutschland könnten Stiftungen viel mehr in Impact Investing Fonds investieren, doch leider sind die Stiftungsauflagen sehr streng. Ich persönlich bin daher auch von der Stiftungsreform der letzten Koalition enttäuscht. Die Kapitalanlagepolitik ist bei uns sehr stark, meiner Einschätzung nach zu stark, von der Gemeinnützigkeitkeitsmaxime einerseits, von dem Flickenteppich der Stiftungsgesetze der Bundesländer andererseits geprägt, die viel zu stark auf Kapitalerhalt fokussiert sind (trotz der Etablierung der Vebrauchsstiftung). Alles in einem sind wir aber jenseits des Stiftungsthemas in Deutschland auf einem guten Weg. Die letzten Jahre hat sich das Ökosystem sehr stark weiterentwickelt und große Akteure wie die Deutsche Börse versuchen Sustainable Finance zur Standardanforderung an Investments zu definieren. Inwieweit sich die EU-Taxonomieverordnung negativ auswirken wird, muss sich zeigen. Hier schließt sich übrigens der Kreis zu den Nachteilen der EU. Wenn EU-seitig Kernkraft und Gas als nachhaltig (zumindest für eine Übergangszeit und unter Auflagen) als „nachhaltig“ definiert werden, nehmen die Indexprovider solche Unternehmen auf mit der Folge, dass passive Gelder automatisch in diese Investments fließen. Das muss man nicht mögen, man sollte aber

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Blue Ocean Fund: Millionen für gesunde Ozeane

Im Herbst 2021 legte der französische Vermögensverwalter Swen Capital Partners den Impact-Fonds „Blue Ocean Fund“ auf. Heute ist er bereits 95 Millionen Euro schwer und hat damit fast sein Jahresziel von 120 Millionen Euro erreicht. Als Risikokapitalfonds investiert er in Technologien, die der Gesundheit der Ozeane dienen. Gegründet wurde der „Blue Ocean Fund“ im September 2021 auf dem World Conservation Congress der IUCN International Union for Conservation of Nature. Als reiner Impact-Fonds ist er nach Artikel 9 der EU-Offenlegungsverordnung eingestuft und richtet seine Investitionen nach Ziel 14 der UN-Nachhaltigkeitsziele („Leben unter Wasser“) aus. Investoren sind im Wesentlichen institutionelle Anleger wie Pensionfonds, Versicherungsgesellschaften, Banken und Family Offices aus Europa und den USA. Jüngste Investoren sind die staatliche französische Investitionsbank BPI (Banque Publique d’Investissement) und das französische Nationale Institut für Meereswissenschaften Ifremer. François Houiller, Vorsitzender und CEO von Ifemer, begründet das Engagement seines Hauses: „Forschung und Innovation sind die Schlüssel zum Schutz der Ozeane. Swen Capital Partners bringt einzigartiges Fachwissen mit, um europäische Start-ups zu unterstützen, die sich der Gesundheit der Ozeane widmen.“ Ozeane produzieren 50 Prozent des Sauerstoffs, den wir atmen, und absorbieren 93 Prozent der von Menschen produzierten überschüssigen Wärme. Daher stehen für den „Blue Ocean Fund“ die drei wichtigsten Probleme im Vordergrund, die die Qualität der Ozeane beeinträchtigen: die Verschmutzung, die Überfischung und der Klimawandel. Jérôme Delmas, CEO von Swen Capital Partners, sagt dazu: „Um Fortschritte zu erzielen, ist eine nachhaltige Blaue Wirtschaft entscheidend. Gesunde Ozeane werden uns weiterhin mit Nahrung, Sauerstoff, Transport, Erholung und Klimaregulierung versorgen.“ So orientieren sich erste Investitionen des „Blue Ocean Fund“ beispielsweise am Thema Nahrung: Das norwegische Start-up Optoscale entwickelt Lösungen, um Fischbiomasse in Aquakulturanlagen in Echtzeit und genau zu messen. Dies hilft Lachszüchtern, die übermäßige Fütterung zu reduzieren, Einsparungen zu erzielen und die Meeresverschmutzung durch Futtermittelabfälle zu bekämpfen. Ein weiteres Beispiel ist Noray, das erste Unternehmen weltweit, dem es gelungen ist, Garnelen in künstlichem Meerwasser im kommerziellen Maßstab zu züchten. Swen Capital Partners verwaltet ein Vermögen von 6,8 Milliarden Euro in einer breiten Palette von Anlageprogrammen für institutionelle und private Kunden. Swen Capital Partners ist eine Tochtergesellschaft von OFI Asset Management (deren Hauptgesellschafter die Versicherungsunternehmen auf Gegenseitigkeit Macif und Matmut sind) und der Crédit Mutuel Arkéa. Das Unternehmen hat die ESG-Kriterien in alle ihre Vermögensverwaltungsaktivitäten integriert. 2019 hat Swen Capital Partners seinen ersten Impact-Fund aufgelegt, der sich auf erneuerbares Gas konzentriert. Mit dem „Blue Ocean Fund“ verstärkt das Unternehmen seine Impact-Management-Strategie, in diesem Fall für die Regeneration der Ozeane. Christian Lim, Managing Director des Blue Ocean-Teams, sagt: „Wir glauben, dass Impact Investing auf dem Weg ist, Mainstream zu werden, und wir werden weiterhin unseren Beitrag zu dieser Entwicklung leisten, indem wir internationalen institutionellen Investoren eine innovative Plattform bieten.“ Christian Lim spricht auch auf dem „World Ocean Summit“ und adressiert dabei unter anderem Themen wie Überfischung, Aquakultur und Plastikreduktion. Der „World Ocean Summit“ ist ein virtueller Kongress, der vom britischen „Economist Impact“ vom 01. bis zum 04. März 2022 veranstaltet wird und über https://events.economist.com frei zugänglich ist. Prominente Redner sind unter anderem John Kerry, der US-Sonderbeauftragte für Klimafragen, Amina J. Mohammed, stellvertretende UN-Generalsekretärin und Prinz Albert von Monaco.

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